Bahnfahren in Indien: Willkommen im groessten Eisenbahnnetz weltweit!

dsc00402Den Briten sei Dank, dass es in Indien so viele Eisenbahnstrecken und Zuege gibt. Das Eisenbahnnetz bringt Dich fast ueberall hin. Die Sitz- und Liegewagenplaetze kannst Du bis zu 4 Monate im voraus online buchen und Dein Ticket zu hause ausdrucken. Die Bahnhoefe sind sauber und nicht chaotisch. Es existiert ein gut ausgekluegeltes und standardisiertes System. Fuer die aus bis zu 24 Reisezugwagen bestehenden Zuege werden digitale Wagenstandanzeiger mit Zug- und Wagennummer am Bahnsteig und auf Wagenhoehe eingesetzt.

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unklimatisierter Sitzwagen im „Bangalore – Mysore“ Express

Suche auf Google nach Portalen, die Dir erklaeren, wie Du ein persoenliches Profil bei der indischen Eisenbahngesellschaft anlegen kannst. Ueber weitere Plattformen wie „Cleartrip“ kannst Du dann bis zu 6 Zugfahrten pro Monat fuer Dich und Deine Mitreisenden buchen. Somit benoetigt nur eine Person aus Deiner Reisegruppe einen Profilzugang.

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Zugkreuzung in Thivim, Goa: dieser Güterzug muss auf den Jan Shatabdi Express, der in Kürze nach Mumbai-Dadar fährt, warten

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„AC Chair Car“ im Jan Shatabdi Express zwischen Mumbai-Dadar und Aurangabad. Die Sitze bieten viel Beinfreiheit!

Fuer Europaer sind nur die klimatisierten Wagenkategorien „HA1“ (Liegewagen Abteil, 10 Liegeplaetze in 3 Abteilen pro Zug), „A1“ (Kajuetenliegewagen mit 6 Liegeplaetzen pro Kojenabschnitt, Vorhaenge), „B2“ (Kajuetenliegewagen mit 8 Liegeplaetzen pro Kojenabschnitt, keine Vorhaenge, keine Privatsphaere), empfehlenswert. Die Kategorie „Sleeper“ verfuegt ueber keine Klimaanlage. Es gibt weder Bettzeug noch Vorhaenge. Die Kategorien „HA1“ und „A1“ verfuegen ueber westliche Toiletten und Toilettenpapier. Die Kategorie „HA1“ verfuegt ueber bessere Bettdecken und Stoffhandtuecher im Vergleich zu „A1“ und „B2“.

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Ein „HA1“ Wagen mit 3 Abteilen der 1. Klasse und Kajüten Unterkünften mit Vorhängen der 2. klimatisierten Wagenklasse

Tageszuege bieten die Wagenklassen „CC“(Sitzwagen mit Klimaanlage) und „GEN“ (einfache Sitzwagen, eng bestuhlt und unbequem) an. Die Wagenklasse „CC“ ist absolut akzeptabel und bietet gute Beinfreiheit. Eigenes Toilettenpapier mitbringen.

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unklimatisierter Schlafwagen (für unser Reisegefühl nicht empfehlenswert)

Auf einigen Strecken (nicht nach Goa und Kerala) verkehren klimatisierte Luxuszuege. Du wirst als Tourist in Suedindien jedoch weniger mit ihnen reisen, weil sie eher nicht auf den fuer Touristen interessanten Routen verkehren. Das im Zug angebotene Essen besser nicht verzehren, wenn Du eine Durchfallerkrankung vermeiden willst. Nur industriell Verpacktes und geschlossene Softdrinks einnehmen. Keine Lassies, kein Kaffee, kein Tee!

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abfahrbereite Diesellok, die 24 Wagons zieht im Bahnhof von Handipur

Der meist aus 24 Wagons bestehende Zug hat i.d.R. folgende Wagenreihung: Wagon fuer Behinderte, alleinreisende Frauen, Frauen mit Kleinkindern! Dahinter folgen: „HA1“, „A1 & A2, B1, B2 & B3, S15 bis S1, GEN. An den ca. 500 Meter langen Bahnsteigen werden auf Digitalanzeigen im Wechsel die 5 stellige Zugnummer und die Wagennummer im Wechsel und stets auf Wagenhoehe  angezeigt. Begebe Dich also rechtzeitig um Haltepunkt Deines Wagons.

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Zugkreuzung westlich von Hospet Junction. Sehr viel Geduld ist auf eingleisigen Bahnstrecken angesagt!

Alle Zuege verfuegen ueber Steckdosen zum Aufladen Deines Handys.

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6-achsiger Diesel-Kraftprotz. Zieht alleine auf ebenen Strecken bis zu 24 Reisezugwagen bei bis zu 110 km / h

Wir sind ausschlieslich mit der Kategorie „HA1“ und „CC“ gefahren. Im Wagen „HA1“ befinden sich nur 3 Abteile mit insgesamt 10 Liegeplaetzen. Der Rest sind Kajuetenunterkuenfte „A1“. Das bedeutet, dass ein Nachtzug mit ca. 1500 Plaetzen, nur 10 Plaetze der Luxuskategorie anbietet. Daher musst Du fruehzeitig online buchen.

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Ein DMU Nahverkehrstriebwagen der auf der Konkan Railway in Goa 2x täglich je Richtung fährt. Aufgenommen im Bahnhof von Old Goa.

Wenn man bedenkt, wie weit weg die Flughaefen von den Innenstaedten entfernt liegen und was die Taxikosten zum und vom Airport ausmachen, so lohnt sich die Nachtzugfahrt allemal. Die Wagen „HA1“ sind gut und fahren ruhig. Sie sind relativ sauber und gepflegt. Auch Flugfenbusse kosten im Schnitt 4 Euro pro Fahrt und fahren tlw. selten. In Mumbai hilft Dir nur ein Taxi. Die S-Bahn sollte auch tagsueber mit Reisegepaeck nicht benutzt werden, weil stets chaotische Zustaende.

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manuell betriebener Wagenstandanzeiger im Bahnhof von Karmali (Old Goa)

Bahnfahren in Indien macht Spass! Die Bahnhoefe machen einen guten Eindruck und die Zuege in hochwertigen Buchungsklassen sind akzeptabel. Wir trafen einige Reisegruppen an. Wenn Du einen Standard wie in Deutschland suchst, dann solltest Du ueberlegen, ob Du die Variante „Flug“ und „Uber“ Taxi besser bevorzugst.Kostet aber auch mehr! An den Flughaefen stehen Komforttaxen mit englischsprachigen Fahrern bereit, sie sind aber auch teurer als Standardtaxen.

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Schlafwagen eines „Rajdhani Express“ Luxus Nachtzugs mit ausschliesslich klimatisierten Wagons in der Zugabstellanlage Hauptbahnhof Bangalore am Ausgang der Metro Station

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links ein EMU für den Nahverkehr in Bangalore, rechts eine E-Lok für den Chennai – Bangalore Express

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Gleise 9 und 10 im Hauptbahnhof von Bangalore

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Eingang zum Reisezentrum im Bangalore Hauptbahnhof, ganz rechts eine moderne Digitalanzeige für abfahrende Züge mit Zugnummer, Fahrtziel und Bahnsteignummer

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Jan Shatabdi Express in Nasik Road

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