Mumbai erleben: Willkommen in Indiens größter Metropole

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Taj Mahal Hotel

60 % der ca. 22 Millionen Einwohner von Mumbai leben in Slums. Der Gößte von ihnen heißt „Dharavi“ (1,2 Millionen Menschen auf 2,2 km2). Mumbai verfügt über ein riesiges S-Bahnnetz, in dem ca. 2000 Menschen jährlich zu Tode kommen. Nördlich des Mithi River liegt das moderne Mumbai mit seinen Dienstleistungen und vielen teuren Hotels und dem Flughafen. Südlich dieses Flusses befinden sich die für Touristen interessanten Stadtteile wie Colaba, Fort-District und 2 große Bahnhöfe. Besonders im Süden auf der Halbinsel fällt auf, wie chaotisch die Stadt ist. Aber das zieht die Boheme, Künstler und Schauspieler an und macht Mumbai so prickelnd.

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Vor dem Prince of Wales Museum

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Slum am Badhwar Park

Die größte Attraktion Mumbais bilden mittlerweile die geführten Slumtouren. Dabei handelt es sich um eine umfangreiche Stadtrundfahrt, auf der mehrere Slums besucht werden. Besonders interessant ist ein kleinerer Slum in der Nähe des Backbay Bus Depots in Colaba und die dortige Großwäscherei. Die gilt es zu besichtigen.

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Die Wäscherei im Backbay Depot Slum

Ein weiterer Slum kann nur ein wenig weiter nördlich besichtigt werden, direkt gegenüber dem Badhwar Park. Hier sollen die Terroristen, die 2008 die Anschläge auf touristische Einrichtungen verübt haben, an Land gegangen sein.

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Hängende Toiletten

Aber da ist ja auch der „Dharavi“ Slum unweit des S-Bahnhofs Mahim Junction. In dieses Slum hat es ca. 20.000 Klein- und Handwerksbetriebe. Es gibt wenig Analphabeten, die Kids gehen zur Schule. Ein 4 stöckiges Ziegelsteinhaus kostet ca. EUR 70.000, also recht teuer. Die Lebenserwartung liegt zwischen 45 und 50 Jahren.

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Die Kloake

Angst hatten wir nicht im Slum. Während unser Guide sein Auto holte, besuchten wir die „Hängenden Toiletten“, eine Einrichtung, wo Fäkalien im Fluss entsorgt werden. Die Menschen im Slum sind nicht anders als anderswo. Schlimmer geht´s den Nomaden, die auf der Strasse leben.

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Ton-Manufaktur

Im Slum geht man arbeiten! Wir besichtigten eine Bäckerei, eine Ton-Manufaktur und einen Recyclinghof für Plastikflaschen. Kriminalität ist offensichtlich niedrig. Drogenhandel wie in Rio eher Fehlanzeige. Morde werden weitestgehendst aufgeklärt. Somit unterscheiden sich Mumbais Slums deutlich von einer Favela in Brasilien.

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Die Menschen im Slum machten einen zufriedenen Eindruck! Gestunken hat es am Fluss, aber in vielen Gassen des Slums nicht. Und an der Fussgängerstrasse unter dem Skyway, der zum Bahnhof führt, war mächtig viel los.

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Der Skyway zur S-Bahn über dem Slum

An der Strecke zwischen den Slums und in der Nähe des Marine Drive und des Opernhauses befindet sich das Mahatma Gandhi Museum. Eindrucksvoll läßt man in zahlreichen Vitrinen sein Leben Revue passieren.

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Mahatma Gandhi

Am Marine Drive gegenüber dem Chowpatty Strand kann man hervorragend Essen gehen. Man fährt mit allen S-Bahnen 2 Station ab Churchgate.

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Das Thali Mekka „Revival“ an der Marine Drive

Wir wohnten im „Residency Hotel Fort“, einem gehobenen Backpacker Hotel, in dem auch Reisegruppen absteigen. Einheimische sieht man hier eher weniger. Das Frühstück ist westlich. Ein Zimmer kostet EUR 70 inklusive eines großen Frühstückbuffets. Für diesen eher stolzen Preis erfüllt das Hotelpersonal die Funktion einer Touristeninformation mit. Jeder Wunsch, wie Touristeninfo, Stadtrundfahrten buchen, Friseurtermin, alles wird besorgt.

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Vom Residency Hotel kann man viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Zum sogenannten „Prince of Wales“ Museum läuft man 10 Minuten, zum Gateaway of India und zum „Taj Mahal Palace“ Hotel 15 Minuten.

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Rajabai Clock Tower

Stadtrundfahrten werden in Mumbai in speziellen für Touristen eingerichteten „Weißen Taxis“, die etwas besser als normale Taxen sind, angeboten. Somit ist die Stadtrundfahrt immer privat. 5 Stunden kosten EUR 50 und bis zu 4 Leute können mitfahren. Vorsicht vor Schleppern am „Gateaway of India“! Tip: Stadtrundfahrt 24 Stunden im Voraus im Hotel buchen.

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Colaba Cafe

Das „Leopold Cafe“ ist eine absolute Touristenfalle. Seit dem Bombenanschlag von 2008 wurde dieser Touristenpub und Sportsbar weltberühmt. Für einen recht hohen Preis bekommst Du schlechten Service! Viel besser ist da das „Colaba Cafe“ in der Nähe des Gateaway of India. Der Kuchen und die Torten sind super und kosten viel weniger als im benachbarten Taj Mahal Hotel.

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Prince of Wales Museum

Im Park des sogenannten „Prince of Wales“ Museum gab es Anfang Januar 2017 ein Opernfestival im Rahmen einer Kammeroper. Die 3 Aufführungen waren kostenfrei und wurden von jungen Schauspielern aus Karnataka augfeführt. Das war wirklich ein Erlebnis! Praktisch keine Touristen aber viele Inder in feiner Abendgarderobe.

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Kammeroper im Park des Prince of Wales Museum

Direkt nebenan von diesem bedeutendsten Museum Mumbais befindet sich die „Jehangir Art Gallery“. Die 3 Säle kann man kostenfrei besuchen. Achtung: Auch die Treppe auf die Dachterasse hochgehen. Oben hatte es eine tolle Photoausstellung zu Impressionen aus Hampi.

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Gateaway of India

Gegenüber der Art Gallery findet man das Restaurant „Khyber“, eines der besten Gourmettempel für indische Küche der Stadt. Es gibt große Hauptgänge, die man teilen kann. Wenn man auf Alkohol verzichtet, dann gehen die Preise. Ein kleines Bier kostet EUR 5, eine Flasche Wein EUR 50.

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Britisches Empire läßt grüssen

Mit Ashok Leyland Doppeldeckerbussen kann man Churchgate, Colaba und Fort im Oberdeck bestens erkunden und tolle Schnappschüsse von den Gebäuden aus der Zeit des „British Empire“ machen. Seit den Bombenanschlägen von 2008 darf man in viele Gebäude nicht mehr rein. Den alten „Windsor Bahnhof“ darf man betreten. Seine äußere Pracht ist im Inneren leider Fehlanzeige.

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Kinder Akrobatic im Fort District

Nördlich des Flusses sind die Konzerne zuhause. Hier fährt Mumbais bisher einzige Metrolinie auf Stelzen. An Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht viel, mal abgesehen von dem Iskcon-Tempel des Krishna Bewusstseins. Hotels, Shopping Malls, moderne Wohnviertel und einen langen Strand (ohne Cafes), das findet man hier. Der Stadtteil wird durch eine 8 spurige Autobahn zerschnitten. Diese verbindet auch den Süden von Mumbai mit dem Norden. Weils im Süden kein Platz für eine Autobahn gibt, hat man sie ins Meer gebaut.

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Obdachlose nebenan zum Khyber Restaurant

Du wirst hier wahrscheinlich Deine erste bzw. letzte Nacht in Mumbau verbringen. Die meisten Flüge aus Europa kommen gegen Mitternacht an. Bis Du die strengen Einreisekontrollen an einem der modernsten Flughäfen weltweit passiert hast, kann es 2 Uhr morgens sein. Das „Panda Backpacker“ an der Chakala Metro Station bildet eine gute Möglichkeit, die erste Nacht zu verbringen. Erreichen kannst Du es mit einer Autorikscha vom Flughafen. Du mußt Dich im Flughafen durchfragen, weil die Autorikschas in einem versteckten Bereich stehen. Du mußt vorher reservieren, das familiäre Hostel ist immer voll.

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Iskcon Tempel im Norden Mumbais

In Mumbai hat es Indiens größtes S-Bahnsystem. Die 12 teiligen „Rakes“ sind neu, aber immer voll und die Türen lassen sich nicht schliessen. Ohne Gepäck kannst Du ausserhalb des Berufsverkehrs damit fahren. Theoretisch kann man auch Schwarzfahren, ich habe nie eine Kontrolle erlebt. Die Fahrkarten kosten fast Nichts, aber Du mußt Dich am Schalter anstellen, und das kann dauern. Die Metro ist super, modern, klimatisiert und sauber. Sie kostet ein Vielfaches gegenüber der S-Bahn. Es gibt Sicherheitskontrollen und Dein Gepäck wird durchleuchtet. Eine weitere komplett unterirdische Linie von Colaba ins hippe Bandra ist im Bau.

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Inneneinrichtung einer modernen S-Bahn

Eine Taxifahrt zum Flughafen kostet von Colaba ca. 9 Euro plus die Autobahngebühr. Die Strecke ist ca. 30 km lang. Sonntags dauert es weniger als eine Stunde, weil die Autobahn frei ist und viele sich die Autobahngebühr nicht leisten wollen. Vom Flughafen kosten die Prepaid Taxen mehr. Autorikschas sind südlich des Mithi River verboten. Eine Fahrt mit Gepäck ist in der Metro problemlos, hingegen in der S-Bahn nicht empfehlenswert.

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sonntags am Strand

Mumbai ist eine kosmopolitische Weltstadt, die Tradition und westliches Leben in Parallelwelten bietet. Sie ist für indische Verhältnisse teuer! Mondänes Nachtleben mag es wohl geben, aber viele Backpacker geben dafür Goa den Vorzug. Zumal schick Ausgehen in Mumbai sehr teuer ist. Auch „Essen Gehen“ kann in Mumbai kostspielig werden. Taxifahren kostet in Mumbai mehr als anderswo. Autorikschas sind aus den touristischen Stadtteilen verbannt worden. Die Hotels rund um den gigantischen Flughafen sind alles andere als preiswert. In Colaba findest Du aber noch zahlreiche Absteigen für Backpacker.

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und Tschüss: auf dem Weg zum Flughafen

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