Coronavirus: Ich reise trotzdem und mache das, was mir gefällt! Aktuell Ecuador

Ob mich Corona interessiert? Ja, wenn ich Bier trinken würde!

Gedankenrückblick meiner 6 Monate Corona Reise:

Seit dem 14. März 2020 bin ich jetzt unterwegs. Ich kam am Morgen des 15. März 2020 in Santiago de Chile an. Seinerzeit hatte es 68 Corona Fälle in Chile.

Wenn ich gewusst hätte, was auf Lateinamerika zukommen wird? Ich wäre bestimmt nicht geflogen und zu Hause geblieben. Aber nun ist es passiert! ich bin weiterhin weg! Obwohl es Anfang April und später im Juni Angebote gab, abzubrechen und heim zu fliegen.

Einige, die mit mir im Flugzeug von Paris nach Santiago de Chile sassen, waren bereits am 3. April 2020 wieder in Frankfurt gelandet.

Jetzt nach knapp 6 Monaten mein Zwischenfazit: Ich erlebe etwas ganz Neues, dessen Stoff ein Buch über mich füllen wird. … und dieses werde ich im kommenden Jahr schreiben.

Ich lasse mir meinen Reise- und Freiheitsdrang von Niemanden verbieten. Trotz Corona: Ich reise trotzdem! Meine Freiheit nimmt mir niemand. Ich bin 63 Jahre alt. Ich habe nichts zu verlieren.

Deutschland gleich Überwachungsstaat, zumindest in den Wochen bis Ende April 2020: Nicht mit mir! In Chile und Ecuador gibt es Gesetze. Aber wer bricht diese nicht! Hier ist Lateinamerika! Freiheit erkämpft man sich hier! Gesetze stehen auf dem Papier! Mehr nicht!

Nach dieser Devise lebe und reise ich! Wer bricht hier keine Gesetze? Der Hostelwirt, der den Strom klaut? Der Gäste trotz Verbot beherbergt? Der jede Woche ein Drogentaxi zum Hostel vorfahren lässt? Der keine Steuern zahlt, weil er alles braucht, um zu überleben?

Und ich: Der trotz Verbot durch Chile reist? Der illegal in Hotels übernachtet? Der mit gefälschten „SalvoConducto“ die Kontrollstellen passiert? Der trotz Verbot Touristenorte besucht? Der, nachdem er von den Beamten aus dem Bus geholt wurde, kurz danach trotzdem an den verbotenen Ort geht? Der bewusst auch mal auf eine Drogenparty in Montanita während der Ausgangssperre geht?

Dass Deutschland ab Mai 2020 freier wurde und dort mittlerweile deutlich mehr erlaubt ist als in Chile und Ecuador, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Ich hätte spätestens jetzt im Mai / Juni zurückfliegen können,was viele der hier verbliebenen Backpacker ja auch getan haben. Aber ich gehöre zu denjenigen, die nicht aufgeben.

Zugute halten muss ich den Politikern in Deutschland, das man hier am glimpflichsten von allen Ländern davongekommen ist. Mein Aktiendepot entwickelt sich so, dass ich nicht klagen kann (ein Ergebnis). Deutschland geniesst weltweit das mit Abstand beste Ansehen, zumindest hier in Lateinamerika. Die politisch wohl brisanteste Demonstration seit Ende des zweiten Weltkrieges wird weggesteckt. In einer anderen Superpower hätte jetzt der Scharfrichter nicht nur den wichtigsten Job, sondern auch den gesellschaftlich am meisten angesehendsten.

Ich trage stets in der Öffentlichkeit meine Maske und halte mich stets an die geltenden Regeln. Für mich bedeutet „Mund- und Nasenschutz tragen“ keine persönliche Einschränkung. Ausser im Wald laufe ich nie „Ohne“ rum. Zu den Regeln im öffentlichen Raum stehe ich! Ich finde es gut, dass Maske tragen und kostenintensive Abstandsregeln im ÖPNV in Chile bereits zwischen Anfang bis Ende April 2020 Pflicht wurden. Das Land ist arm und solche Schutzmassnahmen kosten viel Geld.

Zumindest gab es in Chile nie Regeln für Kontaktbeschränkungen in den eigenen 4 Wänden. Gerade das gefiel mir! So hatte ich meinen Freiraum im AJIVerde Hostel. Ob Party oder privater Spanisch-Unterricht! Beides in Deutschland im April und wohl auch im Mai 2020 undenkbar.

In La Serena in Chile hatten wir niemals Polizeibesuch im Hostel. Wir führten unsere Parties durch. Freier mieteten Zimmer mit ihren Prostituierten und schmissen Kokainrunden. Wir waren häufig über 10 Gäste und feierten. Das war im April und Mai. Traveller, Volontäre, Arbeiter auf Montage, Liebespaare und andere. Draussen war Corona, im Hostel Fiesta! … und wir feierten mit lauter Musik mit benachbarten Feiern im Quartier um die Wette, besonders gerne freitags. Das Militär und die Polizei: die hatten nichts dagegen! Alle hielten sich an die Ausgangssperre.

So zumindest überbrückte ich die härteste Corona Zeit von April bis Mai.

Anfang Juni befreite ich mich aus dem Gefängnis „Chile“, dessen Mauer immer höher wuchs.

Und kein anderer als „Uncle Sam“ half mir dabei. Am 26. Juni brach ich aus diesem Knast aus. Auf nach Florida und weiter nach Ecuador. Alles war möglich.

Während meiner Zeit in Ecuador atme ich keine gesiebte Luft mehr! Ich kann weitestgehend das machen, was ich will. Wenn ich das mit Gefängnis vergleiche, so gleicht das einem Stufenvollzug bis zur Freiheit. Jede Woche wird immer mehr erlaubt: Busse verbinden stets mehr Regionen, Strände öffnen, Touranbieter dürfen wieder arbeiten, ich kann ein Bier in einer Gaststätte trinken. Schlafsäle in Hostels öffnen.

Klar es ist noch nicht so, wie vor der Pandemie. Aber dafür ist alles sehr kostengünstig. Es gibt ein Überangebot. Den ersten Räuber, den ich kaltgestellt habe, der nennt sich „booking.com“.

Ich treffe Leute, die ich ohne Corona wohl eher kaum treffen würde. Auch Hostelsituationen, wie im AJIVerde Hostel hätte ich nie kennengelernt.

Viele Reiseblogger bleiben jetzt zuhause. Einige richten Spendenprojekte für Dritte Welt Projekte ein. Ich nicht! Aber: Ich reise für ein ganzes Jahr. Ich lasse mein Geld dort, wo es am nötigsten gebraucht wird. Ausser einer Airline, bekommt kein Kapitalist aus dem Ausland sein Geld von mir. Ich gebe es an die kleinen Läden, das Hostel, das Restaurant an der Strassenecke, dem Friseurladen, der Marktfrau, dem Taxifahrer.

Welcher Reiseblogger kann soviel Spendenmittel auftreiben, wie ich im Vergleich dazu hier im Land lasse?

Die Menschen haben nichts mehr. Der Tourismus ist weg. Zumindest reisen am Wochenende einige betuchte Einheimische wieder. Ausländische Touristen kann man mit der Lupe suchen, so wenige sind hier. Ich reise seit 2 Monaten durch Ecuador, habe aber praktisch keine Backpacker in den Bussen angetroffen.

Jeden Schlafsaal, in dem ich geschlafen habe, da war ich stets alleine für mich. Einheimische Wochenendtouristen bevorzugen andere Beherbungsformen. Aber wenn das so weitergeht, dann wird kein Hostel- oder Restaurantbetreiber überleben.

Bereits jetzt verrotten und vergammeln die Touristenorte in Ecuador. Seit knapp 6 Monaten ist nichts mehr los. Besserung ist wegen neuen Corona Gesetzen, arbeitnehmerfeindlichen, angsteinjagenden neuen Gesetzen und Quarantäne Regeln nach Heimkehr wohl kaum möglich.

Ich reise weiter! Hoffentlich mit spannenden und sich ändernden Erlebnissen während der kommenden 6 Monate. Corona verändert sich. So auch das, was für mich kommt!

Meine Corona Regeln jenseits des „Großen Teichs“:

Jetzt bin ich knapp 6 Monate unterwegs. Die Welt ist von Corona gezeichnet. Ich mache Dinge, die von den meisten strikt abgelehnt werden. Fernreisen sind völlig aus der Mode gekommen. Dort wo ich bin, gibt es Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt und auch allen anderen Aussenministerien. Das wird sich auch ab dem 14. September definitiv nicht ändern.

Und was sind meine Regeln und Verhaltensweisen?

Die Maske:

  • ich reinige sie jeden 2 Tag (Waschen mit Seife)
  • ich habe 10 Stück
  • ich gehe niemals ohne auf die Strasse
  • wenn ich in großen Hotels schlafen sollte, so würde ich mein Zimmer nie ohne verlassen.
  • im Restaurant gehört sie stets beim Verlassen des Tisches dazu

Im Freien, im Auto und im ÖPNV:

  • die Maske gehört immer dabei
  • in bebauten Gebieten muss ich sie tragen
  • an Bushaltestellen trage ich sie, auch wenn keine andere Person dort steht
  • ich signalisiere dem Busfahrer, dass ich die Maske trage
  • wenn ich trampe, trage ich sie stets
  • wenn ich auf dem Land bin, halte ich einen Abstand von mindestens 4 Metern zu anderen, wenn ich sie nicht trage
  • auf populären Wanderwegen (z.B. an Wochenenden), da muss ich sie tragen
  • Im Auto mit Fremden, im Taxi und im ÖPNV geht´s nie ohne
  • städtische Parkanlagen betreten: niemals ohne

In Gebäuden und Objekten, z.B. Busbahnhöfen, Restaurants, Hostels:

  • grundsätzlich gilt: nie ohne
  • es gibt Regeln: diese grundsätzlich einhalten
  • Regeln sind z.B. Temparatur messen, Desinfektion, Schuhe, Kleidung und Gepäck desinfizieren und besprühen lassen, Eingang und Ausgang sind häufig getrennt, stets Hände desinfizieren und waschen
  • stets beim Warten einen Abstand von 2 Metern zu anderen halten
  • Im Supermarkt funktionieren die Wege als Einbahnstrassen, somit niemals anderen mit dem Einkaufswagen entgegnen

Gegenüber Fremden:

  • niemals jemanden „ohne“ ansprechen
  • im Hotel oder Restaurant das Personal stets mit Maske ansprechen, auch wenn ich dort bereits wohne
  • Im Restaurant darf ich nur am Tisch sitzend mit dem Personal „ohne“ sprechen. Richtig wäre sogar, die Maske stets aufzusetzen, wenn Personal an den Tisch kommt
  • Geld niemals Fremden in die Hand geben! Stets in den Desinfektionsteller legen
  • Geld nur annehmen, wenn es zuvor deinfiziert wurde
  • im Bus stets dort mich hinsetzen, wo kein anderer sitzt (Ausnahme: wenn der Bus voll ist). Regel: Nachbarsitz soll stets frei bleiben.

Meine Regeln:

  • ich reise nur tagsüber
  • nach Möglichkeit sollte ich selbst den Rucksack in den Gepäckraum im Bus legen, das Personal trägt nicht stets Handschuhe
  • abends bin ich spätestens um 17 h im Hotel am Zielort.
  • morgens stehe ich stets vor 7 h auf
  • abends bin ich meistens um 22 h im Bett
  • die Ausgangssperre gilt jetzt überall ab 23 h (ab 13.09.2020 in Ecuador aufgehoben)
  • Busse fahren bis 20 h, Fernbusse bis 19 h
  • ab 22 h sind praktisch alle zuhause
  • keine Hotelbuchungen über Portale! Das Geld geht zu 100 % ans Hotel

September 2020

  • Backpacker und Adrenalinparadies „Banos“
  • Im „Oriente“ – Ecuador dort wo es ursprünglich ist
  • Gurus, Yoga, Naturheilkunde: Auf in das Gringodorf Vilcabamba

Backpacker und Adrenalinparadies „Banos“

Banos gilt als eine der ganz großen Backpackerhochburgen Ecuadors. Es liegt im östlichen Andengebirge unweit der Großstadt Ambato. Somit ist es auch Ausgangspunkt in das Amazonas Gebiet. Von Quito kommt man in weniger als 3 Stunden dorthin.

Der Pastaza, der durch Banos fliesst

Eigentlich würde Banos ein Natur- und Wanderparadies sein. Die Landschaft ist sehr grün. Die Kleinstadt liegt auf 1.800 Meter Höhe. Somit hat sie ein gemäßigtes Klima. Die Vegetation ist üppig. Der Pastaza Fluss kämpft sich durch atemberaubende Felsmassive. Dutzende von Wasserfällen leiten weitere Bachläufe in den Fluss.

Was strengen Naturschutz betrifft, so hat man hier wohl wenig davon gehört, wie das funktioniert. Die Landschaft und das Flusstal werden durch dutzende themenparkähnlich geführte adrenalinfördernde Einrichtungen wie Canopy, Bungee Jumping, Seilbahnen, Tarzansprunganlagen verschandelt. So etwas wäre bei uns in einer solchen Landschaft nicht erlaubt.

Die neue „San Francisco“ Brücke

Nicht die Natur und Wandern zieht die Leute hier her, nein es ist das Adrenalin, welches hier gefördert wird. Dazu gehört auch Wildwasser Rafting. Dieses zerstört aber die Landschaft nicht.

Dementsprechend jung sind die meisten der Backpacker, die es hier her zieht. Das Hostel wo ich wohnte, nennt sich „Erupcion“! Der Name wäre auch Programm, wenn Corona, wie stets überall, keinen Strich durch die Rechnung machen würde.

Es hat neben mir insgesamt 5 weitere Traveller hier. Alle kannte ich bereits aus Mompiche, wo ich knapp 3 Wochen zuvor war.

Die Wanderweg Brücke

Neben Montanita gilt Banos mit als das Topziel in Ecuador. Aber es ist hier anders als am Strand in Montanita. In Montanita hatte es Ausländer, die dort für längere Zeit leben und die Quarantäne Zeit dort verbracht haben. Banos ist auch nicht so richtig ein Aussteiger Ding wie das Surferparadies am Pazifik. Hinzu kommt, dass die adrenalinfördernden Aktivitäten hier fremde Hilfe erfordern und somit Geld kosten. Surfen kostet in der Regel nichts extra.

Reiseradler Paar mit Hund aus Kolumbien

Somit hatte es hier viel weniger Ausländer als in Montanita. Ich bin in 6 Tagen kein einziges mal wegen Drogen auf der Strasse angesprochen worden. Im Hostel wurde gekifft und auch Kekse gebacken. Koks wurde aber nicht konsumiert. Um illegale Parties durchzuführen, dafür fehlte es hier an Leuten, denn ich behaupte mal, mehr als ein Dutzend Traveller waren nicht hier.

Es hat eine Menge Restaurants, die jeden Abend öffnen, aber kaum jemand geht Essen. Bei uns wären sie geschlossen. Ich behaupte mal, dass einige von ihnen nicht mal einen einzigen Gast am Abend haben. Etwas besser hingegen läuft ein Burger Imbiss. Der ist qualitativ recht gut, aber auch nicht ganz so preiswert.

Höllental in der Nähe des Zoos

Ich machte hier eine Wanderung. Der Wanderweg ist auf einer Karte, die am „Parque Central“ hängt, aufgeführt. Aber ich hatte Schwierigkeiten, ihn zu finden. Mehrfach musste ich unterwegs fragen, wo es weitergeht. Die Menschen auf dem Land wussten Bescheid! Der Wanderweg „Souces“ befindet sich in einem schlechten Zustand.

Ich war insgesamt 6 Tage und ab dem 31. August 2020 in Banos. Die Radtour das Pastaza Tal hinab habe ich vor 8,5 Jahren bereits gemacht. Sie führt von Themenpark zu Themenpark. Diesmal ersparte ich sie mir weil es auch fast jeden Tag Regenwetter hatte. Eine Buslinie verbindet alle Attraktionen bis nach Rio Verde. Damit fuhr ich!

Corona hat Rio Verde mächtig zugesetzt! Das Touristendorf hat der viele Regen eingeholt. Seit 6 Monaten kaum Besucher und kein Geld für die Einwohner. Das Dorf wirkt heruntergekommen und verwahrlost.

Ebenso ersparte ich mir die Tour mit dem Chifa! Das ist ein Openair LKW Aufsatz mit Sitzen für Touristen.

Aber es gibt eine Buslinie zum „Casa de Arbol“! Das ist auch ein kleiner Themenpark, der aber ökologisch angelegt ist. Der Park liegt auf 2.600 Meter Höhe und somit 800 Meter höher als Banos am Fusse des 5.023 Meter hohen aktivenTungurahua Vulkans. Den habe ich nie zu sehen bekommen, denn stets hatte es Wolken. Seit dem Jahr 1999 meldet er sich immer wieder zu Wort und verbrennt umliegende Dörfer. Banos war ab dem Jahr 1999 für mehrere Jahre gesperrt.

Weil meine Sony Digitalkamera nach 3,5 Jahren ihren Geist aufgab, musste ich einen Tag nach Ambato fahren. Dort hat es die „Mall de los Andes“. In Banos gibt es kaum Möglichkeiten, eine Kamera zu kaufen, obwohl dort eigentlich Bedarf besteht. Aber selbst in der Großstadt ist das Angebot sehr dürftig. Ich empfehle jeden, der eine Kamera sucht, diese in Quito zu erwerben.

Ambato ist eine Hochgebirgsstadt per Excellence! So viele Hügel, Berge und Flussläufe. Die Stadt ist ganz nett. Dort fährt man zum Einkaufen hin. Auch im Zentrum hat es eine Menge Geschäfte. Die moderne Mall US amerikanischen Zuschnitts liegt etwas ausserhalb.

Im Erupcion Hostel lief wenig gemeinsam. Die anderen Gäste waren alle unter 30 Jahre alt und machten ihr Ding. Das Hostel verdiente sein Geld eher mit Stundenhotelgästen und Paaren, die die Privatzimmer mieteten. Der Inhaber hatte auch seine eigenen Freunde, die in Banos leben, auf der atemberaubenden Dachterasse zu Besuch.

Der Inhaber heisst Henry und er versucht jetzt gerade in Krisenzeiten sein Hostel in eine „CoWorking“ Community für Digital Nomaden auszubauen. Es finden, wenn´s passt, bereits einige Workshops zu „Teambuilding“, „Flex@Work“ und „Empowerment“ statt. Genau solche Gäste hat es hier im Hostel, die mit diesen Themen etwas anfangen können. Vorteil für den Wirt ist, dass diese Zielgruppe sich gerne auch für längere Zeit im Hostel einrichten möchte und auf der Suche nach Gleichgesinnten ist.

Banos aus der Ferne vom „Souces“ Wanderweg aus betrachtet

Ich erinnere mich, dass ich Adrian vom AJIVerde Hostel genau diese Geschäftsidee nahegelegt habe. Enrique, meinen Spanischlehrer traue ich das zu. Adrian müsste an seinem Leben etwas verändern und weniger kiffen. Beide haben aktuell keinen Kontakt zueinander. Ausserdem benötigst Du auch vorzeigbare Räumlichkeiten. Diese hat es mit der Dachterasse im Erupcion!

Am 01. September hatte es Vollmond. Die jüngeren Gäste machten an diesem Tag eine Wildwasserrafting Tour. Das würde ich nicht mehr machen. Ich machte vor 10 Jahren in den USA eine solche Tour und da habe ich genug Angst ausgestanden.

Die „Souces“ Brücke

Abends gab es eine sehr spirituelle Party mit 9 Leuten im Hostel zum Vollmond. Damit konnte ich wenig anfangen. Im Hostel in Quito waren wesentlich interessantere Leute für mich, die auch deutlich älter waren. Bis auf die beiden Motorradfahrer aus den USA war hier kaum einer mehr als 25 Jahre alt. Die Party lief sehr gemäßigt ab. Sprich es wurde relativ wenig gekifft und getrunken. „Gib mir die Kante“ wie in Montanita, nein so waren die Gäste hier nicht drauf.

Im „Oriente“ – Ecuador dort wo es am ursprünglichsten ist

Östlich von Banos schlängelt sich die Strasse ins Amazonas Gebiet „Das Oriente“. Dort ist es Feucht Warm. Die Vegetation ist üppig. Es gibt hässliche Gegenden, dort wo Erdöl gewonnen wird. Diese erspare ich mir.

Mein Zimmer im Pakay Hostel

Somit bereise ich ein Gebiet, welches die Provinzen „Napo“, „Pastaza“, „Morono – Santiago“ und „Zamora – Chinchipe“ umfasst. Die Provinzen haben eine dünne Besiedelungsdichte, aber zum Teil große Flächen. Ecuador ist größer als man denkt: Die Fläche umfasst mehr im Vergleich zu allen 11 „Alten Bundesländern“ zusammen.

Zuerst zog es mich nach Tena in der Provinz „Napo“. Diese Provinz ist von den Vieren, die ich besuchte, die am dichtesten besiedelte. Ich wohnte in der Dschungel Lodge „Hostal Pakay“! Diese ist wunderschön am Berghang 15 Fusswegminuten vom Busbahnhof gelegen.

Mein Bungalow im Pakay Hostel

Von Banos nach Tena kam ich am 05. September bereits ohne „Umsteigen“, denn die Fernbusse fahren jetzt wieder. Somit sehe ich auch komfortablere und größere Busse, die ich aber auf meinen Strecken nur selten nutze.

Im Hostal Pakay bekam ich einen Bungalow inklusive Luxusfrühstück für nur US Dollar 15 pro Nacht. Mir gefiel es hier bei Toni und Herran so gut, dass ich auch 4 Nächte da blieb. Toni hat lange in Deutschland gelebt. Er ist halb indigen. Seine Freundin kommt aus Colorado.

Laguna Azul

Tena ist eher eine hässliche Stadt, aber hier im Dschungel bin ich in einer anderen Welt. Ich höre nachts die vielen Frösche und Leguane, tagsüber die vielen Singvögel, die es so in den Tropen hat.

Toni will gerne mit mir deutsch sprechen, denn so wie ich Übung für Spanisch brauche, so benötigt er das Gleiche für Deutsch. Er gibt mir super Tipps, für das, was ich von hier aus unternehmen kann.

Mein erster Ausflug führt mich zur Laguna Azul. Diese ist jetzt auch wieder am Wochenende direkt mit dem Bus erreichbar. Sie liegt am Übergang des Amazonas Hügellandes in Richtung des Andengebirges, aber noch ganz weit unten.

In den vier Pools kann ich mich erfrischen. Es hat heute am 06.09.2020, ein Sonntag, ca. 200 Besucher hier. Corona Regeln werden definitiv nicht eingehalten. Mittlerweile scheint alles wieder erlaubt zu sein. In Peru und in Chile sind alle Naturerlebnisse nach wie vor geschlossen.

Tilapia Gericht

Ich geniesse hier in einem der zahlreichen Imbisse einen Tilapia Fisch (Barsch), der in Fliesswasserbassins gezüchtet wird. Diese Fischzucht werde ich in nächster Zeit des Öfteren fangfrisch auf den Teller bekommen.

Zurück nach Tena geht es für mich per Anhalter.

Am nächsten Tag mache ich einen Ausflug nach Ahuano, sowohl mit dem Daumen, dem Bus und einer Fähre über den Rio Napo.

Bananen aus Ecuador gelten als robust und haltbar!

Am Fährhafen treffe ich Carmen. Sie betreibt hier ein Restaurant mit Deutscher Küche. Ich esse aber wieder einen Tilapia. Carmen lebt seit vielen Jahren hier und kommt aus dem alten Westberlin. Auch sie klagt darüber, dass es kaum noch Einkünfte gibt. Alle Quellen sind weggebrochen. Sie betont, dass sie für 2 Veranstalter geführte Gruppensafaris in den Urwald anbietet. Angeblich haben die bereits fürs Jahresende bei ihr wieder Touren gebucht, was ich mir aber eher schlecht vorstellen kann.

Hier beobachte ich das Treiben der Bootsfüherer und der einzigen LKW Fähre, die das gegenüberliegende Dorf versorgt. Dort hat es ein großes aber auch angestaubtes 4 Sterne Hotel. Für die US Dollar 89 (inklusive Essen) kann ich aber anderweitig viel machen.

Weil Toni gute Ideen hat, so treibt es mich am kommenden Tag zum „EL GRAN CANYON“. Der befindet sich mit dem Bus 25 km entfernt.

Heute regnet es viel. Ein Guide zeigt mir den Pfad, wie ich dort hinkomme. Dieser ist matschig! Aber der Canyon und die Wasserfälle sind nicht so weit weg. Ausser mir geht dort heute niemand hin. Beeindruckend fand ich die Höhlen und Schluchten, aus denen das Wasser schoss, allemal.

Weitere ausländische Touristen habe ich an den 4 Tagen hier in Tena nicht angetroffen. Ich blieb hier für 4 Nächte, weil die Unterkunft einfach super war und ich tolle Gatsgeber hatte.

Am 09. September 2020 zog es mich nach Macas in der Provinz Morona-Santiago. Diese Provinz ist großflächig und hat wenig Bevölkerung. Touristen kommen hier eher seltener hin. Macas hat aber viel zu bieten und die Region kann ein Traum für Motorradfahrer sein.

Kleinstadt mit ultramodernen Busbahnhof (WiFi)

Als erstes fällt mir der neue und komfortable Busbahnhof auf. Wenigstens fahren die Fernbusse wieder und somit ist auch ein bisschen hier los. Gleich gegenüber des Bahnhofs befinden sich zwei preiswerte Pensionen. In eine der beiden steige ich ab. Die Pension „Esperanto“ ist relativ neu und wirklich gut. Ich bleibe hier 3 Nächte.

Zimmer für US Dollar 6 (ohne Frühstück)

Fussläufig zur Pension befindet sich der „El Rock Garden“. Das ist ein Bierlokal mit Burgeressen, welches sehr gut geführt ist und jedem ermöglicht, trotz Corona Regeln ein Craftbeer zu trinken. Corona Regeln bedeuten: Trinken nur dann, wenn auch Essen bestellt wird, Sitzen nur an Tischen, Abstandsregeln, keine Kneipensitten. Genau das klappt hier recht gut. Das Bier ist für hiesige Verhältnisse teuer. Offensichtlich gibt es aber in Macas eine Zielgruppe, die sich leisten kann, hierher zu gehen. Der Laden ist populär.

Kirche in Macas

Es gibt noch zwei weitere Restaurants, die sich im gehobenen Segment ansiedeln. Für eine abgelegene nicht sehr touristische Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern ist das erstaunlich.

von diesen beiden bekam ich die Führung zum Wasserfall

Am 10.09.2020 will ich einen Ausflug zum Wasserfall „Cascada Musap“ machen. Gezogen habe ich die Info hierzu in der Bierkneipe am Vorabend. Im Busnahnhof gibt es eine Touristeninformation. Ich werde angesprochen, bekomme eine Landkarte mit allen Informationen und der Mitarbeiter zeigt mir die Schalter der beiden Busgesellschaften, die nach Musap fahren.

Musap ist ein Dorf mit 120 Einwohnern. Der Bus braucht 60 Minuten für die 40 km dorthin. Im Dorf gibt es keinerlei Hinweise, wie ich zum Wasserfall komme. Leute auf der Strasse erklären mir den Weg. Meine Spanisch Kenntnisse helfen mir hier weiter.

Ich treffe den Besitzer des Flurstücks, wo der Wasserfall liegt. Mit seiner Frau, die 64 Jahre alt ist und der Enkelin mache ich den Ausflug zum ca. 50 Meter hohen Wasserfall. Er gilt als eine der höchsten in Ecuador. Die Tour dauert insgesamt 2,5 Stunden.

hier mussten wir durch!

Es soll aber Hindernisse geben, dorthin zu kommen! Wir müssen durch einen rauschenden Bach von ca. 15 Meter Breite waten. Das mache ich mit meinen Schuhen. Für meine Fussgröße hat die indigene Familie keine Gummistiefel. Das wäre einfach zu viel verlangt. Aktuell kommen nur sehr wenige Touristen hier her.

Wasserfälle gibt es Tausende in Ecuador. Nur diejenigen, die nahe der Infrastruktur liegen, werden besucht. Die „Cascada Musap“ ist zwar besonders schön, aber eben abgelegen.

Tierquälerei in Südamerika! Dobermänner haben Rechte und werden bei uns daher geschützt und nicht kopiert!

Am 11.09. mache ich einen Ausflug mit Bussen nach Sucua und Logrono. Die Region und die Dörfer sind indigen geprägt. Wilde Hängebrücken überspannen den „Rio Upano“! Der TÜV würde diese bestimmt nicht genehmigen. Das macht es für mich desto spannender, sie mal richtig in Schwung zu bringen. Dass Autos darüber fahren dürfen, ist umso erstaunlicher.

Wilde Brücke über den Rio Upano

Die Gastgeberin der kleinen Pension „Esperanto“ ist sehr gastfreundlich. Ich bezahle hier US Dollar 8,5 inklusive Frühstück. Gute und nette Unterkünfte verleiten mich dazu auch mal einen Tag länger zu bleiben.

Wo es der Bus nicht hinschafft, da fährt ein Colectivo

Am 12.09. fahre ich dann mit dem Bus weiter nach „El Pangui“, einem indigenen Dorf in der Provinz Zamora-Chinchipe gelegen. Mit 240 km Streckenlänge ist es die längste Busfahrt für mich an einem Tag in Ecuador.

Der Osten Ecuadors wird durchzogen durch die „E45“ Strasse. Diese führt heute durch einsamste Bergregionen. Hier fahren die Busse eher nur alle 2 Stunden und die Strasse befindet sich in einem schlechten Zustand.

Unbequem, macht aber Spass damit zu fahren!

Ab Gualaquiza geht´s für die letzten 40 km mit einem Chifa weiter. Aber hier fährt die Dorfbevölkerung mit, kein Tourist, so wie in Banos! Ein Chifa ist einfach kostengünstiger zu betreiben als ein Bus.

Aussichtsturm in El Pangui

„El Pangui“ finde ich hässlich. Ein staubiges Strassendorf. Ich bleibe daher nur eine Nacht und schlafe in einer Einfachstpension direkt beim Busbahnhof.

Nachts ist diese Uhr beleuchtet

Am nächsten Tag fahre ich weiter nach Zamora. Diese Provinzhauptstadt ist etwas attraktiver, aber auch nicht besonders einladend. Wieder wohne ich in einem gesichtslosen Hotel für wenig Geld.

Wasserfall direkt an der Strasse – da kommen dann auch mehr Besucher

Hier gibt es die „Cascada Velo de Novia“. Die liegt direkt an der Strasse und wird somit auch stärker besucht. Der Bus fährt direkt daran vorbei. 2 Kioske hat es hier auch.

In Zamora selbst hat man eine Uferpromenade am Fluss angelegt. Diese kommt sehr gut bei der Bevölkerung an. Die Kleinstadt liegt sehr schön in einem Tal, jedoch wird sie touristisch kaum berührt.

Die Ostroute an der „E45“ in Ecuador ist südlich ab Puyo somit wirklich eher etwas für Motorradfahrer. Landschaftlich gibt sie einiges her. Aufgrund der Gesamtstrecke von über 520 km zwischen Puyo und Loja benötigt man mehrere Tage. Neben der Stadt Macas hat es einige attraktive Hosterias entlang der Route. Ob diese aber jetzt in Corona Zeiten wirklich für Gäste offen stehen, weiss ich nicht. Um in Hosterias zu übernachten, da empfiehlt sich eher ein fahrbarer Untersatz und nicht der Bus.

Gurus, Yoga, Naturheilkunde: Auf in das Gringodorf Vilcabamba

Am 14.09.2020 zieht es mich nach 8,5 Jahren zum 2. Mal nach Vilcabamba. Diese 6.000 Seelen zählende Gemeinde liegt weit im Süden von Ecuador und unweit von Peru.

umstritten: Der neue Schriftzug, den es ja praktisch überall gibt

Ich suchte mir zuvor ein Hostal aus, welches sich sehr gut im Internet präsentiert und definitiv alles das verspricht, welches es auch einhält. Es befindet sich nur 2 Strassenblöcke vom zentralen Platz entfernt.

Ich kam dort am frühen Nachmittag an. Die Gastgeberin ist eine Deutsche und auch knapp in meinem Alter. Ich sagte, dass ich aus Berlin bin. Darauf erwähnte sie, dass es ja in Berlin in letzter Zeit sehr schöne Demonstrationen gab. Ich konterte, dass das Nazi Demonstrationen waren.

Womit wir beim Thema sind! Ich hätte jetzt kehrt machen können und mir eine andere Pension zu suchen. Die Gastgeberin machte aber ansonsten einen sympathischen Eindruck und die Pension präsentiert sich in einem sehr einladenden Zustand. Somit blieb ich.

Aus Sicherheitsgründen werden ich hier keine Namen nennen und keine Fotos von der Pension zeigen.

nicht ganz billig, das türkische Restaurant in Vilcabamba

Am vorletzten Tag nannte mir die Gastgeberin zwei Namen von Autoren bzw. Künstlern: Ken Jebsen und Kai Stuht. Nachdem ich zu diesen beiden Recherchen anstellte (ich kannte sie nicht), fragte ich die Gastgeberin, ob sie mal darüber nachgedacht hat, dass der Bundesnachrichtendienst ihr einen Spitzel ins Haus schicken könnte.

spirituelle Architektur

Zu mir: Ich bin kein Anhänger der AFD. Ich sehe die Querdenker Demos als sehr kritisch an. Es ging dort nicht nur um Corona! Ja, ich werde mich impfen lassen, sobald es einen Impfstoff gibt. Ich glaube, dass es Corona gibt, so wie es auch die Pest gab.

klein und überschaubar, das ist Vilcabamba

Zu der Situation, die ich in Vilcabamba erlebte: Es bestätigte sich für mich zum wiederholten Mal in diesem Urlaub, dass in der spirituellen Szene, unter Esotherikern bzw. Aussteiger- und Hippieszene sich Leute befinden, die zu Verschwörern gehören, die gerne das Wort „Lügenpresse“ in den Mund nehmen, die von „Eliten“ sprechen und wo ich raus höre, dass sie Tendenzen zum Rechtsradikalismus zeigen und die AFD als eine angesehene Partei gilt.

von zwei deutschen Brüdern angelegtes Wanderwegenetz

Wo ich dagegen bin: Die Massnahmen, die zur Bekämpfung der Seuche eingesetzt werden, ähneln denen, die in Kriegszeiten eingestzt werden könnten. Wenn die Maßnahmen, die eingesetzt wurden, ausschliesslich der Bekämpfung der Krankheit dienen, wäre das ok für mich. Aber ich glaube, dass Nachrichtendienste, Streitkräfte, Polizei, IT, Sicherheitsdienste, Behörden, Versicherungen, Banken und andere sich der gewonnenen Informationen bedienen und diese missbrauchen werden. So wertvolle Daten bekommst Du nicht alle Tage!!!!

Hier in Südamerika bin ich mir sehr sicher, dass die gewonnenen Informationen Kriegszwecken dienen können. Ebenso können sie verwendet werden um unbequeme Menschen aus dem Verkehr zu ziehen. Welche Demokratie ist hier gefestigt!

Beispiel: In Deutschland werden Daten, die für die Terrorismusbekämpfung gewonnen werden, an Gesundheitsämter weitergegeben. Und genau da liegt das Problem!

Mein 74 jähriger Onkel, der viel von der Welt gesehen hat, bezeichnete die Hippie- und Aussteigerszene stets als realitätsfremd und auch verschwörende Spinner. Andere Freunde von mir lehnten es stets ab, in Orte zu reisen, an denen sich diese Szene gerne aufhält.

Insbesondere stört diese Leute, dass diese Szene offen gegenüber Drogen steht. Drogeneinsatz, wie z.B. Ayahuasca Therapien für Selbstfindungszwecke werden nicht nur strikt abgelehnt sondern auch als gefährlich angesehen.

nur etwas für schwindelfreie Wanderer

Ich habe mich stets von dieser Szene angezogen gefühlt. Tendenzen, die mit Scientology oder einer Colonia Dignidad vergleichbar wären, lehne ich strikt ab. Ken Jebsen und auch Kai Stuht sind nicht meins. Mir reicht es, dass im Hostel in La Serena ein anderer Deutscher stets das Wort „Eliten“ gebrauchte. Denn genau diesen Hostelgast schätze ich als rechtsradikal ein. Kurz gesagt: Das Wort „Eliten“ gehört für mich in den Jargon, den ich nicht verwenden will.

Ich werde zukünftig sehr genau hinschauen, wen ich so alles treffe.

Reisen zu Coronazeiten hat etwas negativ besetztes an sich. Ich füge Egoismus hinzu. Der betrifft mich! Der Titel dieses Beitrags ist egoistisch und ich habe diesen bewusst so gewählt. Ich werde dadurch von meinen Freunden angegriffen. Somit gerate ich in Rechtfertigungssituationen.

Dazu wird es in diesem Blog noch viele zukünftige Situationen geben, dieses zu beleuchten.

Aber was habe ich in Vilcabamba, dem Ort der Gurus, Wunderheiler und Ayahuasca Therapien so erlebt?

Der beliebteste Berg. Schwierig zu erklimmen

In meiner Unterkunft habe ich morgens an Yogaeinheiten teilgenommen. Eine Extrastunde schenkte mir meine Gastgeberin. Diese bestand aus Yoga und Meditation. Ich empfand diese 6 Tage hier gut für mich nachzudenken und in mich zu gehen. Aber wie gesagt: Ich muss auf mich aufpassen!

Es hat hier für mich das beste Frühstück gegeben, welches ich seit Reisebeginn bekommen habe. Auch das vegetarische Abendessen war sensationell.

Ich machte hier einige Touren, so mit dem Bus über die hohen Berge nach Palanda. Das liegt nahe der Grenze zu Peru. In Vilcabamba bekam ich übrigens Tipps, wie man illegal nach Peru einreisen kann. Ein weiteres Thema, um gegen Corona Regeln zu verstossen.

Ebenso machte ich einige Wanderungen in die Umgebung von Vilcabamba. Einige Wanderwege, die es hier hat, wurden von zwei Brüdern aus Deutschland angelegt. Sie betreiben das wohl bekannteste Hostel in Ecuador. Ich wohnte dort bereits vor 8,5 Jahren. Das Hostel ist perfekt ausgestattet.

Aber nichts geht hier ohne Bestechung! In Vilcabamba hat es eine Touristeninformation. Die Räumlichkeiten geben den Eindruck ab, als wären sie von den beiden pfiffigen Brüdern eingerichtet worden. Rollups, Werbung, Prospekte: Deutsche wissen, wie man es macht. Und deshalb sind sie so erfolgreich. Aber in einem staatlich geführten Tourismusbüro?

Während der Tage wo ich hier war, hat eine Kneipe neu aufgemacht. Die bieten deutsches Bier an, welches die beiden Brüder brauen. Und die bieten ca. 8 verschiedene Biere an.

In der Bierkneipe

Am Eröffnungsabend waren ca. 20 Gäste hier. Kritik: Die Joints drehten hier die Runden. Zu Corona Zeiten ziehen die Teilnehmer an dem gleichen Joint. Selbst ein Kiffer, der jede Gelegenheit nutzt, wird in Deutschland kritisch hinterfragen, wie hoch die Ansteckungsgefahr ist, wenn man das macht.

Eine logische Antwort hierauf: Ein striktes Alkohol- und Versammlungsverbot! Aber dann wird das Leben dröge und langweilig. Aber vielleicht wird es weniger Corona geben.

Diesen Kamm bin ich hochgeklettert

Vilcabamba gehört zu den Hauptreisezielen in Ecuador. Höhepunkt der Beliebtheit dieses magischen Ortes bildete das Jahr 2012. In diesem Jahr endete der Maya Kalender. In gewissen Kreisen spach man damals vom Weltuntergang.

Das zog Leute hierher, die glaubten Ufos fliegen zu sehen. Daher mein Tipp: Wenn Du absolut gegen solche Handlungsweisen bist, dann fahre nicht nach Vilcabamba.

Mein Frühstück

Ich bin nicht lange genug hier gewesen, um mir ein volles und wahres Bild zu machen, von dem was hier abgeht. Aber mit Corona und Verschwörung hat die Szene hier ein Thema. Ich kann mir vorstellen, dass diese Aspekte zukünftig sehr kritisch hinterfragt werden und durch den Begriff „Gehirnwäsche“ ergänzt werden. Und das kann dazu führen, das Touristen den Besuch solcher Orte strikt ablehnen werden. Ebenso wird die Reisebuchpresse auf diese Begriffe zukünftig eingehen können.

Was lerne ich daraus? Ich werde die Augen und Ohren offen halten, wenn ich solche Orte wie Vilcabamba zukünftig besuche. Ebenso werde ich in jedem Backpackerhostel meine Antennen hochfahren, um kritische Situationen zu erkennen. Ich werde analysieren, wo es Ansätze zu Gehirnwäsche geben kann. Ich werde meine Freunde zukünftig darüber informieren, was sie zu erwarten haben, wenn ich vorschlage, in solche Orte zu gehen.

Leckeres vegetarisches Abendessen mit selbstgebackenen Brot

Warum ich weiterhin solche Orte besuchen möchte? Ganz klar, es ist das Partyangebot und Feeling, welches es hier gibt. Dazu gehört auch die Offenheit gegenüber Drogen. Ayahuasca lehne ich ab. Ich hatte vor Jahrzehnten Erfahrungen mit LSD gemacht und das war nicht mein Ding.

Ich hoffe, dass ich ein bisschen herausgearbeitet habe, welches die feinen Unterschiede von partywütigen Menschen in Aussteiger- und Hippieorten oder einer Ballermann Szene auf Mallorca sind.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo Matthias,
    ich weiß nicht, woher Du Deine Infos beziehst zur Situation in Deutschland. Ich kann essen gehen, Bier trinken, mich mit Freunden treffen….. Mir scheint, Du willst einfach nur Dein Ego pflegen. Andere, anscheinend auch Freunde, zählen nicht. „Aufs Maulhauen“ statt sachlicher Diskussion.
    Die ehemalige DDR als Hort der Freiheit zu bezeichnen im Vergleich zu jetzigen BRD. Das kann man nur erklären mit Deiner „DDR-nahen Vergangenheit“, die Du anscheinend immer noch weder richtig reflektiert noch überwunden hast. Die BRD ist kein Knast. Die DDR war es schon, zumindest für die Leute, die nicht systemkonform waren.
    Was Du hier „hingerotzt“ hast, ist unreif und verquirlte Scheiße.
    Ich wünsche Dir Gesundheit, Glück und langes Leben. Achso: Auch eine gute Reise – aber in Zukunft ohne mich.
    Hans

  2. Hallo Hans! Ich habe, zumindest bis auf einen Punkt, alle die von Dir angesprochenen Punkte heraus genommen.
    Ich will nicht in die Schiene mit dem gebracht werden, was letzten Samstag in Berlin passierte.
    Ein Teil der noch verbliebenen Traveller in Südamerika, die ich traf, steht der AFD und Verschwörern sehr nahe und hat extrem krasse Ansichten.
    Ich traf insbesondere ein sehr kriminelles Millieu in der Esotheriker, Aussteiger und Drogenhochburg „Montanita“ an. Dort bin ich aber schon lange wieder weg. Es gibt bessere Orte mit normaleren Leuten in Ecuador.
    Insbesondere störte mich, dass einige der Backbacker dort, sich grundsätzlich nicht an die Maskenpflicht hielten und auch im Bus „Ohne“ rumliefen. Auch extrem nationalistische und rassistische Ansichten teilte mir dort jemand aus den USA mit.
    Das Thema „Geheimdienste und Corona“ war extrem oft in Montanita zu hören.
    Ich finde es schade, wenn „Aussteiger Leben“ in der Backpacker Szene zum Rechtsradikalismus und Hass schwenkt.
    Den Politikern und Gesellschaftsforschern ist dieses Verhalten bekannt und ich nehme das in den Medien zur Kenntnis. Zumindest in Deutschland.
    Ich würde mich freuen, wenn Du meinem Blog weiterhin folgst.

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