Tansania nach dem Motto „Wenn ich einmal reich wäre“!

Im November 2024 reiste ich mit einer Verwandten, die nicht unbedingt auf ihre Ausgaben achten muß. Somit gestaltete sich meine Reise mal etwas anders. Nur 18 Tage Reisedauer gekennzeichnet durch Business Class Flug, komfortable Unterkünfte, edle Restaurants und nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“!

Tansania ist kein klassisches Land für Backpacker und Traveller. Auf die Insel Sansibar pilgern gerne die Schönen und Reichen die Luxus gepaart mit Exotik lieben. Deinen Strandurlaub kannst Du durch luxuriöse Safaris ab dem nur eine Flugstunde von Sansibar entfernten Arusha geniessen. Genau das macht das Besondere an Tansania aus: Strand auf Sansibar und Luxuslodges, die Big Five und majestätische Vulkane in der Region Arusha.

Ngare Seru Mountain Lodge

Backpacker wird man sicherlich in Tansania antreffen, jedoch fühle ich mich wohler in Kenia und Uganda, wenn ich diese Form des Reisens bevorzuge. Traveller, die wir angetroffen haben, waren eher ab 30 Jahre alt und gönnten sich teure Abenteuer, wie Kilimanjaro erklimmen plus eine Safari.

Budgetseitig gaben wir im Schnitt EUR 300 pro Person und Tag aus. Unterkünfte kosteten uns ca. EUR 100 bis EUR 350 pro Tag (pro Zimmer). Ein Abendessen schlug mit EUR 80 bis EUR 150 für 2 Personen zu buche. Wir nutzten für unser Fortkommen Autos mit Fahrer.

Ich muß sagen, das hier war ein Urlaub oder Reise, wie ich sie noch nicht unternommen habe. Vorteil ist, ich reise im Luxus und gönne mir alles, was ich haben möchte. Ich gehe nur in die besten Restaurants und wohne in gestylten Unterkünften. Den Flug ab Frankfurt nach Sansibar genoß ich in der brandneuen Condor Business Class.

Nachteilig ist, daß ich nicht so viele interessante Leute kennenlerne. Wenn ich da meine Begegnung mit Lawrence in einem Hostel in Jinja (Uganda) im März 2024 Revue passieren lasse und das vergleiche, was ich hier an Leuten treffe, dann eröffnet sich ein gigantischer Unterschied. Hier treffen wir Unternehmer und Menschen, die in gehobenen Positionen arbeiten und auch oft etwas reifer sind. Es sind eher oberflächliche Begegnungen und nicht das, was ich als Traveller erlebe. Statt großer gemeinsamer Frühstückstisch im Hostel, so sitzen wir hier auf Distanz zu den anderen Gästen. Die Gesprächslautstärke halten wir mit Rücksicht auf die anderen niedrig.

Die meisten Reisenden, die wir treffen, machen maximal 2 Wochen Urlaub. Auch Rentner nach dem Motto „Ich kann meine Enkel nicht länger alleine lassen“! Für einen Backpacker kaum vorstellbar! Sprich: Eine völlig andere Welt im Vergleich zu meinen anderen Reisen!

Das einzige, was mit meinem Backpacking vergleichbar ist, ist das Kiffen! Sansibar ist ein Drogen- und Kifferparadies! Wenn ich mit meinem Zopf durchs Stranddorf laufe, ja dort, wo die Schwarzen leben, dann hallt es „Marijuana oder auch Kokain“! Sprich: Kiffen ist hier wie auch in den Nachbarländern weit verbreitet.

Wir reisten am 12.11.2024 von Frankfurt mit dem nagelneuen Flieger der Condor nach Sansibar. Der Streifenflieger wirbt mit seiner völlig aussergewöhnlichen Luxusklasse, die den Wettbewerb aufhorchen läßt. Betten statt enge Sitze und vorzügliche Gaumenfreuden mit edlen Weinen rundeten das Erlebnis ab. Statt Traveller sitzt neben mir ein Fabrikbesitzer vom Niederrhein.

Mit dem vom Chauffeur gefahrenen Wagen ging es nach Ankunft auf der tropischen Insel für uns nach Nungwi, einem sehr lebhaften Badeort ganz im Norden der Insel. Während der 90 minütigen Fahrt erlebten wir die Armut der einheimischen Bevölkerung hautnah. Es ist brutal, wie eine Millionen Inselbewohner hier hausen müssen und wie wir Touristen hier uns verwöhnen lassen. Die Gegensätze sind krass! Ich kann verstehen, dass da so einige sagen: Dann gehe ich lieber auf die Kanaren!

Nungwi bietet Exotik pur an: Die Schwarzen unternehmen alles, um irgendwie von den Reichen und Schönen der Welt etwas an Kleingeld zu bekommen. Sie tanzen und singen für dich am Strand! Zum Sonnenuntergang ist es rappelvoll auf dem Sand! Sie wissen, wie Entertainment funktioniert und wir geniessen es. Fürs Fotoshooting allemal geeignet.

Nungwi ist irgendwie auch bunt. Der Sundowner auf einer sogenannten „DHOW“, bildet ein absolutes Muss für deinen Sonnenuntergang. Trommler und Musiker begleiten uns für dieses Erlebnis. Kurz nach Sonnenuntergang kommen wir zurück an den Beach, der brechendvoll ist. Danach im „Sexy Fish Restuarant“ geniessen wir unser Meeresfrüchte Abendessen.

Genächtigt haben wir in den „Aluna Beach Apartments“. Der Chef von der Rezeption besorgt dir die besten Joints des Dorfes! Ansonsten eine gestylte und moderne Unterkunft. Die privaten Grossterassen mit Meerblick sind der Hammer!

Tagsüber gingen wir dann auf eine Schnorcheltour nach Mnemba Island. Die war ok, aber wirklich nichts Besonderes.

Zu erwähnen sind die sehr guten Friseure hier auf Sansibar. Sie flechten und verlängern auf Wunsch deine Haare. Das können die hier bestens! Afrikanische Flechtkunst für meinen Zopf! Was will ich mehr?

Nach 4 Tagen und vier Nächten zieht es uns nach Arusha. Mit dem kleinen Turboprop Flieger geht es an den Fuß des „Mount Meru“! Wir nächtigen in der „Ngare Sero Mountain Lodge“. Diese Lodge bildet ein Juwel für Luxusreisende! Die drei Suiten im Townhouse sind der Star hier. Der Spaß kostet aber auch EUR 350 inklusive Halbpension pro Nacht zu zweit. Hinzu kommen alle Unternehmungen und die Getränke.

Abends zelebrieren wir unser Drei-Gänge Menü! Dazu geniessen wir Weine aus Südafrika. Wir halten großzügigen Abstand zu unseren Tischnachbarn! Denn die sprechen auch deutsch. Das hier ist kein Hostel! Also man muß hier schon aufpassen, wie man sich benimmt und was man sagt! Zumindest sollte so einiges nicht das Ohr des anderen Gastes erreichen.

Auffällig ist, wie viel Personal hier rumläuft. Pro Gast hat es bestimmt drei Mitarbeiter. Zumindest wenn die Hütte nicht ausgebucht ist.

Unsere Suite verfügt über eine riesige Terasse. Diese müssen wir uns eigentlich mit der Nachbarsuite teilen. Aber die hat heute keine Gäste! Das heisst: Joint rausholen und anzünden. Der kommt noch vom Rezeptionisten des Hotels in Nungwi.

Wir nutzen den Besuch hier, um auch mal ins nahegelegene Dorf zu gehen. Wir mieten uns einen Guide, der uns alles zeigt. Wir besuchen die Grundschule. Eine wirklich interessante Führung und für die Schule lassen wir eine Spende da, damit die Unterlagen für die Jahresabschlüsse erworben werden können.

Wenn wir das Dorf sehen und die Armut und das vergleichen mit unserem Leben, dann wurmt das schon etwas! Keiner von den hier Anwesenden hat jemals unsere Lodge betreten oder von innen gesehen! Ich zumindest lasse mir hier nochmal meinen Zopf flechten.

Nach zwei Tagen lassen wir uns für unsere Vier-tägige Safari abholen. Wir treffen die anderen Teilnehmer: Zwei Japaner (Vater und Sohn) sowie zwei Kumpels aus Frankfurt, die um die 30 sind, im Berufsleben stehen und sich die Kilimanjaro Besteigung gönnen.

Wir buchten eine Gruppen Safari in einer unteren Luxuskategorie. Gehobene Safaris werden grundsätzlich nur als Privat Safari angeboten. Wir hingegen wollten das hier mit anderen machen um uns auch austauschen zu können. Für eine Privat Safari kannst Du Aufenthaltsdauer in den Lodges selbst bestimmen und es gibt keinen vorgegebenen Zeitplan. Viele ältere Urlauber mit entsprechendem Kleingeld bevorzugen das.

Zuerst ging es in den Tarangire National Park. Das ist ein Paradies für Elefanten par excellence. Es hat viele Gnus, Zebras und Büffel hier. Die große Zahl der Elefanten im Park bilden den Grund für deinen Besuch hier. Auf dem Weg zu diesem Park nahmen wir noch unsere Köchin mit. Sie lebt in einem Dorf unweit von Arusha. Sie versorgte uns zum Mittagessen und kochte abends für die beiden Jungs aus Frankfurt.

Die erste Lodge auf der Tour bot uns sehr luxuriöse Zimmer an. Das Essen hätte eine Spur besser sein können. Wir zahlten EUR 1.300 pro Person für 4 Tage und 3 Nächte Safari.

Am Folgetag ging es in den Serengeti Park. Unser Beutewunsch für die Linse waren vor allen Dingen Löwen Geparden und Leoparden. Diese bekamen wir vor die Kamera! Aber auch die riesigen Herden von Gnus und Zebras waren sehr beeindruckend. Mächtige Steinadler versüssten uns den Tag! Affen und Giraffen gab es ebenso.

Wir nächtigten in einem luxuriösen Zeltcamp mitten im Serengeti Park. Dort war das Essen ein Erlebnis. Solche Camps sind sehr populär! Viele Gäste lassen sich mit Kleinflugzeugen ab Arusha hier einfliegen. Mit eigenem Fahrer und Fahrzeug bleiben sie auch gerne etwas länger hier.

Am dritten Tag der Tour verlassen wir wieder den Serengeti Park und steuern den Ngorongoro Crater National Park an. Am Rande dieses Park schlagen wir in einem Zeltcamp unser Quartier auf. Auch dieses zählt zur Luxus Kategorie.

Am letzten Tag besuchen wir den Krater. Dort treffen wir auf ein großes Löwenrudel, welches zuvor einen mächtigen Büffel erlegt hat. Als wir eintrafen, waren die Löwen bereits gut gesättigt. Jetzt wurde es Zeit für alle weiteren fleischfressenden Tiere anzurücken. Zuerst kamen die kleinen Schakale dran. Die Löwen können diese kleinen hundeartigen Vierbeiner nicht so gut ausmachen. Danach kommen die Geier und dann noch mindestens 50 hungrige Hyänen. Ein grandioses Spektakel und eine unglaubliche Hackordnung unter den Tieren. Wehe wenn Du zu den Schwächeren gehörst!

Eine etwas kritisch zu betrachtende Aktion bilden die Besuche in den Massai Dörfern ab. Die Bewohner der Massai Dörfer und deren Oberhäupter verschleiern die Wahrheit und täuschen eine heile Welt unter den Mitbewohnern vor. Häusliche Gewalt, Beschneidungen von Frauen gegen ihren Willen, Unterdrückung, Meinungsfreiheit, psychische Folter an Familienmitgliedern scheinen bei den Massai alltäglich zu sein. Das war auch Teilnehmern unserer kleinen Reisegruppe bekannt. Daher war nicht jeder von uns bereit, sich an den US Dollar 50 zu beteiligen, die für das Fahrzeug inklusiver aller Insassen zu entrichten sind, wenn ein Massai Dorf besucht wird. Sprich, es gab Gruppenmitglieder, die im Fahrzeug geblieben sind und nichts mit den Massai zu tun haben wollten.

Zu beachten ist auch, daß nur Massai Dörfer entlang der Touristenpfade Besuch bekommen. Die Tänze und Folklore, die geboten wird, bilden eine Belustigung und Fotoshooting für uns Touristen ab, aber was da wirklich passiert und was dieses mit den Massei macht, das muß zwingendst hinterfragt werden. Ich gehe davon aus, daß nur die Familienoberhäupter in den Genuß kommen, Englisch zu lernen, denn die anderen Familienmitglieder dürfen nicht mit uns Touris sprechen. Ihnen wird befohlen, was sie zu tun haben, damit die Kasse klingelt. Und wenn wir wieder weg sind, dann mittelalterliche Zustände!

Nach der Safari verbrachten wir eine weitere Nacht in Arusha im „The African Tulip“ Hotel. Dieses Hotel gilt als das beste City Hotel der Stadt. Mit US Dollar 220 inklusive Frühstück für das Zweibett-Zimmer empfinde ich es als zu teuer. Wir haben dort indisch gegessen und es war nicht so richtig autentisch. An die Bar gesellen sich zum späteren Abend schwarzfarbige Geschäftsleute und Touristen.

Am 23. November 2024 flogen wir von Arusha zurück nach Sansibar. Unsere Herberge war das Tembo House Hotel. Dieses historische Haus wurde bestens restauriert. Ich hatte ein riesiges Zimmer in einem Stadthaus. Meine Reisebegleiterin nächtigte im historischen Flügel in einem Zimmer mit Balkon, welches aber nur halb so groß war.

Nachmittgas nahm ich ein Taxi zum Friseur und zum Wine- und Bottleshop. Die Taxifahrer verkaufen auch Marijuana und alles, was die Speisekarten für Drogen hergibt. Das Marijuana von denen war leider nicht gut!

Wir gingen in die Mercury Bar! Nicht besonders zu empfehlen, weil schmuddelig! Hingegen ist das Restaurant „Cape Town Fish Market“ recht gut und auch teuer! Es ist halt ein Touri-Schuppen in absolut exponierter Lage. Aber dort hatten wir Spaß! Das Essen war sehr gut und es hatte ausgezeichnete Weine.

Die Stonetown gliedert sich in einen touristischen Teil mit langgestreckten kleinen Gassen und vielen schönen kleinen Geschäften für Touristenartikel, Mode und Schmuck. Die Promenade zieren teure Hotels und Restaurants mit internationalem Flair.

Die Einheimischen haben auch ihre Viertel in der Stonetown und hier befindet sich der große Basar.

Am Wochenende kommen reiche Einwohner aus Daressalam hierher. Die Einheimischen kommen zum Sonnenuntergang zahlreich in die Stonetown und unweit vom Basar. Sie spielen Fussball am Strand und belustigen Touristen für ein Trinkgeld. In einem der schönen Boutique Hotels oder in einer gastronomischen Einrichtung waren sie wohl noch nie. Daher hat es in diesem Teil der Stonetown viel „Flying Food“ am Wegesrand.

Am Folgetag zog es uns nach Chumbe Island. Dieses strenge Naturschutzgebiet kannst Du für EUR 600 zu zweit für 24 Stunden besuchen. In diesem Preis sind mehrere Aktivitäten, wie Schnorcheln, Dschungelwalk und Nachtwanderung inkludiert. Ebenso alle Mahlzeiten und Bootstransfer auf die Insel.

Hurra, wir hatten die Insel für uns fast alleine! Es gab ausser uns noch einen weiteren Touristen aus der Schweiz hier plus das zahlreiche Personal!

Das Essen war hervorragend! Die Unterkünfte einfach rustkal aber hübsch. Alles 100 prozentig ökologisch angelegt. Ebenso die Toiletten! Nach 24 Stunden verliessen wir wieder die Insel. Diese Zeit reicht absolut aus, um das hier mal erlebt zu haben. Den Stempel „ökologisch“ verdient sich das kleine Ressort definitiv. Alle Regeln werden befolgt! Deinen nicht ökologischen Abfall darfst Du bitte gerne wieder mitnehmen und auf dem Festland entsorgen.

Unser letztes Ziel war „Paje“ auf der Ostseite der Insel. Wir nächtigten im „B4 Boutique by Arabian Nights“ Strand-Hotel. Dieses 4-Sterne Hotel wird von einem Deutschen aus Leipzig geführt, der vor vielen Jahren hierher ausgewandert ist. Hier kannst Du so richtig die Seele baumeln lassen!

Im Dorf Paje wohnen viele Einheimische zum Teil in armseeligen und einfachen Behausungen. Fliessend Wasser Anschlüsse werden sie nicht haben, denn es gibt keine Kanalisation. Strom bekommen sie wohl. Es gibt Wege, die bei Regen sehr matschig werden. Diese nutzten wir auch, um zum Hotel zu kommen, denn Strassen kennt man hier nicht im Dorf. Die Beachfront gehört ausschliesslich den Urlaubern. Die Hotels, Restaurants und Beachbars bieten alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Die versorgen sich autark. Nirgends wo anders liegen arm und reich so dicht nebeneinander wie hier. Ich habe mich aber hier stets sicher gefühlt und bin auch im Dunkeln durchs Dorf gelaufen.

Es gibt aber auch in Richtung der Durchgangsstrasse viele Unterkünfte und Restaurants, die preiswerter sind, als die am Strand. Und die dortigen Esstempel und Nachtmärkte zum Essen waren gut besucht.

Wir machten einen Ausflug zu einer sehr coolen Bar namens „Mangrooves Sunset Beach Bar“! Der Wirt, ein Tscheche und seine Frau versorgen Dich nicht nur mit Drinks, sondern auch mit bester Rauchware, damit Du den Sonnenuntergang voll in Dich reinziehen kannst. Bei elektronischer Musik haben wir eine tolle Zeit hier verbracht. Bei Flut kommst Du nur mit einem Boot hierher, bei Ebbe kannst Du laufen.

Diese Bar ist berühmt für kleine Festivals, die ab und zu stattfinden!

Ein weiterer Ausflug führte uns zu der Grotte „Kuza Cave“, ein Wellness Ressort par excellence. Dort schwimmst Du im Süsswasserparadies und Du bist nur 1000 Meter vom Meer entfernt.

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