Coronavirus: Ich mach mein (Reise-) Ding! Peru

Präambel: Ich kämpfe auf meinen Reisen gegen Verschwörungstheorien und deren Verfechter. In Corona Zeiten ist es extrem wichtig, dass ich gegen Verschwörung, Gewalt, Wahrheitsleugnung, Aufstachelung zu Lügen, Volksverhetzung etc. eintrete.

8,5 Monate bin ich jetzt bereits unterwegs. Besucht habe ich unter Reiseeinschränkungen Chile für 3,5 Monate. Dann war ich bei Uncle Sam für eine Woche. Dort ging es drunter und drüber. Corona war ein Begriff, den viele nicht für Ernst hielten. Danach trieb es mich nach Ecuador, das Schritt für Schritt immer mehr Lockerungen zuliess und das Eichhörnchen sich wieder Futter suchen konnte. Als letztes kommt aktuell für mich Peru dran. Ebenso wie Ecuador öffnet sich das Land, aber es liegt mit dem was möglich ist, gegenüber Ecuador noch zurück. Es ist und bleibt auch kompliziert, nach Peru einzureisen. Aus Europa geht das nur über Panama oder Sao Paulo.

Ich mach mein Ding. Ich entfliehe auch dem 2. Lockdown in Europa. Mein Egoismus hilft mir, mich durchzusetzen. Auf dem amerikanischen Kontinent ticken die Uhren anders als in Europa. Donald Trump redet Corona klein. Mexiko unternimmt auch nichts, stattdessen Corona Ballermann in Cancun.

Ich glaube dass es Corona gibt! Ich finde für mich persönlich Lockdownmassnahmen beschissen. Aber gibt es eine Alternative? Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Flucht vor dem Lockdown fortzusetzen.

Die USA werden sicherlich ab dem 20. Januar 2021 in den Lockdown gehen. Dann bleiben nur noch Mexiko und Brasilien in Amerika übrig, die von Corona sehr wenig wissen wollen.

Warum ich jetzt reise? Corona wird die Welt verändern. Wir werden nicht zum „Üblichen“ nach Corona zurückkehren. Die UNESCO wird und muss in die Pflicht genommen werden, den nachhaltigen Tourismus aufzubauen, ihn zu zertifizieren und zu überwachen. Donald Trump ist bald weg, Jo Biden wird mitziehen und keine Sprüche, die die Welt entrüsten, klopfen.

Ich reise jetzt mit sehr wenig Geld. Nachhaltiger Tourismus wird teurer werden! Aber er ist gesellschaftlich und volkswirtschaftlich betrachtet, notwendig.

Bisher habe ich all das gemacht, was nachhaltigen Tourismus mit Füssen tritt. Egoistisch wie ich halt bin! Dieser Langzeittrip zählt hierzu, aber auch meine Wochenend Kurzvergnügen in Europa.

Damit wird bald Schluss sein!

Ja, die CO2 Steuer auf Reisen, insbesondere Flüge, wird kommen. Es führt hier kein Weg mehr vorbei. Und wer denkt, das mit EUR 10 auf Europaflügen abzuwickeln, der gehört ins Irrenhaus.

Ich treffe hier Rentner aus den USA, die damit prahlen, wie klein ihre Bezüge sind, aber wie gut sie damit in Lateinamerika leben können. Auch damit wird bald Schluss sein. Sich im 3. Welt Land zu bereichern, dass wird die gesunde Weltgemeinschaft bald nicht mehr zulassen.

Ich bin jetzt 63 Jahre alt. In Peru darf man ab 65 Jahren jetzt zu Corona Zeiten nicht herumreisen. Machu Picchu kann aktuell kostenfrei besucht werden. Wer über 65 Jahre alt ist, darf nicht rein (ab Dezember 2020 neue Regel, auch über 65 jährige dürfen jetzt rein; Tagesbesucherzahl auf 1.122 erhöht).

Das ist diskriminierend! Und es wird mich bald betreffen. Auch ein Grund, warum ich jetzt reise.

Was wäre meine Alternative, wenn ich nicht reisen würde? Stubenhocker daheim! Mich auf meine 4 Wände beschränken, nicht ausgehen können, Freunde eher virtuell statt „Face to Face“ treffen. Eine neue Arbeit finden in meinem beruflichen Umfeld, wohl eher schwer!

Wir werden mit Corona länger leben müssen, als uns lieb ist. Somit wäre das, was ich aktuell erlebe und mache, auf längere Sicht kaum möglich. Wäre ich am 14. März 2020 nicht ins Flugzeug gestiegen, ich wäre immer noch daheim. Und jetzt im Extrem Lockdown! … Inklusive Wortschatz aus dem 2. Weltkrieg, ich meine „Triade“. Vor 12 Monaten hätte sich das niemand auf der gesamten Welt vorstellen können.

Und die Aussicht bald auf Weltreise zu starten im kommenden Jahr! Vergiss es!

Ich fragte einige Freunde daheim, ob sie nicht auch hier her kommen wollen. Alle lehnten ab. Ein „Querdenker“, der auf die Demos geht, ist auch dabei. Er leugnet Corona, aber dass was ich mache, ist ihm eine Nummer zu heiss! Interessant: Er war in den 80 ziger Jahren Berufspolitiker für die Alternative Liste in Westberlin.

Ich leugne Corona nicht! Ich bin für den Aufbau von Nachhaltigkeitsregeln und Massnahmen im Nachgang von Corona. Ich bin dafür, dass wir aus Corona lernen müssen. Umdenken gehört dazu. Auch wenn ich mich aktuell mit meiner Reise eher CONTRA verhalte!

November 2020

  • … Und immer wieder Machu Picchu

Dezember 2020

  • Zurück in die Tropen: Puerto Maldonados Urwald erleben!
  • Tradition und Brauchtum der indigenen Bevölkerung am Titicaca See
  • Stellschrauben drehen für ein „Gutes Spanisch“ sprechen! Das mache ich in Arequipa
  • Abenteuer zum Jahresausklang: Strassenblokade, Busunfall, wildes Saufgelage in einer Kleinstadt

… Und immer wieder Machu Picchu

Von Lima reise ich am 17.11.2020 mit dem Fernbus nach Cusco. Der Flug kostet Geld und ich will ein Jahr unterwegs sein. Also wähle ich das preiswerteste Verkehrsmittel. Die Fahrt dauert 23 Stunden. Ich bekomme sagenhafte Landschaften zu sehen. So viele Lamas habe ich auf einmal noch nie zusehen bekommen. Es lohnt sich mit einem Luxusbus von „Cruz del Sur“ zu fahren.

Luxusbus mit 160 Grad Liegesitzen und 120 cm Beinfreiheit

Ich war bereits 2 mal (2010 und 2011) auf dem Machu Picchu. Dieser magische Inka Berg ist in meinen Augen die spektakulärste Ruinenanlage weltweit. Alles was ich bisher gesehen habe, an Machu Picchu kommt nichts heran.

Plaza de Armas in Cusco

Ich bleibe einige Tage in Cusco im Dragon Fly Hostel und sehe mir dort Vieles an. Ich finde die richtige App heraus, um meine Touren zu den zahlreichen Inka Ruinenstätten zu planen. Die Tour zum Machu Picchu und die Bahnfahrt nach Machu Picchu Pueblo habe ich bereits vorher gebucht.

Kirche San Francisco in Cusco

Alle Ruinenstätte dürfen bis zum 31. Dezember 2020 kostenfrei besucht werden. Auch der Pfad von Machu Picchu Pueblo rauf zur Ruinenstätte ist wieder geöffnet. Somit erspare ich mir die teure Busfahrt. Den Zug gibt es jetzt zum halben Fahrpreis. Weil aber nur 675 Touristen pro Tag auf den Machu Picchu dürfen, muss ich mein Ticket vorher auf dem Handy reservieren und speichern.

Für die weiteren 10 Ruinenstätte in und um Cusco herum sowie im Heiligen Tal muss man über die App reservieren. Das gilt auch für das Regional Museum in Cusco. Am bedeutendsten sind die Ruinenstätte in Ollantaytambo und Pisac sowie Sacsayhuamán. Die gelten als ein Muss für Deine Erkundungen.

Für meinen Besuch will ich auch das „Valle Sagrado“ erkunden. Dieses spirituelle Tal zwischen Ollantaytambo und Pisac zieht magisch viele Backpacker an. Zahlreiche Ausländer leben in den Dörfern zwischen Calca und Pisac. Hier verbringe ich einige Tage und besuche kleine Festivals, die erlaubt werden, weil nur wenige Besucher kommen.

Sacsayhuamán

Die ersten drei Tage verbringe ich in Cusco. Ich besuche dort die Altstadt und gehe einen Abend in die Bar des Selina Hostels. Dort kann ich andere Traveller treffen. Ansonsten ist erschreckend wenig los hier.

Ein deutsches Paar aus Bayern treffe ich auch. Sie betonen deutlich, dass sie keine Backpacker sind und verfügen über Geldmittel um komfortabler zu reisen. Sie sind die ersten, die ich seit Mitte März treffe, die normal reisen, als ob es kein Corona gäbe. Sie waren während des harten Lockdowns in Neuseeland und danach in Mexiko. Und jetzt in Peru. Sie konnten stets reisen. So etwas höre ich zum ersten mal. Beide wollen für ca. 18 Monate unterwegs sein. In Neuseeland, das sich total abschottet, gilt keine Maskenpflicht.

Am 21.11.2020 begebe ich mich nach Pisac ins Heilige Tal. Ich wohne in einem Hostel ausserhalb des Dorfes in einem spirituellen Weiler. Dort treffe ich einen jungen Iren, der für mehrere Jahre unterwegs ist. Er erzählt mir von den rechten Umtrieben, US amerikanischen Nazi Gurus und Kinderopfer Verschwörern wie die QAnon Sekte, die sich in Vilcabamba in Ecuador breit machen. Er lebte dort während des harten Lockdowns in einem Ashram.

Cusco zwölfwinkliger Stein

Abends treffe ich Erik aus San Diego in Pisac mit samt seiner Gitarre an. Ich frage ihn, ob er etwas zum Kiffen dabei hat. Erik lädt mich ein, in ein Kulturzentrum mitzukommen. Dort hat es ca. 6 Leute. Er stellt mir Adrian und Julian vor.

Pisac Ruinenanlage

Wir setzen uns in einer großen Runde zusammen und machen gemeinsam Musik. Ich trommel auf einem Jagon. Später mache ich mit Erik gemeinsam Musik. Er spielt Gitarre, er singt und er trommelt auch.

am 21.11.2020 machen wir Musik in einem Kulturzentrum in Pisac

Zu fünft machen wir Musik. Auch Julian ist dabei. Die Musikanten kommen aus Peru, Kolumbien, Argentinien, USA und ich. Joints drehen die Runden.

Das Ganze ist auf jeden Fall eine Erfahrung für mich.

Erik und ich verabreden uns in Machu Picchu in zwei Tagen wieder zu treffen.

Ollantaytambo, Plaza de Armas

Jetzt zum Abschluss meiner Zeit in Cusco sehe ich mit Schrecken, wie weniger Touristen hier sind. Bis auf das Selina Hostel, sind die Bettenburgen leer. Viele haben geschlossen. Europäer und Gäste von „Down Under“ Fehlanzeige. Aus den USA kommen sehr wenige Kurzzeiturlauber. Diese sind wenigstens zahlungskräftig und reisen nicht auf Rucksacktouristen Niveau.

Cusco und seine Kirchen

Es ist kaum möglich abends wegzugehen, es gibt niemanden hier, den man treffen kann. Der Paddys Irish Pub ist stets leer. Auch im Selina Hostel treffe ich kaum Leute an. In meinem Hostel bin ich der Einzige im Schlafsaal.

Fuhrparkschuppen am Bahnhof San Pedro in Cusco

Am 23.11.2020 fahre ich morgens mit dem Zug von Perurail von Cusco zum Machu Picchu Pueblo. Der Zug ist ausgebucht. Es fahren 72 Touristen mit, davon sind die meisten aus Peru mit. 4 Russen und ich sind die einzigen Europäer im Zug.

Pro Waggon dürfen 24 Reisende mitfahren. Jeder zweite Platz bleibt leer. Der Fahrpreis liegt für diesen Touristenzug bei 50 % und kostet US Dollar 30. Es gelten strenge Corona Regeln. Visier und ausschliesslich chirurgische Masken sind zugelassen. Essen und Trinken im Zug ist verboten.

Auf den Gleisen zur Hydro Electrica wandern. Backpacker sparen hier Fahrgeld!

Der Zug besteht aus zwei Teilen, einen touristischen Teil und einen weiteren für die einheimische Bevölkerung. Somit hält der Zug auch in vielen Dörfern entlang der Strecke an.

Perurail hat kürzlich die Fahrpreise für die einheimische Bevölkerung erhöht. Deren Fahrpreis beträgt ein Bruchteil dessen, was Touristen zahlen müssen. Sie reisen getrennt von den Touristen in einfachen Waggons.

Als ich abends am 24.11.2020 um 18:30 h von Machu Picchu Pueblo nach Ollantaytambo fahren wollte, gab es eine Demonstration und Blockade der Eisenbahnstrecke. Kein Zug fuhr mehr ab den Mittagsstunden.

Die Blockade wurde nach kleinen Ausschreitungen seitens der Demonstranten, aber auch seitens der Reisenden gegen 20 h beendet. Ab 21 h fuhren die Züge wieder. Mein Zug legte erst um 22 h los. Wir kamen während der Ausgangssperre in Ollantaytambo gegen 23.30 h an. Ein Zimmer konnte ich noch finden.

Aber jetzt zurück von der Eisenbahn zum Machu Picchu.

In Machu Picchu Pueblo gehe ich ins Supertramp Backpacker Hostel. Dort treffe ich Volker aus der Nähe von Hannover. Er ist von Beruf Mechatroniker und reist seit 4 Jahren durch Südamerika. Wir unterhalten uns prächtig. Er war auch lange in Chile, u.a. auch im Valle de Elqui, wo er in einem Hostel arbeitete. Er verbrachte den Lockdown in Cusco und arbeitet jetzt hier im Hostel.

Er sprach über die Arbeitsbedingungen im Hostel. Diese könnten auch besser sein.

Am nächsten Morgen, den 24.11.2020 treffe ich Erik zusammen mit Nelli. Wir besuchen zusammen den Machu Picchu. Ich erspare mir das Busgeld i.H.v. US Dollar 24 und wandere rauf und wieder runter. War doch nicht so schwer! … und während des Abstiegs zogen Erik und ich kräftig einen durch!

Der Machu Picchu, den ich jetzt zum 3. Mal besuche, ist für mich die grandioseste Touristenattraktion weltweit. Da kommt nichts heran! Petra in Jordanien oder Angkor Wat sind auch super, aber der magische Berg mit samt seiner Ruinen, ja das ist einmalig.

mit Erik und Nelli am Machu Picchu

Am 25.11.2020 verabrede ich mich mit Erik und Nelli am Bahnhof in Ollantaytambo Ich hatte ja mein Ticket für Dienstag Abend gekauft.

Ollantaytambo Ruinen

Wir besuchen die dortigen Ruinen. Ich habe eine Riesengaudi, ein Lama zu ärgern, in dem ich ihm den Weg zu den anderen Tieren der Herde versperre. Ein Video ist das allemal wert.

Am 26.11.2020 fahren wir zu dritt nach Pisac um den „Mercadillo Verde“ zu besuchen. Wir alle drei gehen in das „Intihuatana Hostel“, wo ich wenige Tage zuvor bereits nächtigte. Den Beiden gefiel das preiswerte Hostel sehr.

Mercadillo Verde in Pisac

Auf dem „Mercadillo Verde“ waren vielleicht 120 Besucher, die Hälfte davon Ausländer. Es gab Chicha zu trinken. Es wurde viel gekifft und Kokablätter mit Minze gekaut. Alkoholische Getränke und Fleisch waren hier unerwünscht. Hier erfuhr ich von einem 63 Jahre alten US Amerikaner, was Ayahuasca Zeremonien wirklich kosten, wenn man sich entsprechend auskennt. Er nimmt an solchen Zeromien in privat durchgeführter Form teil.

Moray

Am 28.11.2020 gingen wir zusammen zum spirituellen Fest „La Chicha del Valle“. Dieses Fest hat uns besonders gut gefallen. Das hatte einen besonderen Vibe. Hier erfuhr ich auch, was der indigene Trunk Chicha ist. Der wird verehrt bis zum geht nicht mehr. Erik spielte hier auf seiner E-Gitarre.

Am 29.11.2020 fuhr ich alleine zurück nach Cusco, um die letzten beiden für mich noch fehlenden Inka Ruinen zu besuchen.

Ich besuchte auch den so beliebten Paddies Pub, wo ich im Juni 2012 ein Spiel der Nationalmannschaft zur EURO 2012 verfolgte. Damals war hier wirklich viel los. Jetzt gähnende Leere. Schlimm!

Später traf ich im Selina Hostel zur Happy Hour noch einen jungen US Amerikaner, der die übliche Kurzreise von 14 Tagen in Peru macht. Für Amis geht das ja wieder! Er berichtete mir, dass er in ein dreitägiges Ayahuasca Retreat gehen wird. Im „Valle Sagrado“ für US Dollar 600. Da wird richtig abgezockt!

Chicha trinken

Am 30.11.2020 treffe ich Erik und Nelli zum letzten mal in Cusco zum Abendessen. Beide fliegen am 01.12.2020 zurück nach Lima. Ich nehme den Schlafbetten Nachtbus nach Puerto Maldonado.

Erik hat seine Kreditkarte verloren und war garnicht gut drauf. Verständlich, wenn man kaum noch Geld in der Tasche hat.

Zurück in den Urwald: Puerto Maldonados Urwald erleben!

Am 01. Dezember kam ich hier im Amazonas Urwald nahe der Grenze von Peru zu Brasilien an.

Nach Brasilien wollte ich freilich nicht, die Grenze ist ohnehin geschlossen.

Ich wollte in einem Traveller Hostel übernachten. Aber die Schlafsäle sind geschlossen. Stattdessen wurde mir ein Zimmer für EUR 14 angeboten. Viel zu teuer dachte ich!

Ich liess stattdessen in diesem Hostel mein Gepäck kostenfrei aufbewahren und begab mich auf die Suche. Schnell wurde ich fündig. Denn praktisch fast alle Touristen gehen ins „WASAI“ Expedition Hostel. Das ist mit weitem die beste Urwald Erlebnis Herberge hier.

Brücke über den Fluss „Rio Madre de Dios“

Dort wurde mir Amadeo, der Schaman vermittelt. Mein Zimmer bekam ich zum halben Preis! Eine Nacht bezahlen, aber 2 Nächte bleiben. Ich checkte dann um 5:30 h morgens ein, nachdem mich Amadeo nach meinem Ayahuasca Retreat zurück gebracht hatte.

Auch im Nationalpark gelten Regeln!

Meine Erfahrungen im Ayahuasca Retreat beschreibe ich in einem separaten Beitrag.

Ich machte in Puerto Maldonado einen kleinen Fahrradausflug auf dem „Corredor Turistico Tambopata“. Hier leben übrigens einige Ausländer, die z.B. ein Gästehaus im Urwald und am Flussufer betreiben. Eine Spanierin betreibt hier auch ein Ayahuasca Retreat. Sie ist sogar kostengünstiger als Amadeo, denn sie arbeitet nicht mit einer Vermittlungsagentur zusammen.

Am Rio Tambopata

Der Touristenkorridor wirkt wie total ausgestorben. Die Strasse ist nicht asphaltiert. Alle Herbergen sind geschlossen. Im Kiosk auf halbem Weg zwischen Stadt und Fähre treffe ich einen Spanier aus Valencia, der hierher geheiratet hat.

Letztendlich bin ich aber doch froh, in der Stadt zu schlafen. Puerto Maldonado hat ein kleines Touristenviertel und 2 km davon entfernt befindet sich das wirklich hässliche Geschäftszentrum.

Restaurants gibt es lediglich im Touristenviertel. … und diese sind, wie üblich, kaum besetzt. Die besten Restaurants öffnen sogar nur für den Mittagstisch.

Es hat auffällig viele Diskotheken hier im Touristenviertel. Ebenso Spielhallen. Letztere dürfen öffnen!

Am 03.12.2020 starte ich meine Urwaldtour. Wir fahren mit dem „Lancha“ auf dem „Rio Madre de Dios“ (Die Mutter Gottes) zur Urwaldlodge „Monte Amazonico“. Dort bleibe ich 2 Nächte und drei Tage.

Diese Lodge hat aktuell noch die meisten Gäste. Übernachten wollen nur wenige hier. Die erste Nacht verbringe ich hier mit einem trinkfesten „Ukrainer“, der eine Consultingfirma mit russischen Geschäftsfreunden betreibt. Sie verdienen ihr Geld in einer nahegelegenen Goldmine. Er hat Jägermeister und Rum dabei und ist sehr spendierfreudig, denn es ist sein Geburtstag.

Wir unternehmen zusammen mt Paul einige wirklich interessante Touren und bekommen überraschend viele Tiere zu sehen.

Im Vergleich zu meinem Urwaldtrip nach Iquitos hat sich das hier viel mehr gelohnt. Der Dschungel ist auch noch viel schöner. Allein die riesigen Bäume und Baumwipfel von der Canopyanlage aus betrachtet, ist das Naturerlebnis hier wert.

Am letzten Tag mache ich meinen Urwaldspaziergang inklusive Angeln statt mit Paul mit Fabricio. Er ist 23 Jahre alt und hat große Träume. Er hat Tourismus studiert und will jetzt in die USA reisen. Sein Visaantrag ist in Bearbeitung unter 221 (G). Ob er den Sichtvermerk jemals bekommt?

Mit Fabricio den Urwald erkunden. Aber langärmelig und lange Hosen, denn ansonsten zerstechen mich die Mücken!

Siehe hierzu meinen Beitrag: „Zuerst in den Iran, dann in die USA – Restriktionen für Deine USA Reise , die Du unbedingt kennen solltest“! Alles zum Thema 221g!

Die Tour mit Fabricio läuft anders ab als mit Paul. Er bietet einen Joint an. Später lädt er mich nochmal ein, die Zipline und Canopytour zu machen. Er dreht das Video für mich. Dafür gebe ich ihm ein anständiges Trinkgeld.

Fabricio ist bereits gut in Lateinamerika rumgekommen. In Amsterdam war er auch schon. Wovon er lebt? Er erwähnt, dass es am Rio Tambopata eine Luxuslodge gibt, wo er zuvor als Guide arbeitete.

Auf der Nachtwanderung!

Diese ist aktuell geschlossen. Vor der Pandemie kamen dort gut betuchte Touristen hin. Die verbrachten einen Urlaub in Peru von unter 14 Tagen, flogen häufig Business Class und buchten „All Inclusive“. Sie wurden am Flughafen abgeholt. Die Stadt sahen sie nicht.

Wurzelwerk!

Genau von diesen Touristen bekam er sehr gutes Trinkgeld. Bis zu US Dollar 50 am Tag. Jetzt hier in dieser Lodge, da kennen die peruanischen Besucher das Stichwort Trinkgeld nicht. Da muss Fabricio von ca. EUR 4 bis 5 am Tag leben. Essen und ein Bett bekommt er auch. Weil in der Lodge nur noch 6 Leute abeiten (vor der Pandemie waren es 15 bis 18), muss er auch putzen und andere Arbeiten machen.

Tradition und Brauchtum der indigenen Bevölkerung am Titicaca See

Am 06.12.2020 komme ich in Puno am Titicasee an. Ich suche ein Backpacker Hostel und einen Tourveranstalter in derNähe des „Plaza de Armas“. Praktisch alles geschlossen. Corona hinterlässt hier seine Spuren.

Später erfahre ich, dass die Insel Amantani, zu der ich hin will, erst vor knapp 2 Wochen für Touristen wieder öffnete. Die sogenannten schwimmenden Ursus Inseln sind bereits länger wieder zugänglich.

In Peru gibt es drei extrem hässliche Städte. Zwei davon liegen am Titicaca See: Puno und Juliaca. Armut und dritte Welt lassen grüßen.

Sonesta Posada Del Inca

Welche Konsequenten ziehe ich daraus? Ich übernachte im „Sonesta Posada Del Inca. Dort habe ich einen Traumblick über den Titicaca See und lasse den Molloch hinter mir. Kostet zwar EUR 39 für die eine Nacht (mein bisher teuerstes Hotel seit Reisebeginn Mitte März). Beim Frühstück muss ich dann etwas mehr abgreifen.

Ich mache einen Ausflug zu den Ursus Inseln. Es gibt sehr viele davon. Hier leben über 2.000 Menschen. Heute werden ca. 60 von ihnen auf zwei schwimmenden Inseln besucht. Die restlichen Inseln bleiben aussen vor.

Begrüßung am Pier

Unsere Insel beherbergt 7 Familien mit 28 Mitgliedern. Diese putzen sich heraus und verkaufen ihre Handarbeiten. Diese wandern bestimmt morgen auf die dann zu besuchende Insel. Denn jeden Tag ist eine andere Insel dran.

Wir machen eine Kahnfahrt auf eine Kommerzinsel. Hier hat es einen Laden, Gästezimmer, Gaststätte. Alles sieht sehr kommerziell aus. Es gibt bestimmt mehr als 100 schwimmende Inseln, von denen heute lediglich vier besucht werden.

Während der 20 minütigen Kahnfahrt sehe ich aber die anderen Inseln. Diese machen einen total verweisten Eindruck. Menschen sehe ich dort praktisch überhaupt nicht.

So heißt die Insel, die ich besuchte

Am nächsten Tag zieht es mich auf die indigene Insel Amantani.

Ich buchte dafür eine Tour. Weil ich aber der einzige Tourist bin, der dort heute hin will, fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Reiseleiterin nimmt ihr kleines Kind mit. Wir nehmen ein Colectivo und fahren zum Fährhafen „Chifron“. Dort setzt sie mich an der Fähre ab.

Nach einer atemberaubenden einstündigen Überfahrt auf die Insel Amantani empfängt mich die Frau der Gastgeberfamilie.

Meine Gastgeberin mit Tochter und Enkel

Wir gehen zu Fuss zu deren Haus. Ich beobachte deutlich, wie der Bootskapitän der Frau 40 Soles (EUR 9) übergibt. Das ist der Betrag, den die Reiseagentur an die Familie bezahlt. Dafür darf ich hier eine Nacht schlafen und bekomme drei ordentliche Mahlzeiten. Ich bezahlte Soles 95 für die gesamte Tour. Die Fahrt hierher kostete Soles 16.

Zwei verheiratete Männer auf Amantani

Das Ganze drückt aus, wie wenig die Leute hier bekommen für ihre Gastfreundschaft. Ich bin übrigens der erste Ausländer, der diese Insel seit Anfang März 2020 betritt.

Ich fragte nicht, ob ich photografieren darf

Vor knapp 10 Jahren war ich mit drei weiteren Freunden hier. Einer von denen mietet jetzt mein Zimmer in Berlin. Soll er sich mit dem Lockdown abfinden!

Was hat sich auf Amantani verändert?

  • es gibt seit Anfang des Jahres Solarstrom auf der Insel und eine Wegebeleuchtung
  • es hat aktuell mehr als 100 Homestays (das ist so etwas, wo ich wohne)
  • seit ca. 5 Jahren gibt es Mobilfunk
  • es gibt ein aus großen Steinblöcken zementierte Wege. Somit kann die ca. 15 km 2 große Insel jetzt mit Mopeds befahren werden
  • statt 4 Kinder hat jetzt jede Familie nur noch 2 Kinder im Durchschnitt

Auf Amantani ist das Mittelalter und deren Brauchtum stets noch aktuell. Das betrifft die Kleidung und das Mitbestimmungsrecht der Inselbewoher. Stimmrecht haben lediglich verheiratete Männer. Frauen und Männer müssen ihren Familienstatus in ihrer Kleidung zeigen. Diese stellen sie selbst her.

Im Hintergrund befindet sich die Insel Taquile

Der Tourismus, der sich in den letzten Jahren stark steigerte, sorgt für einen gewissen Wohlstand auf der Insel und stoppte die Abwanderung der Jugend. Somit bleibt die Einwohnerzahl bei 4.500 Menschen recht konstant.

Ich machte zwei komplexe Wanderungen auf der Insel. Dazu benötige ich aber zwingend „Maps.me“. Diese waren absolut grandios! Auf dem Pachamama Gipfel in Höhe von 4.130 Meter und somit 320 Meter über dem Titicaca See genoß ich eine Fernsicht von über 100 km in jede Richtung. Das war schier unglaublich. Die zweite Wanderung führte mich über einen Rundkurs auf bis zu 3.970 Höhenmetern. Diese zweite Wanderung startete ich morgens um 6 h, weil es Traumwetter hatte. Für jede dieser Wanderungen benötigte ich ca. 3 Stunden.

Das Familienoberhaupt der Gastgeberfamilie leistete mir Gesellschaft zum Abendessen. Der Ehemann ist 52 Jahre alt und hat bereits 2 Enkel. Er betonte, dass die meisten Touristen unter 40 Jahre alt sind, die auf die Insel kommen. Menschen in meinem Alter schaffen es nur sehr selten auf den Gipfel der Insel. Die Luft ist schlichtweg zu dünn.

Das Haus meiner Gastgeberfamilie

Ich bekam keinerlei Rat und Tat für die Wanderungen. Dank „Maps.me“ habe ich das gemeistert!

Am 08.12.2020 ging es zurück für mich aufs Festland. Die Gastgeberfamilie bezahlte meine Bootsfahrt. Die Reiseagentur hat mich am anderen Ende hingegen schlichtweg vergessen. Ich durfte dien Rest der Rückfahrt selbst bezahlen. Für mich ist das nachvollziehbar. Die arbeiten hier für einen Hungerlohn. Und wir reden hier über EUR 2. Vernünftige Preise lassen sich in einem Land, das am Hungertuch nagt, nicht durchsetzen. Und Corona hat die Situation dramatisch verschlechtert.

Taquile

Stattdessen fuhr ich direkt nach Juliaca statt nach Puno. Von dort gibt es die besseren Busanschlüsse nach Arequipa.

Stellschrauben drehen für ein „Gutes Spanisch“ sprechen. Das mache ich in Arequipa

Arequipa ist die zweitgrößte Stadt in Peru. Man nennt sie „Die weisse Stadt“! Hier hat es einige sehr mächtige Vulkane, die ca. 6.000 Meter hoch sind. Die weissen Steine sind Vulkangestein und werden hier verbaut.

Der Vulkan Misti im Vordergrund misst mehr als 5.800 Höhenmeter

Die Stadt hat Industrie und lebt nicht nur vom Tourismus, so wie Cusco. Somit ist sie reicher und nach den am Pazifik gelegenen Reichenvierteln von Lima die wohlhabendste Stadt in Peru. Das sehe ich deutlich in den Strassen hier. Es geht etwas kosmopolitischer hier zu als anderswo. Selbstverständlich nur auf das Niveau von Peru bezogen!

Kathedrale von Arequipa mit Weihnachtskrippe

Somit eignet sich Arequipa für einen etwas längeren Aufenthalt und auch hier meine Spanischkenntnisse weiter zu vertiefen. Laut meiner Spanischlehrerin Melena bevorzugen eher seriöse Touristen die Spanischschulen hier. Freaks und Partyvolk, welches sich gerne hierfür in Guatemala am Atitlansee rumtreibt, trifft sie weniger an, eher die „Antigua Fraktion“.

Der „Misti“ mißt über 5.800 Höhenmeter

Mir gefällt hier besonders die Vielfalt, die diese Stadt zu bieten hat. Es ist nicht so einseitig, wie in Cusco. Es gibt unterschiedliche Stadtteile. Da hat es das historische Viertel, wo die Touristen wären, wenn es sie denn aktuell gäbe. Auf der anderen Seite vom rauschenden Wildwasserbach „Rio Chili“ befindet sich die Neustadt mit ihren großen Supermärkten und Shoppingmalls. Dort hat es die wichtigen Krankenhäuser der Stadt.

Direkt an die Altstadt grenzt ein großer Park, wo die Villen der Reichen stehen und sich ein 5 Sterne Hotel befindet. Da kann ich auch gut Fahrrad fahren, zumal der „Rio Chili“ nichtweit weg ist.

Vorweihnachtszeit in Arequipa

Die Wohnviertel der „Armen“ bilden natürlich die Hauptfläche der Stadt. Da komme ich aber eher nicht hin.

Puente Bolognesi

Mir gefällt Arequipa wesentlich besser als Cusco, weil es normaler wirkt und wesentlich diversifizierter erscheint. In den Reichenvierteln von Lima wäre der Spanischunterricht und das Übernachten auch um Einiges teurer. Arequipa gilt als recht preiswert, obwohl es für Ausländer die Nummer drei in Peru ist.

Abends zeigen sich prächtige sonnenbetrahlte Farben meiner Frühstücksterasse

Backpacker hat es aktuell praktisch keine hier. Die meisten Hostels sing geschlossen. Im „Inka Roots“, wo ich wohne, hat es nur Peruaner, auch einige Geschäftsleute. Ich wohne mitten in der Stadt für EUR 6 (mit Frühstück), da wo das „Santa Catalina“ Konvent ist. Hier hat es die beliebtesten Restaurants der Stadt. Auf dem „Plaza de Armas“ werden Kinder mit Weihnachtszauber jeden Abend beglückt.

Der Vatikan war nicht entzückt über das frevelhafte Leben der Nonnen in diesem Konvent

Weihnachtsmärkte gibt es in Peru eher nicht. Die Deko entspricht genau dem, was Du auch in Spanien zu sehen bekommst. Kleine Strassentheaterstücke werden aufgeführt und „Papa Noel“ drückt Kinderhände und hat seinen Sack dabei.

Bierlokal in der Altstadt von Arequipa

Die schönen Kneipen und Bierlokale sind erschreckend leer. Dafür reicht das Geld bei den aller wenigsten in Corona Zeiten. Mittags gehen Leute preiswert essen, abends ist hingegen gespänstige Leere. … und das nervt! Oftmals sehe ich nur den Kellner! … und ich laufe die schönsten Lokale fast jeden Abend ab.

Ceica Peru Spanish School in Arequipa

Seit dem 10.12.2020 gehe ich für 3 Stunden am Tag in die „Ceica Peru Spanish School“. Melena, meine Privatlehrerin lebt hier. … im Schulgebäude im oberen Stockwerk mit ihrer 6 köpfigen Familie, zwei Hunden (davon ein Pittbull), einer Boa und einer Katze. In dem anderen Stockwerk leben weitere Beschäftigte der Schule und im Erdgeschoss befindet sich die Schule, im Garten der Unterrichtsbereich.

2,5 Stunden vor dem Erdbeben ist die Welt in Ordnung

Ich will hier die spanische Grammatik verfestiegen. Sprechen und Vokabelschatz sind „nice to have“! Aber die Grammatik gehört schlichtweg dazu. Ich habe das zwar irgendwo bereits mal gelernt. Aber weil ich kein „Native Speaker“ bin, habe ich es auch nicht in meinem „Hinterstübchen“. Genau aus diesem Grund gehe ich hier in die Schule.

Ich heisse Tiago und bin 4 Jahre alt. Wenn ich mit meinem 16 Jahre alten Frauchen auf die Strasse gehen, haben alle Respekt!

Am 16.12.2020 stellt mir die 16 jährige Tochter von Melena stolz ihren total durchgeknallten Pittbull Rüden vor. Die Austauschschülerin mit Nasenpiercing, die letztes Jahr mehrere Monate in Neuenhagen bei Berlin verbrachte, hat den ungestümen Hund fest im Griff.

Am selben Tag gegen 12:48 h habe ich richtig Angst bekommen. Panik hatte ich nicht! Was ist passiert? Ein Erdbeben der Stärke von 5,5 auf der Richterskala ereilte uns. Merke: Ab Stärke 5 wird es gefährlich! Heftige Erdstösse versetzten jeden in Schrecken für ca. 15 Sekunden. Danach war alles wieder vorbei. Aber das Donnern und Knallen fand ich überhaupt nicht lustig. Für einen kurzen Moment dachte ich an den Tod. Ich wusste ja nicht, wie lange das Ganze andauern wird!

Puente de Fierro (Ehemalige Eisenbahnbrücke)

Ich dachte, dass die erdbebenunsicheren Mauern der Nachbarhäuser auf uns stürzen können. Wir begaben uns in die Mitte des Gartens, um uns zu schützen.

Am 11.12.2020 zog ich um die Häuser, da wo die schönen Craft Bier Lokale sind. Im jüdischen Viertel der Stadt. Schnell wurde ich fündig! Ich traf im „Nowhere“ auf eine Gruppe von ca. 8 Expats. Eine Facebook Gruppe, die sich zum ersten mal traf.

Corona Regeln werden doch nicht stets eingehalten

Obwohl ich kein Gruppenmitglied bin, durfte ich dazustossen. Ausländer, die in Arequipa leben und zum Teil auch in meinem Alter sind. Einer der beiden Rentner aus den USA liebt Donald Trump. Wobei wir wieder beim Thema sind. Der andere Rentner ist ein Maler und denkt anders. Dann war noch ein Arzt mit eigener Praxis hier. Er ist mit einer Peruanerin verheiratet (auch hier) und hat Kinder mit ihr. Ein frisch verheirateter junger Engländer mit Gattin war auch dabei, plus eine weitere Frau aus den USA.

Kunstausstellungen gibt es zahlreich in Arequipa

Ich war für ca. 3 Stunden auf dem Treffen. Die Gespräche liefen recht gut. Ein Treffen in dieser Größenordnung ist in Peru übrigens verboten. Die Polizei darf einschreiten. Aber so streng wird das nicht gesehen.

Weisse Gassen in Arequipa

Ich mache hier auch Fahrradtouren. In der Calle Jerusalen hat es einen super Fahrradladen. Die haben ein tolles Mountainbike für mich mit hochwertigen Shimano Komponenten. Das miete ich regelmäßig für wenig Geld.

Kaktussaft im Colca Tal

Die Wochenenden prägen dann Ausflüge mit Tourveranstaltern. So auch zu den Salinen im Hochgebirge. Dort konnte ich mal wieder Lamas und Alpacas ärgern. Uns wurden Flamingos versprochen. Aber wo waren die denn?

Wir beginnen über den nachhaltigen Tourismus zu sprechen. Wie wird er ein solches Bild verändern?

… und wo gehe ich essen? Ich nutze gerne preiswerten Mittagstisch. Regelmäßig esse ich im „Prana Vegan“. Aber auch iin einem Outdoor Bistro Nahe der Spanisch Schule. Mittagstisch mit 2 Gängen plus Saft kostet stets unter EUR 2,50. … und das Essen ist recht gut. Ebenso die Auswahlmöglichkeiten. Das vegane Restaurant bietet zudem eine gute Atmosphäre an. Es befindet sich in einem historischen Innenhof.

Das stolze Stadttheater von Arequipa muss noch länger Corona Pause machen

Im „Prana Vegan“ treffe ich mittags regelmäßig Pedro. Er ist ein selbständiger Unternehmer und 62 Jahre alt, geschieden und hat einen Sohn. Wir haben stets interessante Gespräche. Am 17.12.2020 lud er mich ein, einen Schokoladen Fabrikverkauf zu besuchen. Er schenkte mir 2 Schokoladenriegel, einen mit Bitterschokolade und einen mit Vollmilchschokolade. Der Laden ist übrigens sehr schick.

Ich wollte mir dann aber auch einen Mauerschaden an einem historischen Gebäude ansehen, der durch das gestrige Erdbeben entstanden ist. Pedro erlebte am 24.06.2001 das Erdbeben mit einer Stärke von 8.3 auf der Richterskala. Es starben 47 Menschen. Damals stürzte einer der beiden Kirchtürme der Kathedrale ein.

Chiguata

Ein 14 tägiger Aufenthalt in einer Stadt gibt mir Möglichkeiten Dinge zu regeln. Sachen in Ordnung zu bringen, zum Schneider zu gehen oder die verdreckten Rucksäcke zur Reinigung zu bringen.

Einige Radtouren unternehme ich auch, denn es hat einen Radverleih, der ein sehr gutes Mountainbike für mich hat. Das hat hochwertige Komponenten. Ich treffe auf den Touren den ein oder anderen Hundehalter mit respekteinflössenden Vierbeiner an.

Seit 2016 ist der Vulkan hier schwer aktiv!

Am 4. Adventwochenende machte ich einen Ausflug ins Colca Tal. Die Trekkingvariante, die ich eigentlich machen wollte, fand nicht genügend Teilnehmer. Somit blieb nur die normale zweitägige Tour, die ich aber auch bereits vor 10 Jhren unternahm, übrig.

Wenigstens muss man den Parkeintritt, der für Ausländer recht hoch ist, nicht bezahlen.

Die Tour war recht nett und das Wetter war deutlich besser als vor 10 Jahren. Das Hotel, wo wir damals in Yanque wohnten, ist geschlossen. Während eines Erdbebens vor 3 Jahren, starb dort ein Gast durch einen Felsen, der ihn erschlug.

Abenteuer zum Jahresausklang: Strassenblokade, Busunfall, wildes Saufgelage in einer Kleinstadt

Am 21.12.2020 reise ich nach knapp 14 Tagen aus Arequipa ab. Landwirte blockieren die Pan Americana bei Ica für mehrere Tage. Der Süden von Peru wird mit der Stadt Lima abgeriegelt.

Über einen 1.000 km Umweg, einen Busunfall mit einem PKW, einem Motorschaden des Busses und 30 Stunden Fahrzeitverlängerung komme ich in Paracas am 23.12.2020 an.

Ich entschied mich nach der Stornierung der Busfahrt sofort loszufahren. Das Busabenteuer führte über Cusco und Ayacucho nach Pisco.

In Pararas verbrachte ich Weihnachten. Ich lernte dort interessante Traveller kennen. Ein Backpackerpaar aus der Schweiz, die meinen Blog fleissig gelesen haben. Ebenso einen Inder, der in Basel lebt und mit dem ich nach Barranca (Carral) reiste.

Paracas bietet eine super Wüsten-Küstennatur an, wo ich einbe tolle Radtour machte. Mein Ausflug zu den Ballestas Inseln erinnerte mich an meine Naturerlebnisse auf Galapagos.

Das Kokopelli Hostel ist ein kleines Ressort mit Pool. Für EUR 7 pro Nacht inklusive gutem Frühstück wohnte ich im 14 Betten Schlafsaal die erste Nacht ganz alleine. Dann kamen in den Folgetagen weitere Traveller hinzu. Einen davon kannte ich bereist aus Pisac, der andere war dann mein Reisepartner für die Folgetage.

Mit Pauwan fuhr ich am 26.12.2020 nach Barranca. Wir wollten zusammen nach Carral.

In Carral entdeckte ich eine große Party in einem Biergarten. Ich überredete Pauwan mitzukommen. Er war ebenso wie ich bereit, eine Straftat zu begehen.

Die Party umfasste bis zu 200 Besucher. Ein totales Saufgelage. Keiner trug Maske, auch die Kellner nicht. Es gab Musik, es wurde geflirtet.

Gegen 22:30 h wurde die Musik abgeschaltet. Wenig später war die Polizei da. Sie versperrte den Ausgang. Es kamen dann bis zu 7 Polizisten hinzu. Ebenso ein Staatsanwalt.

Es wurde ruhig auf der Party. Saufen durfte man weiterhin. Aber jeder wurde aufgeschrieben, denn alle sollten eine Rechnung über ca. EUR 100 bekommen. Pauwan und ich waren die einzigen Ausländer hier. Pauwan hatte keinen Ausweis dabei, ich zeigte meinen Personalausweis. Die Polizisten konnten damit nichts anfangen und liessen uns einfach gehen. Glück gehabt!

Heute lese ich von einer ähnlichen Party in Sydney/Australien. Die Behörden ziehen in Erwägung, die Backpacker, die dort zum Saufen waren, auszuweisen.

Aber wir sind in Peru! Das würde hier nie passieren. Bevor die mit Ausweisung drohen, schmierst Du.

Sagrado de Carral

Ich fand die Party megageil! Endlich mal wieder feiern gehen. Zuletzt hatte ich das in dieser Form im Juli in Montanita. Die Party im September in Vilcabamba war megaklein. Die beiden Events in Pisac im November waren bekanntlich keine Saufgeschichten. Und die waren ja angemeldet und legal.

Die Party kann auch ein Vorgeschmack auf das sein, was mir Cancun zu Sylvester bieten wird. Abwarten!

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Martin Ullrich sagt:

    Hallo Matthias,

    mit großem Interesse habe ich Deine Reiseberichte gelesen. Reisen ist sicherlich besser als der 2. Lockdown hier. Ich bin viel zu Hause und öfter mal bei meinem Bruder in dem kleinen Dorf in NRW, da in Berlin eh nichts los ist. Alles zu….ich bin schon seit März nicht mehr auf einer Party gewesen.

    Aber große Reisen sind bei mir erst mal finanziell nicht drin. Ich habe jetzt erst mal eine Zahnarztrechnung von über 2.200.- Euro zu bezahlen.

    Vor zwei Wochen habe ich von dem Dorf meines Bruders aus an einer Online-Mitgliederversammlung des schwul/lesbischen Sportvereins Vorspiel teilgenommen. Ich finde diese zwei dimensionalen digitalen Kontakte im Gegensatz zu den Analogen doch sehr trist. Ich glaube jeder im Verein ist froh, wenn es demnächst wieder „normale“ Mitgliederversammlungen gibt.

    Ich mache hier meine telefonischen Befragungen, dass läuft im Moment ganz gut. Die persönlichen Touristenbefragungen am Flughafen, die ich ja auch gemacht habe, sind jetzt mangels Touristen nicht mehr sinnvoll und ich habe sie das zweite Mal in diesem Jahr, Ende September eingestellt. Aber mit den telefonischen Befragungen kann ich das alles kompensieren.

    Ich bin erstaunt das Du schreibst „Es ist und bleibt auch kompliziert, nach Peru einzureisen. Aus Europa geht das nur über Panama oder Sao Paulo.“

    Der Peru-Cäsar fliegt Mitte Dezember nach Lima mit KLM -von Amsterdam direkt nach Lima-. Der Flug ist bestätigt und Cäsar sagt es gibt keine Probleme.

    Cäsar ist Weihnachten und Silvester in Cusco. Er sagt mir ich soll Dir seine WhatsApp Nr. und seine E-Mail-Adresse geben. Vielleicht könnt Ihr Euch ja mal treffen.

    WhatsApp Tel.-Nr. +49 173 620 58 59 und E-Mail: supercesar2000@hotmail.com

    Ich bin gespannt wie es mit dem Tourismus nach Corona weitergeht und auch mit meiner Umfrage. Wir werden sehen.

    Ich wünsche Dir weiterhin in Südamerika eine schöne, interessante Zeit und lese gerne von Dir.

    Liebe Grüße Martin

    1. Hallo Martin. Lieben Dank für Deinen Kommentar. Heute besuchte ich eine Chicha Party in einem Dorf bei Pisac und unweit von Cusco entfernt. Chicha trinken ist eine neue Erfahrung für mich. Cäsar ist, glaube ich, Peruaner. Deswegen kann er diesen Flug nehmen. Europäer dürfen nicht mit diesen Flügen fliegen. Sie verkehren auch nur 1 bis 2 mal pro Woche. Es handelt sich um humanitäre Flüge, die aber kommerziell von KLM / Air France vermarktet werden. Ich treffe hier interessante Leute und erlebe deutlich mehr als ein Stubenhocker daheim. Ich werde Cäsar kontaktieren, zumal ich vor Weihnachten nach Lima fahre. Auch Mancora ist eine Überlegung aber leider zu weit weg von Lima. Es grüßt Dich Matthias

    1. Lieben Dank! Stubenhocker und 2. Lockdown: Nein Danke! Es geht auch anders!

  2. Schau Dir auch mal meinen Beitrag zu „Rechtsextremismus in Backpacker Hochburgen Lateinameikas“ an. Es ist schier unglaublich, was ich da entdecke! … und erschreckend zugleich. Mein nächstes Werk wird sein: Sustainable & UNESCO certified tourism. How Covid19 will give us opportunities for a great change!

  3. Martin Ullrich sagt:

    Hallo Matthias,

    Ich nehme an das Du weiterhin in Südamerika bist .Wie ich lese willst Du ja ein Jahr dort bleiben.

    In Deutschland ist wieder strenger Lockdown. Nur die Geschäfte für die notwendigsten Dinge sind geöffnet (selbst Baumärkte nicht) , in Restaurants kann man nur Essen mitnehmen. Friseure, Saunen, Schwimmbäder, Kneipen,Kinos, Clubs, Masseure etc. haben geschlossen. Weihnachten soll man nur im engsten Kreis feiern und reisen möglichst gar nicht. Nur für die einsamen Menschen und die Trost brauchenden sind die Gottesdienste unter strengen Hygienevorschriften geöffnet, singen ist nur im Freien erlaubt. Man erwartet wening Gläubige. Silvesterfeuerwerk verkaufen ist nicht gestattet. Silvester gibt es ein Versammlungsverbot.

    Die ersten Impfungen laufen am 27. Dezember in Deutschland an. Alles sehr trist in Berlin. Das Wetter ist nass aber relativ mild. Die Tage sind kurz und es wird früh dunkel.

    Ich bin trotzdem nach meinem Bruder in das kleine Dörfchen gefahren. Hier in dem Dorf ist jetzt genau so wening los wie in Berlin. Ich feiere mit meinem Bruder Weihnachten und Neu-Jahr relativ ruhig.

    In Südamerika ist jetzt Sommer und ganz anderes Wetter wie hier auch wahrscheinlich im Moment nicht so viel Lockdown. Du schreibst für Dezember 2020 liegt der Besuch des Titicaca Sees an , sowie Urwald und ein Verbessern von Spanisch in Arequipa. Also dann hast Du kein Treffen mit Cäsar in Cusco vor. Ja Urwald und Arequipa kenne ich schon von meinen Besuchen in Peru.

    Ich freue mich von Dir zu lesen, was Du so machst und wie es Dir geht. Ich wünsche Dir schöne Weihnachten wohl im katholischen Peru (das wird ja sehr gefeiert mit Truthan als Weihnachsessen. Ich war vor vielen Jahren mal bei einer peruanischen Familie und habe mit denen Weihnachten gefeiert).

    Dann komme gut ins neue Jahr, vor allen Dingen bleib gesund. Wir sehen uns dann wohl 2021 wieder in Berlin.

    Alles Gute und liebe Grüße Martin

  4. Lieber Martin! Hab lieben Dank für Deinen Kommentar/Gruss. Ich bin jetzt die letzten Tage in Peru. Aktuell bin ich in Paracas, 4 Busstunden südlich von Lima. Wohne im Kokopelli Backpacker, das sehr komfortabel ist. … und gestern kamen sogar spät abends zwei weitere Traveller an. Einen davon kannte ich bereits aus Pisac.Sylvester bin ich in Cancun am Ballermann der „Corona Verschwörer“! Denn Mexiko erlaubt wohl fast alles. Grund genug für Trump Liebhaber und Hooligans von der Insel, dort ins Neue Jahr sich hereinzusaufen. Ich fliege dort nicht aus Absicht hin. Nein der Flug war preiswert von Lima aus. Aber ich werde mir das mal anschauen und zwei Szeneclubs gibt es auch. Also geniesse die Zeit mit Deinem Bruder in NRW. Grüße aus dem sonnigen Humboldtstrom gekühlten Paracas von Matze

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