China mit der Eisenbahn in 15 Tagen visumfrei erleben!

China gehört zu den großartigsten Ländern der Welt! Es ist hier völlig anders als anderswo! Deine China Reise erweitert Deinen Horizont, denn die Uhren ticken in China nicht so wie auf dem Rest der Welt. Das Internet hat Restriktionen und viele Seiten funktionieren nicht. Aber die Kultur, Gaumenfreuden und Gastfreundschaft, welche Du hier erlebst, das kann Dir niemand nehmen. Auf geht’s in ein Abenteuer, welches Du nie vergessen wirst!

Wir reisten zu zweit durch China. Unser Start war in Almaty mit dem Bus zur ersten großen Stadt namens Yining im Westen von China. Danach startete unsere Reise mit der Eisenbahn über 4.000 Kilometer bis nach Peking.

Nach 15 Tagen musste ich China verlassen und flog vom neuen Daxing Airport nach Erenhot an der Grenze zur Mongolei.

Grenzübergang

Unsere Stationen in China waren Urümpi, Dunhuang, Xining, Xi’an, Badaling Great Wall und Peking.

Wir starteten morgens am 25.08.2024 in Almaty mit dem Bus nach Yining. Die Busreise dauert 10 Stunden, die Hälfte davon verbrachten wir an der Grenzkontrolle! Bus Ticket 2 Tage vorher kaufen, denn die Busse sind voll. Nur bis Yining fahren und ab dort einen modernen und komfortablen Zug nach Urümpi nehmen.

Die chinesischen Grenzbeamten benutzen modernste Technik und wissen über visafreies Reisen in China Bescheid. Ich musste meinen Reiseplan auf der “China Train Booking” App vorzeigen und ebenso nachweisen, wo ich an welchem Tag ausreisen will. Der Beamte wunderte sich, dass ich in 15 Tagen so viele Kilometer mit der Eisenbahn machen will.

Schnellzug für 160‘km/h in Yining

Yining ist die erste Großstadt nahe der Grenze zu Kasachstan. Die Region ist sehr dicht besiedelt und weist einige große Städte auf.

Yining ist nichts besonderes! Hier schläfst Du nur und nimmst am Folgetag den Schnellzug nach Urümpi.

Der Busbahnhof befindet sich Nahe des Nachtmarktes. Dieser wird Dir definitiv einen Ersteindruck dieser einzigartigen Welt bieten.

Es gilt hier Peking Uhrzeit! Somit ist es drei Stunden später als in Kasachstan. Man geht erst gegen 21 h abends Essen. Im August wird es gegen 23 h dunkel.

Du musst Deine Zugfahrten in China bei 15 Reisetagen planen. Dafür benötigst Du die “China Train Booking“ App. Diese funktioniert auch mit internationalen Handy Nummern! Pro Person und Buchungsvorgang wird eine Gebühr von US Dollar 5 verlangt. Die „China Train“ App nimmt diese Gebühr nicht, aber Du musst eine chinesische Handy Nummer haben.

Taxen buchst Du über die „DiDi“ App! Im Hotel , wo Du WiFi hast, kannst Du ein extrem preiswertes Taxi rufen, denn auf der Straße ein freies Taxi zu finden, kann zur Nervensache werden.

Beijing Duck

Ab Yining fahren morgens kurz hintereinander 2 Schnellzüge nach Urümpi. Danach erst am Nachmittag wieder, denn die Bahnstrecke ist hier und im sich anschließenden Hochgebirge eingleisig.

Hochgeschwindigkeitszug bis 250 km/h

Urümpi ist eine 3 Millionen Stadt. Überall hat es Hochhäuser und die Stadtautobahnen sind häufig auf 2 Ebenen.

Urümpi

Eine U-Bahnlinie verbindet den Flughafen mit der Stadt. Der riesige Hauptbahnhof befindet sich 10 Kilometer nördlich vom Zentrum in einer eigenen futuristischen Hochhausstadt.

Schweineköpfe auf dem Nachtmarkt

Es gibt keine Hostels in Urümpi! Um den Hauptbahnhof herum hat es einige Business Hotels, die ca. EUR 50 mit Frühstück im 2-Bettzimmer kosten.

Urümpi ist eher uninteressant. Nachts ist die Stadt dank der vielen Lichter sehr bunt. Der Nachtmarkt befindet sich im Zentrum, also weit weg vom Bahnhof! BRT Expressbusse oder ein Taxi bringen Dich in die Stadt vom Bahnhofsquartier.

Mogao Grotten

Dein nächstes Ziel wird Dunhuang sein! Du kommst am späten Vormittag mit zwei Hochgeschwindigkeitszügen der Kategorie „D“ dorthin. Diese Zugkategorie fährt maximal 250 km/h und gilt nicht als die modernste in China.

Um nach Dunhuang zu kommen, musst Du in Liuyuang Nan aussteigen. Shuttlebusse warten an diesem kleinen Wüstenbahnhof und bringen Dich in das 135 km entfernte Dunhuang auf der brandneuen total leeren Autobahn.

Die ersten 600 km der Bahnstrecke ab Urümpi bis Hami sind für 250 km/h ausgebaut! Die Strecke gilt als Inselbahn Hochgeschwindigkeitsstrecke im Westen von China. Zwischen Urümpi und Hami fahren 12 Hochgeschwindigkeitszüge pro Tag, der Kategorie „D“. Ab Hami werden nur 4 Züge täglich bis Xining verlängert. Das sind weitere 1.100 Kilometer, die nur für 200 km/h ausgebaut sind. Die Fahrt von Urümpi nach. Xining dauert 10 Stunden.

Bahnstrecken in China werden hoch gesichert. Im Regelfall werden ausschließlich hohe Brückenbauwerke und Tunnel genutzt. Ebenerdige Bauweise existiert nur in unbewohnten Regionen. Alle Strecken werden überwacht. Zugang zu Bahnhöfen funktioniert wie an Flughäfen, jedoch mit abgeschwächten Kontrollen.

In Dunhuang befinden sich die „ Mogao Grotten“! Das ist eine Budistische Tempelanlage! Ca. 500 Grotten wurden als Gebetsstätten angelegt. 700 weitere gebaute Höhlen galten als Servicestätten.

Die Mogao Grotten gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in China. Weil sie weit im Westen abgelegen sind, werden sie von ausländischen Touristen nur wenig besucht.

Um diese Höhlentempel zu erleben, musst Du an einer geführten Tour teilnehmen. Diese werden in englischer Sprache jeweils um 8:30 h, 11:30 h und 14:30 h angeboten. Für die beiden Filme bekommst Du Kopfhörer.

Du besuchst 8 Tempel von insgesamt 20 Tempeln während der geführten Tour. Im Anschluss hast Du Zeit, die 4 großen Tempel umgeführt zu erkunden. Dauer des Ausflugs ab Dunhuang ca. 6 Stunden.

In Dunhuang befinden sich auch gigantische Sanddünen. Diese werden mittels Kameltouren und nächtliche Shows vermarktet!

Dunhuang verfügt über einen total touristischen Nachtmarkt. Bis zu 20.000 Touristen kommen täglich hierher. Es hat einen modernen Flughafen. 2 Hochgeschwindigkeitszüge verbinden täglich am frühen Morgen Dunhuang mit Xining bzw. Xi’an.

Der Besuch hier hat sich absolut gelohnt! Jedoch gilt ein Abstecher vom dicht bevölkerten Osten Chinas als sehr weit und umständlich!

In Dunhuang existiert ein Backpacker Hostel, welches aber zurückliegend bessere Zeiten gesehen hat.

Der Nachtmarkt bietet in Teilen köstliches Essen an. Alles ist im zentralen Bereich in englischer Sprache ausgeschrieben.

Ab Dunhuang fahren um 7:20 h und um 8:40 h Hochgeschwindigkeitszüge der Kategorie „D“ Richtung Osten. Diese müssen unbedingt vorgebucht werden.

Xining ist eine 2 Millionen Stadt, die sich ebenso wie Dunhuang, an der nördlichen Seidenstraße befindet.

Sie ist berühmt für die 618 Meter lange Thangka Rolle, die im südlichen Teil des „Tibeten Culture & Medicine Museum“ ausgestellt ist. Unbedingt dieses tibetische Kunstwerk ansehen, welches eine gesamte Etage dieses Museums einnimmt.

Des Weiteren befindet sich unweit von Xining das „Kumbum Monastery“! Dieses UNESCO Weltkulturerbe erkunden. Der Bus 919 fährt alle 6 Minuten vom Bahnhof dorthin.

Im Gegensatz zu Urümpi bietet Xining zwei Sehenswürdigkeiten von Weltrang an.

Von Xining fuhren wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Xi‘an. Die Strecke ist für 250 km/h ausgebaut. Züge fahren mindestens stündlich.

Drumtower

Xi‘an, die alte Hauptstadt ist der Startort der Seidenstraße.

Die Hauptsehenswürdigkeit bildet die „ Army of Terracotta Warriors“ ab. Diese gelten als das 7. Weltwunder der Neuzeit. Diese Tonsoldaten, die alle mitsamt ihren Pferden gefechtsbereit dargestellt werden, gelten als eine der Top Sehenswürdigkeiten in ganz Asien.

Das Grab 1 von 3 gezeigten Gräbern gilt als größte gezeigte Kriegsszene weltweit. Kein weiteres Kriegsgemälde bzw. Kunstwerk kann sich damit messen.

Du kommst mit der U-Bahn Linie 9 und einem Shuttlebus dorthin (Ganztagsausflug).

Auf der Stadtmauer

In der Stadt hat es die längste erhaltene Stadtmauer weltweit. Sie ist komplett begehbar. Am besten mit dem Fahrrad erkunden. Bell- und Drumtower, sowie das muslimische Viertel sind sehenswert innerhalb der Altstadtmauern.

Ca. 15 Kilometer vom Bahnhof „Xi‘an Bei“ befindet sich eine sehr imposante unterirdische Grabstadt namens „Tomb of Emporer Jingli“! Diese ist sehr lohnenswert. Die Gräber können auf einem gläsernen Fußboden erkundet werden. Es kommen überwiegend Ausländer hierher. Zu erreichen ist dieses Mausoleum nur mit dem Taxi ab Xi‘an Bei Bahnhof.

Xi‘an gilt als Topadresse in China. Die Stadt liegt relativ zentral im Land und verfügt über viele Hochgeschwindigkeitszüge und Linien.

Xi‘an Dajing Castle Hotel

Wir nächtigten hier im „Xi’an Dajing Castle Hotel“. Dieses etwas in die Jahre gekommene 5 Sterne Hotel ist immer noch ausgezeichnet und bietet hohe Qualität an. Es befindet sich am Südtor der Stadtmauer in einer einer luxuriösen Gegend der Stadt. Für EUR 55 inklusive Frühstück im Zweibettzimmer ist das hier etwas für die Schlauen!

Für Xi‘an benötigst Du mindestens 3 Tage. Einige Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Pagode befinden sich außerhalb der Altstadtmauern. Besuche die Gegend der Pagode am besten wenn es draußen dunkel ist.

Von Xi‘an fuhren wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug der Kategorie „G“ nach Beijing. Diese hyper modernen Pfeile rasen mit km/h 350 durch das zentrale China. Sie gelten als die schnellsten Züge weltweit! Der Fahrpreis ist doppelt so hoch im Vergleich zur Kategorie „D“. Sie fahren stets auf Stelzen und somit fliegt alles an Dir und unter Dir vorbei!

Diese Züge erreichen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von über 250 km in der Stunde. Sie überholen die langsameren Züge an den Überholbahnhöfen bei vollem Tempo.

Der Bahnhof in Xi‘an verfügt über 34 Durchgangsgleise nur für Rennzüge. Es gibt eine riesige Halle für abfahrende Reisende und ein großes Kellergeschoss für ankommende Gäste. 80 % aller Hochgeschwindigkeitszüge der Welt rasen in China.

Von Beijing fuhren wir weiter nach „Badaling Great Wall“. Natürlich mit einem Hochgeschwindigkeitszug der Kategorie „D“! Dieser Bahnhof liegt unter der Erde in 103 Meter Tiefe und über der Oberfläche befindet sich die chinesische Mauer. In 20 Minuten kommt man von Peking hierher. Der Bahnhof verfügt über die längsten Rolltreppen der Welt! An Gigantomanie fehlt hier nichts mehr!

Badaling ist offensichtlich ein hervorragender Ort, um die Chinesische Mauer zu erleben. Mehr als 3 km Mauer Wegstrecke stehen Dir zur Verfügung.

Der Felsen ließ hier keinen Mauerbau zu

Wir kamen am Vorabend unserer Erkundung hierher und übernachteten in einem Homestay. Die Kosten sind dafür mit ca. EUR 56 recht gehoben.

Auffällig ist, dass nur sehr wenige Besucher hier schlafen. Abends ist der kleine Ort wie ausgestorben. Auch im schicken Hyatt Hotel (Commune by the Great Wall) – dort waren wir Abendessen – hatte es kaum Gäste.

Morgens kamen dann die Besucher! Auch politischer Besuch war dabei. Das hatte zur Folge, dass die westliche Seite der Mauer zur Straße für uns Touristen gesperrt war. Dafür kamen aber alle kostenfrei rein.

Die Mauer zu erklimmen ist anstrengend! Es ist sehr steil und wenn es Treppen hat, dann geht’s etwas leichter. Sprich: Selbst 3 Kilometer bekommst Du zu spüren!

Am höchsten Punkt des Badaling Abschnitts entschied ich mich, die Seilbahn zurück zu nehmen. Sie kostet EUR 12,50 und ist somit recht teuer.

Heute hatten wir kein gutes Wetter! Somit blieben mir Traumaufnahmen von der Mauer und den Bergen verwehrt. Gerade hier in Badaling hat es Panorama, welches so viele Besucher anzieht. Staatsgäste kommen gerne hierher. Das gilt genauso für die Tarracotta Krieger, die Angela Merkel besuchte.

Abends fuhren wir mit dem Zug zurück nach Peking.

Peking ist eine Weltstadt! Auch wenn nicht alles erlaubt ist. Ein Nachtleben existiert für teures Geld. Marcel Fengler legte während unserer Zeit in der Stadt in einem Klub auf, wir gingen aber nicht hin. Auch ein LGBTIQ Klub namens „ Destination“ hat es.

Praktisch einen ganzen Tag benötigst Du, um die „Verbotene Stadt“ zu besuchen. Du musst vorher reservieren, um reinzukommen! Aber mit dem Reisepass ist das schwierig. Das wissen die Polizisten, die den Einlass am Palast machen auch! Und: Du bist Gast im Land und der Polizist will Dich nicht enttäuschen! Somit kamen wir rein. Den Eintrittspreis schenkte man uns, weil wir Rentner sind.

Solch einen Palast samt seiner Größe gibt es kein 2. Mal auf der Welt. Dementsprechend voll ist es. Es gibt so viel zu sehen und die Tour nimmt kein Ende. Zwar wiederholt sich einiges, aber der Eindruck zählt. Die „Verbotene Stadt“ zählt zu den gewaltigsten Sehenswürdigkeiten der Welt.

Polizisten und Soldaten erfahren Strenge!

Abends, aber eher früh, laden im Touristenviertel südlich des Mao Mausoleums zahlreiche Restaurants ein, eine Peking Ente zu verzehren. Du musst gegen 19 h spätestens da sein, um einen Tisch zu bekommen. Um 21 h ist Feierabend. Dieses Erlebnis unternehmen viele Chinesen und die wissen ob es gut oder nur Nepp ist.

Der Temple of Heaven gilt ebenso als eine große Unternehmung! Dort findet jedoch kein religiöses Leben mehr statt. Diese Sehenswürdigkeit kann sich aber nicht mit der Verbotenen Stadt messen.

Wir besuchten auch den Sommerpalast! Wenn Du wenig Zeit hast, kannst Du das weglassen! Es ist eine weite Fahrt mit der U-Bahn dorthin.

Unbedingt solltest Du den Lama Tempel besuchen. Dieser ist mit tibetischen Mönchen besetzt und die spirituelle Atmosphäre zieht sehr viele Besucher an.

Gegenüber des Lama Tempels befindet sich ein sehr gut erhaltenes Altstadtgebiet. Dort hat es eine Straße mit vielen Kneipen, Cocktailbars, Restaurants, Galerien und schicken Geschäften. Du musst hier mit westlichem Preisniveau rechnen. In der Restaurant Gegend mit den Enten Speisekarten zahlst Du weniger.

Peking hat extrem viel Ordnungsmacht auf der Straße. Sprich: Du musst Deinen Pass stets dabei haben. Willkürliche Polizeikontrollen können stets stattfinden. Auch in den U-Bahnstationen finden Ausweiskontrollen statt. Weil modernste Technik eingesetzt wird, geht es schnell.

Leider sahen wir Peking überwiegend von U-Bahn Tunneln aus. Es hat über 20 Linien. In dem System finde ich mich schnell zurecht. Die Bahnen und Stationen sind sehr gepflegt und es funktioniert alles ausgezeichnet. In Berlin können wir da nicht mithalten, denn die Chinesen sind uns da um Längen voraus. Hinzu kommen die extrem niedrigen Fahrpreise!

Busse benutzten wir nicht, weil das System zu kompliziert ist.

Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten sind entweder kostenlos oder für Rentner halbpreisig. Generell wird dafür in China sehr wenig verlangt.

Selbst in Peking kannst Du preiswert Essen gehen. Wenn Du aber westlich essen willst oder gerne Starbucks aufsuchst, dann wird es teurer.

Nach 15 Tagen musste ich das Land ohne Visum wieder verlassen. Also sah ich zu, wie ich rechtzeitig in die Mongolei komme. Diese ist jedoch 700 km von Peking entfernt. Und der Grenzübergang schließt um 18 h. Hochgeschwindigkeitszüge fahren nicht in die Grenzstadt Erenhot!

Aber es gibt täglich einen Flug vom Daxing Airport um 9 h nach Erenhot ( Erlian). Somit alles ok!

China ist übrigens das 93. Land, welches ich bereist habe!

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