Nomadenleben in der Mongolei: Willkommen in einem einsamen Land!

Weltgrößtes Reiterstandbild mit Chinggis Khaan

Die Mongolei liegt einsam und verlassen zwischen China und Russland. Die sogenannte transsibirische Eisenbahn, die einstmals Peking mit Moskau verband , fährt auch nicht mehr. Aber es kommen zunehmend mehr Menschen hierher.

Der Winter ist kalt, saukalt! … und er ist lang, sehr lang! Daher bleiben Dir für Dein Nomadenerlebnis nur die wenigen Monate von Juni bis September. Selbst im September gibt es den ersten Schnee!

Die Mongolei ist drei mal so groß wie Frankreich. Nur in der Hauptstadt Ulan Bator leben ca. 50 % der gesamten Bevölkerung (3 Millionen). Somit teilen sich 1,5 Millionen Menschen eine riesige Fläche. Das sind 2 auf einem Quadratkilometer.

Für Dich als Traveller bedeutet das, dass das Wegkommen eher nur mit dem eigenen Auto geht. Unterkünfte wirst Du Dir mit Nomaden in einem Jurt oder GER Camp teilen! Zelten mit warmer Ausrüstung geht auch. Autovermieter, die es ausschließlich in Ulan Bator (UB) gibt, vermieten Dir Camping Equipment gleich mit.

Es gibt ein nationales Busnetz, welches UB mit Regionen verbindet. Die Gobi Wüste mit der Kleinstadt Dalandsadgad wird im September nur 3 bis 4 mal pro Woche angefahren. Der bedeutendste Backpacker Ort Charchorin wird im September 1 mal täglich mit dem Bus bedient.

Nach Sainschand fährt die gute alte Eisenbahn bis zu 2 mal pro Tag.

Zugfahrpläne für alle Züge ab UB

Wenn Du tiefer ins Nomadenleben einsteigen willst, dann benötigst Du einen eigenen fahrbaren Untersatz. Das kann aber auch ein Fahrrad sein. Ja, ich habe hier Reiseradler gesehen!

Ich kam aus China in die Mongolei. Der Zug von Peking nach UB, der ist Geschichte! Züge fahren nur noch zwischen Hohhot in China und UB. Es gibt auch Züge, die erst in Erenhot nach UB starten. Diese Züge haben hohe Fahrpreise.

Der Grenzort Zamyn-Üüd wird 5 mal pro Woche mit UB um 18 h verbunden. Die Tickets für die alten russischen Waggons sind günstig.

Ab Erenhot fährt täglich um 14 h ein Schlafwagenbus für Chinesische Währung 219 nach UB.

Ich benutzte den Grenzbusshuttle, der Erenhot mit Zamyn-Üüd verbindet. Dieser fährt mittags um 12 h ab Erenhot und nimmt Flugäste, die um 10:30 h aus Peking ankommen, mit.

Im Grenzbus sprach mich ein Ehepaar an, dass sie in Zamyn-Üüd ihr Auto geparkt haben und dass sie mich nach dem Mittagessen mit nach Sainshand, wo ich hinwollte, mitnehmen. Somit kam ich kostenfrei nach dieser Kleinstadt mit dem berühmten buddhisten Kloster in der Gobi Wüste.

Sie haben mich nicht nur für 230 km in einem schnellen und großen Auto mitgenommen, sie luden mich auch für das Mittagessen ein! Das ist mongolische Gastfreundschaft! Er sprach nur sehr gebrochen englisch, aber irgendwie reichte das für die Verständigung!

Schon beim Landeanflug nach Erenhot sah ich, wie einsam es in der Gobi Wüste ist. Der Flughafen befindet sich 30 km südlich von der Dinosaurier Stadt Erenhot. Die Autobahn wird gesäumt von hunderten Dinosauriern, die links und rechts der Straße stehen.

Zwischen Zamyn-Üüd unD Sainshand gibt es keinen einzigen Ort. Viele Nomaden leben mit ihren Weidetieren entlang der Straße. Auch Kamele sind gegenwärtig.

In Sainshand hat es bestimmt ein Dutzend Hotels. Diese kosten aber bis zu EUR 30 pro Nacht ohne Frühstück.

Um zu dem berühmten Kloster “Khamariin Khiid” zu kommen, versuchte ich es per Anhalter! Das Wuestenkloster ist 41 km entfernt.

Nach 45 Minuten warten hielt ein sehr geschäftstüchtiger Fahrer an. Er war auf dem Rückweg vom Kloster mit zwei Touristen, die er am frühen Morgen am Bahnhof einsammelte.

Er sprach gebrochen Englisch, aber das reichte um mit mir eine 2. Bezahl Tour am gleichen Tag zu machen. Diese kostete mich umgerechnet EUR 21 für 80 km Fahrstrecke und 5 Stunden Tour!

Das Kloster untergliedert sich in drei Abschnitte verteilt ueber ein größeres Wuestengebiet.

Das “khamariin Khiid” ist berühmt für seine Meditationen in der Wuestenlandschaft. Es gibt Hoehlentempel dafür.

Zum Schluss gehst Du zur Riesenglocke, läutest diese 3 mal und für 3 Wünsche.

Das Kloster wird umrahmt von zahlreichen GER Camps!

Weil ich dringend im Internet arbeiten musste, schlief ich in der Stadt statt hier draußen.

Abends nach dem Essen und vor der Nachtzugfahrt pinkelte ich an einem versteckten Ort im Bahnhofsareal!

Als ich ins Bahnhofsgebäude zurück kam , sprach mich ein Polizist an. Er ging mit mir zu der Stelle, wo ich mich entleert habe. Er ließ mich später gehen, aber man sieht, hier gibt es null Toleranz!

Ich fuhr mit dem Nachtzug der in Zamyn-Üüd startete nach UB im Liegewagen mit Abteil. Der Zug hatte 25 Waggons und die meisten Reisenden kamen aus China.

In UB nächtigte ich im Golden Gobi Hostel. Dieses wird gerne von jungen Israelis aufgesucht. Die Mongolei gilt für Traveller aus dem Judenstaat als ihr beliebtestes Reiseziel in Zentralasien, zumal sie hier sicher reisen können.

In UB leben ca. 1,5 Millionen Menschen. Der Verkehr ist chaotisch. Die Busse auf der Zentralachse stehen stets im Stau.

Ich erledigte hier einige Dinge wie Wäsche waschen, Schneider und zum Friseur gehen.

Nach nur einer Nacht hier, fuhr ich mit dem Bus vom „Dragon Busterminal“ nach Charchorin, dem wichtigsten Ort für Backpacker im Land. Der Bus fährt morgens um 11 h ab.

Die meisten Traveller zieht es ins Gaya guesthouse, einer Herberge bestehend aus Hostel und GER Camp. Gaya die Besitzerin spricht fließend Englisch und vermittelt Touren in die Umgebung. Ja hier gibt es einiges zu entdecken!

Auf dem Weg von UB nach Charchorin passiert man „ Minigobi“ Sanddünen. Diese befinden sich nur 290 km entfernt von UB. Alles wird hier touristisch vermarktet, z.B. Übernachtung in GER Camps und Kamelreiten. Kamele gehören in die Gobi Wüste aber nicht hier in den Westen des Landes!

Die Sanddünen unweit von Dalandsadgad sollen wesentlich beeindruckender sein.

Das Kloster Erdene Dsuu und das dazugehörige Museum in der Kleinstadt gelten als die meistbesuchteste Touristen Attraktion in der Mongolei. Das liegt daran, dass diese Region in 5 Stunden Entfernung zu UB liegt und es so viele Aktivitäten in der näheren Umgebung gibt.

Wir unternahmen zu zweit einen Ausflug zu einem mongolisch türkischen Museum in 47 km Entfernung plus zu einer Ausgrabungsstätte mit 30 km Weg.

Besonders interessant war ein Mittagessen bei einer Nomadenfamilie in einem GER!

Bei den Nomaden

Die Familie ernährt sich von Pferde Weidehaltung. Sie trinken Pferdemilch. Die bekam ich nicht runter! Dann tranken die Männer zum Mittag bereits reichlich Vodka. Auch nicht für mich. Die Nudeln mit Lammfleisch mochte ich nicht.

Anschließend ging es raus, denn die Stuten mussten gemolken werden.

Ich verbrachte hier 3 Nächte und Tage, weil Gaya eine excellente Gastgeberin ist. Mit einem Kanadier, der 51 Jahre alt ist und in Südkorea lebt, verbrachte ich die Tage mit Ausflug und im Camp.

Gaya vermittelte uns ein Auto nach UB zum Busfahrpreis. Stopp am Mini Gobi inklusive!

Ich ging abermals ins Golden Gobi Hostel! Dort lernte ich Daniel aus Kolumbien kennen. Er trägt wie ich lange Haare.

Wir freundeten uns sehr schnell an und beschlossen gemeinsam zum Kloster „Amarbeyasgalant Hiyd“ zu reisen.

Wir nahmen um 10:35 h den Tageszug nach Darchand. Die Zugfahrt in den alten sowjetischen Waggons war grandios! Topp Landschaften, viele Tiere, GER Camps, bunte Dächer, Flussläufe und Berge. Das siehst Du so nicht vom Busfenster aus! Wir hatten zudem gutes Wetter!

Die Eisenbahnfahrt dauert doppelt so lang wie die Busfahrt. Der Bus benutzt eine neu gebaute autobahnähnliche Straße.

Darchand ist erst ab 1960 als sozialistische Kleinstadt entstanden. Demzufolge dröge und nicht schön.

Am Folgetag fuhren wir im Sammeltaxi weiter Richtung Erdenet.

An der Abzweigung zum Kloster stiegen wir aus. Eine Piste mit 35 Kilometern lag vor uns. Wir versuchten es per Anhalter.

Es dauerte weniger als eine Stunde, dann hatten wir zumindest ein Auto für 13 Kilometer Strecke. Der Sohn sprach Englisch und übersetzte für seine Eltern. Dann durften wir einsteigen.

Heuernte im Herbst! In 2 Tagen soll es schneien!

Anschließend gingen wir zu Fuß weiter. Nach ca. 45 Minuten hielt ein Farmer an. Er teilte uns mit Händen und Füßen mit, dass er gegen 17 h Richtung Kloster fährt.

Wir fuhren mit ihm zusammen zu einer Koppel, denn es war Heuernte. Vor dem Start des Winters muss alles erledigt werden.

Daniel vor der Klosterkulisse

Danach fuhren wir zu einem kleinen Bauernhof. Dort kochte seine Frau Plov für 10 Landarbeiter. Plov mochte ich nicht, weil viel zu fettig. Die Suppe mit Hammelfleisch habe ich gegessen. Und es gab Saure Gurken, wie aus dem Spreewald. Daniel kannte diese nicht!

Danach ging es weiter zum GER Camp nahe des Klosters. Unser Fahrer erkundigte sich, welches GER Camp geöffnet ist, denn die meisten waren bereits geschlossen, obwohl es noch September ist.

Wir gaben dem Fahrer jeweils umgerechnet EUR 5,50 für seine Gastfreundschaft.

Am frühen Abend besuchten wir das Kloster. Obwohl bereits offiziell geschlossen, waren alle Tore offen. Somit besuchten wir die sehr beeindruckende Anlage. Nichts ist renoviert, alles ist im alten Zustand. Dieses Kloster und die Nomadencamps auf dem Weg dorthin lohnen dien Ausflug in den Norden der Mongolei.

Das GER. Camp bot uns ausgezeichnetes Essen an. Die Betreiber Sprachen gebrochen deutsch. Es gab Kürbissuppe und morgens das beste Frühstück seit langem.

Am nächsten Tag schneite es! Wir fuhren nach einem langen interessanten Gespräch zurück per Anhalter zur Kreuzung! Das klappte hervorragend, denn wir fanden Einheimische, die dort hin mussten. Wir bezahlten je EUR 10.

An der Kreuzung verzehrte Daniel, so wie am Vortag, eine leckere Suppe in einem Jurt. Hausmannskost der Mutti!

Mit dem Bus ging es zurück nach Ulan Bator und wieder ins Golden Gobi Hostel.

Am letzten Tag meines Urlaubs fuhren wir zum Chinggis Khan Monument, welches 54 km entfernt von UB liegt. Zuerst mit dem Bus nach Nalaich und dann mit dem Taxi.

Das weltgrößte Reiterstandbild gilt als die Hauptsehenswürdigkeit der Mongolei und ist zugleich das Wahrzeichen des Nomadenlandes. Definitiv muss man das gesehen haben.

Abends machten wir einen Spaziergang durch UB. Dann ging meine Reise zu Ende!

Die Tage mit Daniel zusammen waren super. Er ist 45 Jahre alt und lehrt Französisch an einer Universität in Bogota.

Wir hatten tolle Gespräche. Er mag Reiseziele wie ich, z.B. Indien.

Am 30.09.2024 flog ich zurück nach Frankfurt. Der Chinggis Kahn Airport ist 52 km entfernt von UB. Dementsprechend teuer sind Taxen. Mehrmals täglich fahren preiswerte Linienbusse zum Flughafen. Ca. 6 mal am Tag vom Chinggis Khan Platz und vom Sportkomplex am Stadtrand doppelt so oft.

Wegen dem Verkehrschaos in UB ist nur der Frühbus um 06:29 h pünktlich! Den benötigst Du für den Frankfurt Flug.

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