Dank der Pandemie und des Lockdowns erfinden sich die Dörfer rund um den Atitlansee neu! Sie nutzen den Neustart um Vieles zu verändern bzw. anders zu machen, im Vergleich zu früher.

In San Pedro la Laguna und anderswo stellt man sich definitiv neu auf. Der Tourismus erfährt Veränderung total!

Die Spanischschulen: Wer sich nicht verändert, der geht unter! Das gilt insbesondere für die Spanischschulen im Dorf. Viele gingen Pleite, einige überlebten und neue wurden eröffnet.
Was ist heute anders als früher:
- Der Anspruch und die Anforderungen an die Lehrer steigen
- Völlig überarbeitetes Programm der Aktivitäten
- Sanierung des Schulcampus
- Moderner Internetauftritt
- Pausensnacks
- Präsentation & Graduation
- Schulmaterial
- Schulzertifikat
Wer daran nicht gearbeitet hat, wird wohl kaum überleben. Die Ansprüche steigen massiv an! Die Situation der Spanischschulen am See vor 10 Jahren gilt heutzutage als angestaubt.

Bildungsurlaub und Prüfungen Dele:
Nur die CSA (Christian Spanish Academy) in Antigua gibt Dir die Möglichkeit Bildungsurlaub in Deutschland zu nehmen. Diese Schule ist Teil von CERVANTES in Spanien und wird in Deutschland als Bildungseinrichtung anerkannt. CSA bereitet Dich auf das DELE Examen vor und führt dieses auch durch.
CSA nimmt Schulgebühren, die sich nach Faktoren der Stufen A1 bis C2 richten. Ebenso spielt Dein Alter , z.B. Schüler, Erwachsener und Deine Nationalität eine Rolle.
Alle anderen Spanischschulen in Guatemala qualifizieren sich nicht für Bildungsurlaub und nehmen das DELE Examen nicht ab.
Hostels für Backpacker: Viele erfinden sich neu. Der Weg tendiert hin zum Hybridhostel! Hostels treten modern auf und der Internetauftritt ist mit entscheidend für ein Erfolgsmodell.

Die beiden großen Hostels in Santa Cruz gelten als die „Renner“ am See.

Hostels verdienen an der Bar, Restaurant und Dienstleistungen wie Aktivitäten.

Air B&B‘s: Eine neue Form der Beherbergung von Touristen. Es entstehen sehr viele neue Villen und Apartments, auch mit Pool, Sauna und mehr.

Digitalnomaden: kommen immer mehr an den See. Das Internet ist dank Fieberglas gut! Hier lässt es sich gut arbeiten und Du triffst auf Gleichgesinnte!

Nachtleben: Wie immer, es existiert! Sportsbar Lounges eröffnen. Das legendäre Sublime lebt! Neue kreativ gestaltete Cafés und Restaurants öffnen.

Drogen: Werden durch Taxifahrer und Geschäfte rund um den Panajachel Pier vermarktet. Maria verkauft jetzt auch MUSHROOMS!

Extremsport: nimmt stark zu! Paraglyding und ATV Touren werden jetzt angeboten. Immer mehr Fitnessstudios öffnen. Motor-Wassersport ist stark im Kommen. Pferdeausritte werden seltener, weil zu wenig adrenalingetrieben.
Leben bei Gastfamilien: wird über die Spanischschulen angeboten. Der Trend geht hin zu Unterkünften mit privatem Bad, schnellem Internet und abwechslungsreichen Mahlzeiten.
Sicherheit: hat sich in Guatemala offensichtlich stark verbessert. Der Tourismus nimmt zu. Es gibt nach wie vor viel Armut aber es gibt Bereiche, wo sich die Situation erheblich verbessert hat.

LGBTIQ+: wird immer sichtbarer am Atitlansee. Ja es gibt ein queeres Café in San Pedro la Laguna. Einen kleinen CSD gibt es ebenso.
Kunsthandwerk und Handel: nimmt extrem stark zu. Besonders sichtbar in San Juan la Laguna.

Transport: Große Reisebusse passen nicht durch die Straßen. Hühnerbusse sind relativ kurz und passen durch die engen Gassen der Dörfer. Traveller nutzen verstärkt die Shuttlevans, obwohl die Fahrpreise als recht teuer gelten.

Der Flughafen La Aurora wird zunehmend von Billigairlines angesteuert. Neu sind Länder wie Kolumbien und die Dominikanische Republik, die jetzt Nonstop angeflogen werden.
Spiritualität: wird nach San Marcos zurückgedrängt. In San Pedro wird das immer weniger gesucht. Die Menschen in San Marcos werden als Hippies gesehen und man hat mit ihnen nur wenig gemeinsam. In San Pedro treffe ich kaum noch Veganer an.

Lebenshaltungskosten: Sind in den letzten 4 Jahren um mindestens 40 % gestiegen. Sprachschule plus Homestay kosten jetzt US Dollar 305 statt Dollar 225 für 15 Wochenstunden Unterricht im Vergleich zu 2022. Ein Gallo Bier kostet 25 statt 15 Quetzales.
Taxifahrer deuten darauf hin, dass die bekannten Fahrpreise nur für Einheimische gelten und für Ausländer höhere Preise verlangt werden.
Eine Busfahrt im Hühnerbus kostet von San Pedro nach Guatemala Stadt jetzt Quetzales 75 statt wie früher 45. Der Flughafenshuttle schlägt mit Quetzales 250 zu Buche!
Ich erfahre und erlebe, wie sich hier Vieles verändert hat. Der Kommerz schlägt voll zu! Viele Backpacker sind sehr Mainstream in ihrem Auftreten und konsumorientiert. Man nimmt die angebotenen Shuttles. Reisen im Hühnerbus gilt als uncool.

Eine große Zielgruppe innerhalb der Backpackerszene bilden Ultras der Fußballclubs ab. Sie kleben überall und grenzen ihr Territorium ab. Sie gelten als konsumfreudig und lehnen alternatives Leben ab. Drogen und Alkohol bilden Teil des Reisens ab.
Immer mehr Traveller wohnen in Air B&B‘s. Diese eignen sich insbesondere für Gruppen. In den Air B&B‘s lassen sich Drogen ungestört konsumieren.
Für Digitalnomaden sind Air B&B‘s essenziell!
Ich komme seit 14 Jahren an den See. Es hat sich sehr verändert. Im Jahr 2011 herrschten vorwiegend alternative Lebensverhätnisse. Das ist jetzt anders. Ein Indikator dafür sind durchgestylte Restaurants und die neuen Air B&B‘s!
Hippieleben wird zunehmend abgelehnt! Wer das sucht, der soll sich nach San Marcos zurückziehen. Die schicken Hybridhostels bieten kollektives Saufen an und wollen Geld verdienen.

In San Juan la Laguna wurde eine Fußgängerzone eingerichtet. Dort wird Kunsthandwerk verkauft.

Traveller, die hier her kommen sind jung. Du triffst so etwas in Pei in Thailand an. In Ubud auf Bali sind die Reisenden eher etwas älter.

Die Mehrzahl der Studenten in der Spanischschule sind unter 30 Jahre alt. Im Mr. Mullets Partyhostel und im FREE CERVEZA Hostel liegt das Durchschnittsalter deutlich unter 25 Jahre.

San Pedro erscheint immer noch schmuddelig am Pier. Hingegen wirkt San Juan sauber und aufgeräumt. Nach Panajachel reisen eher Einheimische an den Wochenenden.

San Marcus gilt als FAKE! Spiritualität und Meditation gelten als Marke, mit der man Geld verdienen will.

Die persönliche Atmosphäre, die ich von früher kenne, ist gewichen. Einerseits werden die Traveller immer jünger, andererseits ich immer älter. Was das Nachtleben betrifft, so kann ich nicht mehr so gut mithalten! Meinen Drogenkonsum habe ich reduziert und Koks verträgt mein Herz nicht mehr.

Was Extremsport betrifft, so kann ich nicht mehr so gut mithalten. Den Atzetenango Vulkan schaffe ich nicht mehr zu Fuß.

Einige Ausländer, die hier lebten, sind verstorben! Deren Business wurde verkauft. Andere Anwesen stehen leer, weil die Betreiber aufgeben mussten.

Eine neue Generation von Ausländern lässt sich hier nieder. Die sind völlig anders drauf, als die, die ich von früher her kenne.

Sprich: Die Dörfer am See sprechen ein hedonistisches Volk bis 30 an. Ausnahmen bestätigen die Regel. Für Rentner ist das hier eher weniger geeignet!
Staatliche Investionen:
Das Dorf San Juan la Laguna wurde in den letzten 3 Jahren stark aufgehübscht! Fußgängerzone, Kunsthandwerk, Showrooms, Wandmalerei! Das hat Erfolg und bringt neuen Tourismus.
Alle wichtigen Straßen tragen jetzt neuen Asphalt. Die Bootsanleger wurden erneuert.

Der Flughafen La Aurora steht vor einer weiteren Ausbaustufe, um zukünftig bis zu 10 Millionen Passagiere jährlich meistern zu können.
Ausländer, die hier leben:
Aktuell findet ein Generationenwechsel statt. Etliche Expats sind in letzter Zeit verstorben. Das drückt sich in einigen jetzt geschlossenen touristischen Einrichtungen aus, die sich unweit des Santiago Piers befinden.
Im südlichen San Pedro gibt es mindestens 30 von Ausländern neu gebaute Objekte. Neben Rentnern sieht man hier auch junge Familien mit Kindern.
San Marcos hat wohl seinen Zenit überschritten. Vieles wird als Fake angesehen und die New Age Community, die ernsthaft dabei sein will, sucht sich alternative Wege.
Wie komme ich mir vor, hier mit knapp 68 Jahren abzusteigen?
Ich lebe bei Kina, einer Gastgeberfamilie, die ich das 5. Mal aufsuche. Vermittelt wurde mir der Homestay durch die Spanischschule.
Neben mir wohnen dort Anna, 30 Jahre, verheiratet, Lehrerin, und Sven, 24 Jahre, Student.
Die 2 plus eine weitere 30 jährige Schülerin, Ärztin, unternehmen viel zusammen. Sie lernten sich hier kennen und passen gut zusammen. Es ist aber offensichtlich, dass sie mit einem alten Dackel wie mich, weniger Interesse zur Freizeitgestaltung haben.
Ein gemeinsames Homestay bei einer Gastfamilie bedeutet nicht zwangsläufig, Freizeit gemeinsam zu gestalten.
Ich muss daher lernen, mich damit abzufinden, dass ich nicht mehr so richtig hierher passe, zumal es Wochen gibt, wo kaum Ältere die Schule besuchen.
Die Schule eignete sich zurückliegend gut für mich, wenn es über 40 jährige hier hatte.
Es ist das erste Mal für mich hier, wo ich keine harten Drogen konsumiere. Daher bin ich auch weniger in der Partyszene unterwegs. Und ich sehe Dinge anders!
Selbstverständlich mache ich Fotos mit der Gastgeberfamilie. Ich fragte aber auch die beiden anderen Studenten wegen eines Gruppenphotos, welches ich in diesem Blog veröffentlichen will. Ich nannte den Titel und sie lehnten beide ab.
Ich sprach zurückliegend mit Freunden darüber, hierher zu kommen und die Schule zu besuchen. Das haben meine Freunde abgelehnt. Einer von ihnen besuchte in Valencia eine Spanischschule mit Gruppenunterricht. Er mietete ein Arpartment, weil er sich gerne auch mal zurückziehen wollte.
Der junge Holländer, der hier bei der Gastgeberfamilie wohnt, erwähnte explizit, dass er nicht jedem daheim erzählt, dass er in Guatemala Spanisch Unterricht nimmt. .. und das hat seinen Grund!

Ein Homestay mit Familie wäre sicherlich ok für ihn, aber ggf. mit Mahlzeiten nur mit der Gastgeberfamilie, aber nicht zwingend mit allen Studenten zusammen. Sprich , er will mehr selbstbestimmt sein.
Ich treffe hier auch Studierende an, die kein Homestay buchen. … und das hat Gründe!

Sauf- und Drogentourismus plus Junggesellenabschiede:
Ja das gibt es hier viel! Letzteres mehr mit Besuchern aus den USA.
Während des Zipplining traf ich auf 5 Männer aus den USA, ca. 30 Jahre alt, die hier so richtig die Sau raus lassen. Der Titel meines Blogeintrags ist Programm. Ein solches Verhalten treffe ich bei keinem Schüler der Schule an.
Pub Crawl und ein wöchentlicher Tagesbootsausflug mit Saufgelage bietet das Mr. Mullets Partyhostel an.
Ich höre zum ersten Mal von Travellern mit Kolonialherrenverhalten, dass sie sich wünschen, wenn es Prostituierte hier geben würde. Aber so versaut ist das Dorf noch nicht!
Dann besuchte ich Hans in seinem Mini Brauhaus und Hostel in Jaibalito la Laguna. Er ist ein Uraltfreak aus Schwaben, 65 Jahre alt, Single, langer Bart. Seine Gäste sind meistens Gringos im Rentenalter und definitiv Aussteiger aus unserer Gesellschaft.
Ich beschrieb Anna meine Etlebnisse in dem Hostel und Brauhaus von Hans. Sie machte mir klar, dass sie damit nichts anfangen kann.
Stattdessen fragte sie mich, wo sie nächstes Jahr Urlaub mit ihrer Mutter machen kann. Ich nannte Griechenland, Dominikanische Republik, Kroatien und Costa Rica. Aber keine Freak- und Aussteigermekkas!
Der Mix mit der einheimischen Bevölkerung:

San Pedro la Laguna hat jetzt knapp 20.000 Einwohner. Im Oberdorf weht ein anderer Wind. Dort halten sich nur wenige Ausländer auf. Die Shuttle Vans starten stets in Gringotenango. Wir leben ja in getrennten Welten!

Die Geschäfte hier oben und die kleinen Imbisse werden von Einheimischen aufgesucht. Ich gehe hier her zum Friseur. Und sie macht es sehr gut!
Jetzt war 10 Tage Kirmes. Diese wird von der lokalen Bevölkerung, die zu 95 % indigenen ist, besucht. Es spielen große Bands hier. Touristen interessieren sich weniger für diese Kirchweih.

Armut spielt eine große Rolle hier. Diese ist im Oberdorf deutlich sichtbar. Kinder werden zum Betteln nach Gringotenanga (Unterdorf am See) geschickt. Touristen kommen nur wenig mit den Einheimischen in Berührung.
Die Kultur der Ausländer ist anders geprägt als die der indigenen Maya Kultur! Viele Ausländer, die hier dauerhaft leben, führen Hunde an der Leine. Das machen Einheimische eher selten. Hunde sind Straßen Vierbeiner! Und davon gibt es sehr viele hier!
Am Wochenende dominieren die reichen Wochenendurlauber aus der 178 km entfernten Hauptstadt. Auf dem Boulevard in San Juan prägen die Hauptstädter das Bild der Läden und handwerklichen Demonstrationen. Dann wimmelt es nur so von den vielen Booten auf dem See, die die Urlauber hin und her bringen. Der Atitlansee gilt als wichtigstes Wochenend Ferienziel für Einheimische und Panajachel ist nur 2,5 Stunden mit dem Auto von Guatemala Stadt entfernt.
