Britisches Eisenbahn Empire auf Sri Lanka: Für Deine Inselerkundung!

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Im 19. Jahrhundert wurde sie erbaut. Sie ist auch noch heute funktionstüchtig! Sie ist eine der ältesten Eisenbahnen im Museumslook, die sich nie verändert hat, seit ihrer Inbetriebnahme. Alte britische Block Signal Technik und Edmondson Fahrkarten gehören nach wie vor zum Alltag der Eisenbahn auf Sri Lanka. Einige Strecken des insgesamt 1.500 km langen Netzes gelten als die schönsten Strecken in Asien. Seit dem Jahr 2010 werden moderne Dieseltriebwagen angeschafft, die das Bahnfahren für Touristen deutlich verbessert haben. Sie fahren niemals schneller als 85 kmh und die Eisenbahnromantik mit großen Panoramafenstern lebt weiter. Ob Du in der engen 3. Klasse reist oder Dir es etwas bequemer in der 2. Klasse machst, Dein Eisenbahnerlebnis ist garantiert! Die 1. Klasse ist klimatisiert und die Fenster lassen sich nicht öffnen. Daher ist sie für Deine Fotographierkünste nicht empfehlenswert.

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Uralt Signaltechnik fotographiert aus einem „S14“
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Block Signalbox im Bahnhof von Negombo

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Die Strecken:

Die Küstenlinie führt von Colombo Maradana bis zum neuen Bahnhof in Beliatta und wird aktuell weiter verlängert nach Kataragama. Die Strecke von Colombo bis Matara wurde 2010 komplett und nach dem Tsunami im Jahr 2004  modernisiert und mit einer moderneren Signaltechnik ausgestattet. Im Großraum Colombo ist sie zweigleisig. Die Streckenverlängerung östlich von Matara ist im vollen Gange. Wenn die Verlängerung der Strecke abgeschlossen ist, können Backpacker, die öffentliche Verkehrsmittel bevorzugen, vom Traveller Heaven „Ella“ mit dem Bus nach Weligatta fahren und von dort den Zug zu den Traumstränden im Süden Sri Lankas nehmen.

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Unfall mit einem Auto am Bahnübergang

Die Küstenlinie ist mit bis zu 85 kmh befahrbar. Die Bahnübergänge sind mit modernen Warnsystemen ausgestattet. Die Strecke verbindet viele Badestrände, die von Rucksackreisenden gerne besucht werden. Jedoch halten die Expresszüge nur an grösseren Bahnhöfen. Wichtige Strände wie Mirissa oder Unawatuna werden nur von lokal verkehrenden Personenzügen bedient. Somiit mußt du die letzten Kilometer mit dem Tuk Tuk fahren. Die Expresszüge fahren alle 1 bis 3 Stunden und bis zu 9 mal am Tag. Seit Kurzem gibt es einen sogenannten „ICE“ der Baureihe „Class 13“ in Doppeltraktion, der auch reservierte Plätze anbietet.

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Colombo Fort

Die Küstenlinie kann von Zügen der Baureihen „S11“ und „S13“ in Doppeltraktion bedient werden. Eine  1. Wagenklasse wird nur in dem 1 mal täglich fahrenden „S13“ angeboten. Die „S11“ sind nicht klimatisiert und führen nur die 2. und 3. Klasse. Lokebespannte Züge führen modernes Wagenmaterial der 2. und 3. Klasse. Sie sind deutlich kürzer als die „S11“ und „S13“ in Doppeltraktion. Lokbespannte Züge verfügen somit nur über 8 bis 9 Wagen und können sehr voll westlich von Galle werden.

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Ausblick an der Küstenlinie

Die Küstenlinie ist für Touristen sehr wichtig, zumal sehr viele Stranddörfer und Touristenstädte wie Galle bedient werden.

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Die Steigungslinie von Colombo Fort nach Kandy gilt als eine sehr wichtige Bahnlinie. Sie ist zwischen Colombo Fort und Ragama Junction viergleisig und dann weiter bis Rambukhana zweigleisig. Den Rest der Strecke wird es bergig und somit gibt es nur noch ein Gleis und die Uralt Block Signaltechnik kommt zum Einsatz. Nur auf den mehrgleisigen Abschnitten kann mit bis zu 85 kmh gefahren werden. Die eingleisigen Abschnitte lassen niemals mehr als 65 kmh zu, häufig aber weniger.

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Der Bahnhof von Gampaha befindet sich nur ca. 20 km vom Flughafen entfernt. Ein Tuk Tuk kostet hierfür ca. 1300 Rupien.

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Der Bahnhof von Kandy

Diese Strecke ist landschaftlich auf dem Steigungsabschnitt zwischen Rambukhana und Kandy sehr schön. Der Bahnhof Peradeniya Junction ist wichtig für den Badulla Express, der mit „S14“ Dieseltriebwagen bedient wird, denn dieser Zug fährt Kandy nicht an und biegt an der Junction direkt nach Badulla auf die Hochgebirgseisenbahn durch das Teeland ab. Der berühmte Botanische Garten befindet sich in der Nähe dieses Bahn Dreiecks Bahnhofs.

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Bahnsteig in Kandy

Die Kandy Linie kann nicht mit Zügen der Klassen „S13“ und „S11“ in Doppeltraktion bedient werden. Somit fahren hier häufig Züge der Gattung „S12“ in Einfachtraktion. Zweimal täglich fahren „ICE´s“ von Colombo Fort nach Kandy. Einer davon wird mit einem „S12“ und der andere mit einem lokbespannten Zug bedient. Letzterer führt einen Panoramawagen für Touristen und einen klimatisierten Luxuswagen eines Privatanbieters. Die nicht reservierungspflichtige 3. Klasse Wagen in den ICE Zügen lassen nur 20 Stehplätze pro Wagon zu (limitierter Ticketverkauf). Die Züge, die Colombo Fort verlassen, halten nicht in Colombo Maradana und Ragama Junction. Gampaha wird nur von ICE´s Richtung Colombo zum Aussteigen bedient. Die Züge, die von Kandy kommen, halten an diesen beiden bzw. drei Bahnhöfen. Somit kann man nicht von Negombo mit dem Zug nach Kandy fahren, ausser man nimmt den Umweg über Colombo Fort. Von Kandy nach Negombo geht das aber.

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überfüllter „S12“ bei der Ausfahrt in Kandy nach Colombo

Die beiden ICE´s haben nur sehr wenige Unterwegshalte zwischen Colombo und Kandy. Die Expresszüge halten hingegen an allen wichtigen Bahnhöfen.

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Raucherpause während einer Zugkreuzung

Die Gebirgslinie von Kandy nach Badulla ist die für Touristen wichtigste Linie des Landes. Sie ist ab Kandy ca. 170 km lang. Die 5 bis 6 täglich verkehrenden Züge benötigen für diese Strecke ca. 6  bis 7 Stunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt im Bergland 40 kmh, im Umland von Kandy 50 kmh.

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Block Signaltechnik anno 1898

Die Strecke ist mit uralter Block Signaltechnik aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ausgestattet. Für Touristen sind die Unterwegsbahnhöfe in Hatton (für den Adams Peak), Nanuoya (für Nuwara Eliya) und Ella sehr wichtig. Die 9 Bogenbrücke befindet sich auf dem Abschnitt zwischen Ella und Badulla. Viele Backpacker besuchen die Brücke mit einer Wanderung ab Ella.

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Scheiben für Streckenabschnitte, die der Lokführer transportiert

Der schönste Streckenabschnitt befindet sich zwischen Hatton und Ella. Ich empfehle unbedingt, die Bahnfahrt zwischen Kandy und Ella zu unterbrechen, weil die Fahrt an einem Stück zu lang ist. Von Hatton Bahnhofsvorplatz fährt stündlich ein Bus zum Adams Peak. Von Nanuoya fährt alle 30 Minuten ein Bus nach Nuwara Eliya. Der Bahnhof von Ella liegt mitten im Touristendorf mit seinen vielen Unterkünften und Restaurants. Der höchste Punkt der Strecke erreicht östlich von Nanuoya knapp 1.900 Höhenmeter.

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Uralt Signale aus dem Jahr 1898

Die Gebirgseisenbahn wird von Zügen der Class „S12“ bedient. Ebenso fährt 1 x täglich ein lokbespannter Zug mit Panoramawagen. Der „S14“, der aktuell jeden 2. Tag zwischen Colombo und Badulla fährt, ist in allen 3 Klassen reservierungspflichtig. In Kürze wird dieser Zug täglich fahren, sobald weitere Garnituren des „S14“ ausgeliefert sind. Dieser Zug ist wesentlich luxuriöser im Vergleich zu den anderen Zügen.

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Nicht alle der 5 Zugpaare eignen sich für Erlebnisbahnfahren, weil sie teilweise im Dunkeln fahren, oder zu spät in Ella oder Badulla ankommen. Ab Kandy sind die Züge um 9 h und 11 h Richtung Badulla zu empfehlen.

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Ein „S13“ wartet für eine Zugkreuzung

Die Nordlinie führt von Colombo Fort über Polgahawela Junction in Richtung Anuradhapura und weiter nach Jaffna. Ein Abzweig bedient Polonnaruwa. In Habarana kannst Du ein Tuk Tuk für ca. 1200 Rupien nach Sigiriya nehmen. Die Strecke ist ab Polgahawela Junction eingleisig und mit der bewährten Uralt Block Signaltechnik ausgestattet. Sie kann auf den eingleisigen Abschnitten mit bis zu 65 kmh bedient werden.

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Hier kommen mindestens 3 ICE´s am Tag zwischen Colombo Fort und Anuradhapura mit Dieseltriebwagen der Class „S13“ in Doppeltraktion zum Einsatz. Weitere langsamere Expresszüge mit 2. und 3. Klasse werden ebenso angeboten. Nach Habarana und Polonnaruwa fährt 1 mal täglich ein nagelneuer „S14“.

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Uralt Anzeigetafel für die nächsten Abfahrten

Die Nordlinie bedient somit die alten Ruinenstädte. Die Eisenbahn ist gegenüber dem Busverkehr definitiv zu bevorzugen, zumal die „S13“ schneller und komfortabler im Vergleich zu Bussen sind. Diese Linie verfügt über das modernste und leistungsfähigste Zugmaterial des Landes. Nur auf der Hauptlinie Richtung Jaffna können Züge in Doppeltraktion fahren, auf den Abzweigungen gen Osten nicht.

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Ein „S8“ fährt in Negombo ein

Die Nordküstenlinie von Colombo Fort nach Chilaw über South Katunayake (Flughafen) und Negombo ist für Traveller auch recht wichtig. Sie wird von S-Bahnzügen bedient. Ebenso von Expresszügen der Baureihe „S11“ nach Chilaw, die aber  nicht beim Flughafen halten.  Ca. 10 bis 12 mal am Tag gibt es eine Verbindung von Colombo nach Negombo.

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Inneneinrichtung des „S8“

Die Strecke ist nicht modernisiert worden. Ein 3 km langer Abzweig zum Flughafen befindet sich in Planung. Sollte dieser kommen, so wird die Strecke zwischen dem Flughafen und Panadura im Süden von Colombo elektrifiziert und für den modernen S-Bahnverkehr eingerichtet.

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„S10“ S-Bahn in Colombo Fort

Die Benutzung der Diesel-S-Bahn von Colombo nach Negombo ist zu empfehlen, denn die Züge sind ok. Ausserhalb des Berufsverkehrs bekommt man auch einen Sitzplatz.

Die Diesel-Züge:

Der „S8“ ist ein S-Bahnzug aus dem Jahre 1991 mit geschlossenen Wagenkästen.

Der „S9“ Ist ein S-Bahnzug aus dem Jahr 2000 mit Wagenübergängen zwischen den Wagen.

Der „S10“ ist ein S-Bahnzug aus dem Jahr 2008 für den Vorortverkehr von Colombo und baugleich mit dem „S12“ Fernverkehrszug.

Den „S11“ gibt es in 20 Einheiten, die ca. 2011 /12 in Indien gebaut wurden. Er fährt meistens in Doppeltraktion auf beiden Küstenlinien und nach Kurunegala. Er verfügt über die 2. und 3. Klasse.

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1. Klasse im „S12“

Den „S12“ gibt es in 12 Einheiten, die 2012 in China gebaut wurden. Er wird stets in Einzeltraktion zwischen Colombo, Kandy und Badulla sowie einer weiteren für Touristen unbedeutenden Vorortstrecke von Colombo eingesetzt. Der 1. Klasse Wagen und einer von drei 2. Klasse Wagen ist reservierungspflichtig. die vier 3. Klasse Wagen sind reservierungsfrei. Dieser Zug verfügt über viel Beinfreiheit in der 2. Klasse.

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2. Klasse im „S12“

Der „S13“ kommt in 6 Doppeltraktionseinheiten und wurde 1919 in Indien gebaut. Er ist sehr modern. Eine der beiden Traktionen verfügt nur über die 3. Klasse. Die andere Traktion ist mit zwei 1. Klasse und drei 2. Klasse Wagen, sowie zwei 3. Klasse Wagen ausgestattet. Der gesamte Zug verfügt über 14 Wagen.

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3. Klasse im „S13“

Der „S14“ kommt in 9 Einheiten, von denen aber nur 3 bis Ende 2019 aus China ausgeliefert wurden. Dieser moderne Luxuszug revolutioniert das Bahnfahren in Sri Lanka. Dieser Zug verfügt über 8 Wagen, davon zwei 1. Klasse, drei 2. Klasse und vier 3. Klasse. Alle sind reservierungspflichtig und ein besonderer Fahrpreis wird erhoben. Alle Wagen verfügen über Digitalanzeigen und Musik.

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2. Klasse im „S14“

Lokbespannte Züge verfügen über 2. und 3. Klasse Wagen neuerer Bauart plus in einigen Fällen über Panoramawagen mit großen Fenstern und Wagen privater Anbieter. Sie sind wegen der kleineren Fenster die schlechtesten Züge im Netz.

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Panoramawagen

Im Nahverkehr werden Züge der „E“ Klasse mit Holzsitzen angeboten.

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E-Klasse im Nahverkehr von Kandy

Die Edmondson Fahrkarten werden stets für alle nicht reservierten Plätze der 2. und 3. Klasse ausgestellt. Lila farbene Fahrkarten gelten für Expresszüge, gelbe Fahrkarten für die ICE´s. 100 km Bahnfahren kostet in der 3. Klasse zwischen EUR 0,50 bis 075, in der 2. Klasse ca. 1 Euro. Eine Fahrt von Colombo Fort nach Anuradhapura (207 km) kostet in der 3 Klasse im ICE EUR 1,80.

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Edmondson Fahrkartenausgabe in Hatton

Für reservierungspflichtige Fahrkarten werden computerbedruckte Papiertickets ausgestellt. Der Fahrpreis ist häufig eine Flatrate, die bei EUR 3 bis 5 in der 2. Klasse und bei EUR 5 bis 8 in der 1. Klasse liegt.

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Edmondson Fahrkarten

Die Fahrkartenschalter in den Bahnhöfen sind getrennt für reservierungspflichtige Plätze der 1. und 2. Klasse(computergestützte Ausgabe) , 2. und 3. Klasse mit Edmondson Fahrkarten. In großen Bahnhöfen wie Colombo Fort, Maradana und Kandy gibt es verschiedene Schalter für unterschiedliche Ziele.

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Treppen im Bahnhof Colombo Fort

Die Bahnhöfe stammen aus der britischen Kolonialzeit. Sie für sich sind einzigartige Museumsstücke und werden sehr gepflegt. Rolltreppen gibt es keine. Zumindest hat der Bahnhof in Colombo Fort bereits eine Digitalanzeige. Gepäckaufbewahrung kostet EUR 0,15.

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„S14“ im Bahnhof Ella

Bahnfahren auf Sri Lanka ist extrem preiswert und macht sehr viel Spass. Die Bahn verbindet viele interessante Ziele. Die Fahrgäste sind sehr kommunikativ. Selbst die 3. Klasse ist wegen der neuen Sitze komfortabel. Kein Fernzug ist älter als 10 Jahre. Die Züge sind sauber und wirken gepflegt. Die 1. Klasse ist wegen der Isolationsfenster nur mit Einschränkung zu empfehlen. Man sieht viel mehr in den anderen Klassen. Die „12“, S13″ und „S14“ haben sehr große Fenster. Mit dem Panoramwagen bin ich nicht gefahren, weil er reservierungspflichtig ist und nur in wenigen Zügen angeboten wird.

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Buffet im „S12“ in der 3. Klasse

 

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