Montenegro Kreuztour und historische Perlen des Balkans

November 2022: Es wird kalt in Deutschland. Daher bringt mich Ryanair zum Spotpreis vom neuen BER nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. In weniger als zwei Stunden bin ich an der Adria. Regnerisches Wetter begrüßt mich bei angenehmen Temperaturen.

Perast im Regen

Als Eisenbahnfan will ich den Teil der Bahnstrecke von Belgrad nach Bar erkunden, der in Montenegro liegt. Von Bijelo Polje nach Bar sind es ca. 175 Kilometer. Die Bahnstrecke, ein sozialistisches Meisterwerk, das jetzt 50 Jahre alt wird, führt in diesem Abschnit durch 103 Tunnel und zahlreiche Talbrücken.

Im November fährt um 09.34 h ein Regionalzug ab Bijelo Polje nach Bar. Dieser Zug ist für Pufferküsser interessant. Am beeindruckendsten sind die letzten 40 Kilometer vor Podgorica, wo ein Abstieg von ca. 900 Höhenmetern erfolgt.

Die kanadische Serie Folge 22 (4. Serienabschnitt „Mighty Trains“) machte mich neugierig diese Strecke zu erkunden.

Bevor Du auf Achse gehst, solltest Du Dir die Dokumentation von Teddy Wilson ansehen.

In Montenegro ist man deftig

In Bar angekommen, erkundete ich das Backpacker Hostel „Namaste“. Nicht weniger als 7 Volontäre arbeiten hier. Traveller aus aller Welt treffe ich hier an. Im Sommer darfst Du Dein Zelt im Garten aufschlagen. Für nur EUR 7 pro Nacht bekommst Du ein Basic Hostel geboten. Aber das Feeling hier zwischen den Gästen war einfach toll.

Kotor

Ich machte mich auf mit dem Bus nach Kotor. Kotor ist die Backpacker Hochburg Montenegros. Die Hostels dieser gewaltigen Altstadt sind doppelt so teuer im November 2022 im Vergleich zum Namaste Hostel.

Langweilige RSD Touristen erkunden Kotor

Abends gab es stets Hostelaktivitäten wie Karaoke oder Beer Pong. Das „Old Town Hostel“ ist schon eine Art Party Hostel light,

Es regnete ununterbrochen! Unternehmungen waren für mich nur sehr eingeschränkt möglich. Die Altstadt von Kotor hast Du schnell gesehen, denn sie ist klein und kompakt. Aber sehr beeindruckend. Die Mauern, die auf den Hausberg führen lies ich bei diesem Regen links liegen. Schade! Mit dem Regionalbus fuhr ich nach Perast. Die Bucht, die so beliebt bei Kreuzfahrtschiffen ist, ist mega beeindruckend.

Trebinje

Am 4. Tag fuhr ich mit Kleinbussen nach Trebinje in Bosnien-Herzegowina über Herceg Novi. Grenzüberschreitende Busse fahren nur selten. Trebinje bietet eine kleine aber sehr nette Altstadt. Für nur EUR 28 wohnte ich im Apartman „RAS“ mitten in der Altstadt.

Apart man RAS

Leider regnete es wieder den ganzen Tag.

Trebinje

Danach ging es für mich per Anhalter nach Dubrovnik im benachbarten Kroatien. Nach 15 Minuten „Daumen raus“ wurde ich mitgenommen. Merke: Es gibt keine Busse zwischen Trebinje und Dubrovnik!

Dubrovnik

Die Altstadt von Dubrovnik ist unglaublich beeindruckend. Leider sind die Preise und der Service komplett versaut. Preise wie in der Schweiz: Bier EUR 6, Fischessen EUR 30, eine Kugel Eis EUR 2! Selbst die vielen Kreuzfahrer halten ihre Geldbörse zu, haben sie ja alles auf dem Schiff!

Im November ist nichts los in der Altstadt! Ausser vormittags, wenn ein Riesenpott gerade vor Anker ist.

Die Mauern der Altstadt darf man für EUR 30 erklimmen. Ich versuchte es ohne Ticket. Einen Abschnitt bis zur nächsten Kontrollstelle schaffte ich.

Es gibt noch ein Hotelviertel für Pauschaltouristen. Das befindet sich ca. 3 Kilometer entfernt von der Altstadt. Dort war am Nachmittag mehr los als innerhalb der gewaltigen Stadtmauern.

Ich nächtigte im „Hostel and Rooms Ana“ für EUR 25. Ja in Dubrovnik wird man abgezockt! Denn so besonders war das Hostel nicht. Backpacker verweilen in Dubrovnik meistens nur kurz.

Am 6. Tag meiner Balkantour fuhr ich per Anhalter nach Herceg Novi. Der Bus von Dubrovnik kostet EUR 22 für nur 50 Kilometer Strecke. Ich nutzte den Regionalbus Nummer 11 ab der unteren Seilbahnstation bis kurz vor den Grenzübergang nach Montenegro für EUR 5. Die letzten 14 Kilometer bis Herceg Novi trampte ich. Nach 30 Minuten wurde ich mitgenommen.

Heute hatte es gutes Wetter und ich konnte die tolle Landschaft auf dem Weg nach Budva geniessen.

Herceg Novi

Eine Woche an der Adria und den Balkan traf ich so einige interessante Traveller. Auffällig war für mich die große Anzahl an Reiseradlern, die ich zumindest vom Bus aus sah. Auch im Hostel in Kotor traf ich Radler. Viele Radreisende haben Zeltausrüstung dabei und gehen nur ab und zu ins Hostel.

Über Corona und Verschwörerthemen reden nur noch sehr wenige. Aber der Radler aus Salzburg, der lange unterwegs ist, betonte, daß er sich nicht impfen läßt. Spirituelle Traveller traf ich nicht an. Aber in den Hostels übernachtet trinkfestes Volk und Fleisch gehört auf dem Balkan zum Essen einfach dazu.

Montenegro ist wirklich nicht mega preiswert. In Kotor ist alles doppelt so teuer im Vergleich zum Rest diesen kleinen Landes.

Gewaltige Stadtmauer Dubrovnik

Einen Reise Radeltrip kann ich empfehlen. Die Überlandbusse nehmen Deinen Drahtesel in der Regel nicht mit. In den Zügen könnte das vielleicht gehen. Einige Züge setzen Wagenmaterial mit Abteilen ein. Da dürfte es schwierig werden mit Rad zu reisen.

Es gibt definitiv keine Infrastruktur für Reiseradler. Das ist z.B. in Ungarn ganz anders.

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