Balaton Radtour: Ungarns bester Radrundkurs

Ungarn ist nicht gerade berühmt für gute Radwege. Viele kennen den Donauradweg. Aber der ist in Ungarn nur zwischen Esztergom und Budapest erwähnenswert. Der Balaton Radweg Rundkurs mißt ca. 210 Kilometer und ist weitestgehend autofrei oder verläuft auf Neben- und Wohnstrassen. Teile des Weges befinden sich auf sehr gut ausgebauten und markierten Fahrradstrecken. Die Route ist keine reine Seeuferstrecke und somit nicht ausschließlich Flachland Tiroler Terrain.

Gerade entlang des Nord- und Ostufers ist dieser Rundkurs landschaftlich besonders abwechslungsreich. Am Südufer verläuft der Weg über kilometerlange Wohnstrassen, wo man zwar schöne Anwesen erspotten kann, aber wenig vom mSee selber sieht. Es sei denn, Du machst Pausen und nutzt die Stichstrassen, die direkt an den See führen.

Im Norden verläuft die Route auch an einer tollen Burgruine vorbei und es gibt kilometerlange lange Abschnitte, die Dich an den Weingütern und Hängen des Weinanbaus vorbeiführen. Hier geht es mal durch die Urlaubsdörfer, dann entlang der Landstrasse mit Panormaausblicken oder eben auch durch Naturschutzgebiete.

Im Osten radelst Du auf den Spitzen der Steilhänge und genießt weite Ausblicke über den See. Insbesondere dieser Abschnitt bietet Dir ein Highlight!

Schiffe die allesamt Dein Rad befördern, kreuzen den See. Somit lassen sich schöne Tagestouren unternehmen. Du kannst z.B. an einem Ort Dein Lager aufschlagen, dort wohnen und Rundkurse unternehmen.

Manche dieser Schiffe werden privat betrieben und sind somit etwas teurer. Die Autofähre zwischen Tihany und Szantod ist besonders günstig und verkehrt zudem sehr oft.

In Revfülop als auch in Keszthely existieren preiswerte Backpacker Hostel. Erste „Glamp Inns“ haben ebenso eröffnet. Ich wohnte im Hullam Hostel in Revfülop. Hier hat es auch eine mehrfach am Tag verkehrende Fähre.

Der See wird von der Eisenbahn komplett umfahren. Es exitieren an die 80 Bahnhöfe rund um den See. Die Züge verkehren mindestens im Stundentakt. Alle Züge befördern Dein Rad. Hilfsbereite Mitarbeiter der Bahn verladen Dein Rad und helfen Dir beim Ein- und Aussteigen.

Die meisten Stationen haben Fahrkartenschalter. An den kleineren Haltepunkten löst Du im Zug Dein Ticket.

Von Budapest „Deli Pu“ fahren die Balaton „IC“ und „IR“ ab. Die verkehren mit nur einem Unterwegshalt bis an den Balaton und nehmen danach zahlreiche Halte auf. Die Verbindungen werden zum Nord- als auch Südufer mindestens stündlich angeboten. Sprich, es verkehren zwei Linien.

Alle Züge bieten entweder im Gepäckwagen oder in den „Langen Halberstädtern“ Radstellplätze in großer Anzahl an. Du mußt vorab an den Personenkassen im Bahnhof reservieren. Radstellplätze in Selbstbedienung werden grundsätzlich in älteren und nicht klimatisierten Wagen angeboten.

Das Zugmaterial ist eher einfach, aber es funktioniert alles ausgezeichnet. Die ungarische Bahn ist auf große Touristenmassen eingestellt und stellt genügend Mitarbeiter zur Verfügung.

Dort, wo nur alle 2 Stunden ein „IC“ unterwegs ist, kommen zusätzlich „Brotbüchsen“ oder Siemens Desiro Leichttriebwagen mit Radstellplätzen zum Einsatz. Die Brotbüchsen verkehren in Dreiertraktion. Der mittlere Wagen bietet 16 Radstellplätze an.

Am Südufer gibt es ein noch größeres Zugangebot im Vergleich zum Nordufer.

Der Balaton Radweg ist sehr familiengerecht ausgelegt, sprich Sicherheit hat eine hohe Prio! Radrennfahrer sind am Nordufer besser unterwegs, denn die Hotel Infrastruktur ist im Süden deutlich größer ausgeprägt.

Im Vergleich zu vielen Radfernwegen, so unterscheidet sich dieser Radweg deutlich. Sehr viele Familien und Bummelradler hat es hier! Der Zustand des Weges ist gut bis sehr gut. Ein typischer Radfernweg ist der Balaton Rundkurs nicht.

Die Ausschilderung ist perfekt. Touristische Landkarten hat es überall.

Die Ausflugsstrecken ins Hinterland verlaufen überwiegend auf Strassen. Manche davon verlaufen auf stark befahrenen Rennstrecken. Insbesondere LKW Fahrer verhalten sich rücksichtslos. Die Stichstrecke auf der Halbinsel Tihany ist hingegen bestens ausgebaut.

Fahrradwerkstätten hat es überall in den Badeorten. Auch Selfservice Punkte mit Fahrradpumpe und Werkzeug stehen entlang der Strecke bereit. Schlauchautomaten soll es ebenso haben.

Adrenalin getriebenes Radeln wirst Du hier eher vermissen. Rentnerradeln wirst Du antreffen!

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