Peyote Retreats in Estacíon Wadley

Junge Backpacker aus Israel fahren in die Wüste. Sie wollen Peyote ausprobieren. Sie treffen in dem Weiler Estacíon Wadley einen Rastafarie Typen, den sie fragen, wo sie Drogen bekommen können. Der Rastafarie schüttelt nur den Kopf, denn für ihn ist Peyote Medizin und keine Droge.

Du solltest einiges beachten, wenn Du vor hast in die Wüste im Norden von Mexiko zu gehen, um Peyote kennenzulernen und auszuprobieren.

Peyote ist ein Kaktus, der überwiegend unter der Erde wächst und nur die Frucht an die Oberfläche trägt. Die psychotropen Substanzen, die dieser Kaktus enthält, solltest Du vor Einnahme erforschen. Du kannst Dich vorab im Internet informieren, was Peyote ist und um welche Substanzen es sich handelt. Ebenso erfährst Du Hintergründe zur Kulturgeschichte rund um diese Pflanze.

Estacíon Wadley hat ca. 500 Einwohner. Ca. 10 % von ihnen sind Ausländer. Sie kommen aus den USA, Kanada und Europa. Viele von ihnen leben seit vielen Jahren hier. Die heilige Pflanze, um die es hier geht, ist sicherlich der Grund, warum sie sich in der Wueste niedergelassen haben.

Durch das kleine Dorf rauschen täglich ca. 24 Güterzüge, die Fracht, wie Autos in die USA transportieren. Im Dorf selbst hat es ein Dutzend kleine Tante Emma Läden, auch sogenannte Comedores und ca. 4 bis 5 touritische Unterkünfte der einfachsten Kategorie.

Silvino betreibt ein Hostel mit ca. 10 Zimmern. Diese kosten über die Plattform AirB&B ca. 350 Pesos pro Nacht. WalkIn Gäste zahlen hingegen deutlich weniger.

Silvia aus Spanien bietet ebenso Zimmer für wenig Geld an. WiFi findest Du nur bei ihr! Ansonsten bist Du hier in der Wüste eher vom Netz abgehängt.

Der kleine Weiler an der Eisenbahnstrecke wirkt sehr rustikal. Die Zeit ist hier stehengeblieben! Die Traveller, die hier her kommen, zählen zum Teil zu Esoterikern. Man spricht von einem Hippiedorf!

Um Peyote zu bekommen, buchst Du eine sogenannte Taxitour. Du musst ein Messer und einen Beutel mitnehmen.

Ich fuhr mit Pilar aus Spanien und Paulo vom Silvino Hostel in die Wüste bei „Las Margaritas“. Hier hat es übrigens auch ein Hostel und nur einen Kiosk. Unterwegs wurden wir von einem Kontrollposten angehalten. Peyote ernten ist offiziell verboten! Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir ein Opfer (Ofrenda) erbringen sollen, bevor wir die Pflanze abschneiden.

Peyote Schaupflanzen in Estación Cartoce

Pilar fragte mich, ob ich ein Opfer erbracht habe. Was sollte ich darauf antworten! Ich habe mehr Peyote abgeschnitten, als ich in der Lage bin einzunehmen. Pilar sagte, dass das Diebstahl sei!

Zurück im Hostel erklärt uns Paulo, wie wir die Pflanze waschen und was davon verzehrbar ist. Ich esse etwas weniger als einen Kaktus. Die meisten essen 3 Stück. Aber selbst ein Kaktus hat seine Wirkung! Ich wollte nicht zu sehr auf Trip kommen. Und im Hostelgarten sehe ich nicht den geeigneten Ort, um „Drauf“ zu sein.

Pilar war anschliessend richtig drauf. Sie lief mit ihrem Laptop herum und hörte Psytrance. Auch ein Israeli, der ca. 40 Jahre alt ist, war im Hostelgarten. Er verbrachte die Vornacht in der Wüste auf Trip uns ganz alleine für sich. Er fragte mich, welche Beziehung ich zu der Pflanze erbringe.

Praktisch alle von uns waren für sich alleine! Null Kommunikation zwischen den Gästen! Die restlichen 4 Gäste kennen sich gut. Sie sind hier für ca. 10 Tage und gehen jede 2. Nacht in die Wüste um dort ihre eigene Zeremonie abzuhalten.

Ich beschreibe hier zwei Situationen, um Peyote zu konsumieren. Die erste ist die, dass Du in die Wüste fährst und lediglich die Pflanze suchst und erntest. Die zweite Situation bildet ein Ritual aus abschneiden, essen und die Nacht auf Trip in der Wüste verbringen. Darauf stehen die meisten hier! Ganz alleine oder in der Gruppe die Nacht unter Sterenenhimmel und bei zunehmenden Vollmond verbringen.

Du kannst Dich in die Wüste an einen sprituellen Ort fahren lassen oder Du hast Deinen eigenen SUV, mit dem Du dorthin kommst. Dazu mußt Du aber wissen, wo Du Peyote findest.

Sprich: Peyote ist keine Kaufsubstanz! Du bezahlst nur für den Transport. Dein Fahrer weiß, wo Du den Kaktus findest! Pro Tour zahlst Du ca. 500 Pesos. Wenn Du in der Wüste übernachtest, dann zahlst Du nochmal 500 Pesos fürs Abholen am Morgen. Dein Fahrer stellt Dir auch Zelt, Matraze und Decke, denn es wird nachts kalt.

Die Peyote Wüste ist kein Partyort, vergleichbar der Situation, die Du im „La Cumbre“ Hostel in San Jose del Pacifico antriffst. Die Menschen, die hier her kommen, sind spirituell drauf. Sprich, es sind eher Hippietypen oder auch Aussteiger. Junge Isralies, die Eventsituationen suchen, passen hier nicht her. Die Kleidung der Leute, die ich antreffe, besagt einiges!

Schamanische Zeremonien werden regelmäßig angeboten. Dafür müssen die Schamane aus anderen Bundesstaaten anreisen. Sie sind den hier lebenden Menschen bekannt. Am 18.03.2022 hat es Vollmond. An einem Berg bei Real de Cartoce gibt es eine nächtliche Zeremonie.

Ich stelle für mich fest, dass ich nicht spirituell bin und auch kein Esoteriker bin. Pilar spricht von den bösen US Amerikanern, die Russland unterdrücken. Putin macht alles richtig, denn die Ukraine gehört zu Russland. Das ist nicht meins! Ich stimme Jo Biden zu, der sagt, dass Putin ein Kriegsverbrecher ist. Also was soll ich hier länger bleiben!

Ich trampe am 16.03.2022 zurück nach San Luis Potosi. Im Sukha Hostel spreche ich mit Travellern über meine Erfahrungen in der Wüste. Ich treffe einen 42 Jährigen aus Österreich an. Aufgrund meiner Ausführungen entscheidet er sich, nicht nach Estacíon Wadley zu gehen.

Ich schenke ihm und einer Backpackerin je einen Peyote. Beide freuen sich darüber. Das Ritual umgehe ich. Ich bekomme keinen Ärger deswegen.

Die restlichen Peyote nehme ich für Pelle mit, den ich wohl in den kommenden Tagen wieder treffe. Wir lernten uns im Pilzretreat in San Jose del Pacifico vor einer Woche kennen.

Nach Estacíon Wadley fährt von San Luis Potosi morgens um 7 h ein „Frontera“ Bus. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden und kostet 280 Pesos. 6 mal pro Tag fährt ein „Senda“ Bus von San Luis Potosi nach Charcas. Von dort mußt Du die restlichen 60 km trampen.

Von Matehuala fahren mehrere Colectivos über Cedral nach Estacíon Wadley (60 Pesos). Von Real de Cartoce fahren Willys Jeep nach Estacíon Cartoce gegen 10 h. Die restliche Strecke nach Estacíon Wadley mußt Du trampen.

Trampen ist sehr gut möglich auf Deinem Rückweg. Ab Charcas hat es regelmäßig Busse. Um 11 h und 23 h hat es Direktbusse nach Monterrey.

Zunehmender Vollmund (Hostal Silvino)

Der Geheimtipp zum Übernachten ist das Hostel in Las Margaritas. Kostet 100 Pesos pro Nacht.

Essen bedeutet selber Kochen und am Marktstand oder im kleinen Laden einkaufen. Ein Miniladen bietet Tortas mit Avocado an. Der Comedor an der Durchgangsstrasse bietet Mittagstisch mit einem Gericht an. Auswahl Fehlanzeige!

Das sind meine Erlebnisse und Erfahrungen an einem spirituellen Ort, von dem so viele Traveller sprechen. So richtig kann ich damit aber nichts anfangen. Kultig ist es allemal hier. Dafür bleiben manche der Traveller Tage, Wochen und sogar Monate hier!

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